Skandinavien
Freitag 20.6.2014
Embrach – Sangerhausen
Gefahren: 580 km
Wetter wolkig und trocken ideal zum Reisen
Endlich geht es los. Nach langer Zeit der Planung war es heute Morgen soweit. Tagwache 06.00 Uhr und dann erledigen der letzten Arbeiten im und um das Haus. Knapp nach neun Uhr dann Abfahrt nur noch gegen Norden. Wir fuhren von Embrach nach Stuttgart, Würzburg und weiter Richtung Kassel. Wir kamen gut voran war doch der Verkehr nur mässig. Es hatte zwar immer n och genügen LKW auf der Strasse aber infolge des Feiertages am Donnerstag doch weniger. Bei der Planung der Route wollten wir einen Abstecher nach Sangerhausen machen. Es gibt dort einen Rosenpark der wunderschön angelegt ist. Der Weg führte uns nach Würzburg Richtung Erfurt und dann über Landstrassen bis nach Sangerhausen. Der Weg zog sich. Bei einem Zwischenhalt haben wir noch etwas Kleines gegessen was aber kein Hit war. Es war eine Pizzeria mit schwachem Koch. Wir haben es aber überlebt und waren froh etwas im Magen zu haben wurde es doch 8.00 Uhr bis wir den Zielort erreichten. Müde und etwas gerädert machten wir noch einen kleinen Spaziergang wo wir feststellten, dass der Park erst um 09.00 Uhr am Morgen wieder offen hat. Tuulia machte noch einen Spaziergang in die Stadt, während ich mich am Fernseher über die Leistung der Schweizer ärgerte. Als Fazit kann gesagt werden in beiden Fällen viel Aufwand um nichts. Wir mussten dann nämlich feststellen, dass uns die Zeit davonlief. Doch dazu später. Wir hatten einen ruhigen Stellplatz am Park ohne grosse Infrastruktur die wir aber auch benötigten. Jedenfalls war es sehr ruhig und wir schliefen hervorragend
Route Embrach-Sangershausen

Samstag 21..6.2014
Sangerhausen – Kiel
Gefahren: 556 km
Wetter sonnig mit einigen Schauern
Es war früh Tagwache. Bereits um 08.00 Uhr wurde nochmals kurz getankt und anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Kiel. Wir haben nämlich beschlossen die Rosenausstellung in Folge Zeitmangel zu streichen. Wir wollten nicht die ganze Strecke auf der Autobahn fahren. Desshalb nahmen wir den Weg um den Harz nach Helmstedt unter die Räder. Wir bewegten uns in der alten DDR. Die Felder waren ziemlich Monokultur, da es entweder Riesenfelder Kartoffeln oder dann ebenso in den gleichen ausmassen Kornfelder gab. Landschaftlich aber wunderschön, viel Natur. Um 11.00 Uhr waren wir in der ehemaligen Grenzstadt Helmstedt. Wir gingen zu Fuss zum kleinen Markt und kauften Früchte und Gemüse ein. Es folgte ein Besuch eines kleinen ursprünglichen Kaffees. Nach dem Verzehr eines hervorragenden selbstgemachten Kuchen und einer Tasse Kaffee mussten wir weiter ziehen. Ich entschied nun Richtung Wolfsburg und dann auf die Autobahn Richtung Hamburg zu fahren. Eine schlechte Entscheidung wie sich herausstellte. Schon vor Hamburg standen wir in einem kompakten Dreispurigen Stau. Es wollte und wollte nicht weiter gehen. Tuulia sah das Schiff ohne uns davon schwimmen. Nach rund einer Stunde löste sich der Stau nach dem Elbtunnel au. Grund waren die Bauarbeiten vor dem Tunnel, wo die drei Spuren in zwei übergingen. Nachher konnten wir den Rest der Strecke nach Kiel problemlos bewältigen. Wir hatten am Ende noch eine gute Stunde Reserve für das letzte Einschiffen. Als wir zum Quai kamen konnten wir nachdem wir den Zimmerschlüssel bekommen hatten sofort auf das Schiff auffahren. Nach kurzem Suchen faden wir unser Zimmer und richteten uns ein. Wir hatten noch genügend Zeit das Schiff zu erkunden und ich setzte mich an den PC um den ersten Bericht zu erfassen. Leider war das WLAN so Grottenschlecht, dass ich ausser einem Absturz keinen Bericht aufs Netz brachte. Der Ärger war umso grösser, als Stena Line speziell das WLAN rühmte das sie anboten. Um 20.30 Uhr hatten wir einen Tisch reserviert für das grosse Skandinavische Büffet. Eine Augenweide und wir hatten viel Zeit zur Verfügung. Also los Vorspeise mit Lachs, diversen Fischen, Krebsen und Shrimps. Anschliessend konnte man verschiedene warme Speisen mit Beilagen wählen. Das Dessertbuffet hatte es auch in sich. Es stand gar eine Softeis Maschine bereit wo man sich selbst bedienen konnte wie man wollte. Die Getränke Wein, Bier und Softgetränke konnte man direkt ab Zapfhahn selbst einschenken. Gut genährt ging ich dann das Fussballspiel Deutschland gegen Gana schauen. In der zweiten Halbzeit dann plötzlich Stromausfall und absolute Ruhe auf dem Schiff. Kurz darnach unerträgliches Gehupe in verschiedenen Tönen. Was war dann das ??? Langsam begriff ich, dass das Zeichen Feueralarm bedeutete. Ich ging zum Sammelpunkt wo die Rettungsboote sich befinden. Es waren schon verschiedene Passagiere dort, die meisten mit einem Hund an der Leine oder auf den Armen. Tuulia war schon vor mir dort. Inzwischen huschten Feuerwehrleute umher. Etwas gespenstisch die ganze Stimmung. Langsam sickerte durch, dass das Problem sich im Maschinenraum abspielte. Wir warteten, bis Entwarnung kam. Als wir bereits im Zimmer waren meldete sich der Kapitän und gab endgültig Entwarnung. Er sagte, dass in ca. einer halben Stunde die Motoren wieder gestartet werden aber nur Zwei von Drei. Die Ankunft in Kiel würde entsprechend etwa eine Stunde später sein. Jedenfalls schliefen wir nach kurzer Zeit ein waren am Morgen zwar etwas gerädert aber wir lebten immer noch.
Sonntag 22.6.2014
Göteborg – Trollhättan
Gefahren: 75 km
Wetter warm und trocken
Nach dem Frühstücksbuffet auf dem Schiff begaben wir uns zuoberst auf Deck um den Einlauf in den Hafen von Göteborg zu bestaunen. Entgegen aller Meldungen waren sogar etwas zu früh in Schweden. Wahrscheinlich gelang der Crew in er Nacht doch noch alle Motoren in Bewegung zu bringen. Jedenfalls genossen wir bei fast wolkenlosen Himmel die Einfahrt zwischen den vielen kleinen Stein Inseln was beinahe einem Zick- Zack Lauf glich. Nun kam Ferienstimmung auf. Schnell konnten wir das Schiff zusammen mit den grossen Trucks verlassen. Am Zoll war niemand sodass es zügig voran ging. Wir parkierten direkt auf dem Parkplatz der Fähre. Keine gute Idee. Wir spazierten Richtung Stadt los. Nach einer halben Stunde merkten wir, dass es zu weit bis in die Innenstadt war. Also zurück zum Wohnmobil und Abfahrt Richtung Stadt. Kurz vor der Innenstadt fanden wir einen grossen leeren Parkplatz. Von da aus war es zwar immer noch weit aber machbar zu Fuss. Wir genossen bei recht warmen Temperaturen aber starkem Wind die schöne Stadt. Göteborg hat rund 450‘000 Einwohner und ist die zweitgrösste Stadt von Schweden. Bekannt ist die Stadt durch die Hauptverwaltungen von den Firmen SKF, Volvo und Hasselblad. Göteborg hat zudem den grössten Seehafen Skandinaviens. Auf unserem Stadtrundgang konnten wir nicht alle Sehenswürdigkeiten besuchen, da es Sonntag war. Somit konnten wir die Domkirche nicht anschauen weil Gottesdienst war. Die Markthallen im Zentrum waren ebenfalls geschlossen. Dafür war das Rosarium offen. Mehr als 3500 Rosenarten werden dort gezüchtet. Dies entschädigte uns für den abgesagten Besuch in Sangerhausen. Es ist ein grosser wunderschöner Park der neben den Rosen auch viele exotische und zum Teil auch seltene Bäume hat. Langsam kam Hunger auf als ich feststellte, dass ich die Währung noch nicht im Griff hatte. Ich hatte einige 50 Kronen Noten in die Tasche genommen. (Wert: knapp acht Franken ). Verwöhnt vom Euro ist man nicht mehr gewohnt zu rechnen. Also ich hatte wohl knapp 30 Franken dabei, was 210 Kronen bedeutete. Kein Problem sagte ich Tuulia und ging an einen Bankomaten. Dieser liebte mich aber nicht und zog mir die Karte ein und gab sie nicht mehr frei. Also wieder nichts mit Essen. Zum Glück habe ich zwei weitere bei mir. Nur waren diese im Wohnmobil. Also ging es weiter mit unserem Spaziergang. Auf dem Rückweg stiegen wir noch den Skansen Kronan hinauf. 185 Treppen steil den Hügel rauf. Es handelt sich um eine Festung aus dem Ende des 17 Jahrhundert. Die Anstrengung wird aber durch eine wunderschöne Aussicht auf die ganze Stadt belohnt. Da uns langsam die Füsse weh taten entschlossen wir das Wohnmobil aufzusuchen. Tuulia zauberte noch ein Mittagessen aus unserem Kühlschrank auf den Tisch. Am späteren Nachmittag machten wir auf den Weg nach Trollhättan.. Dort besuchten wir noch das riesige Kraftwerk wo das Wasser an einigen Tag der Woche als Attraktion neben der Schleuse in einem Canion abgelassen wird. 300‘000 Liter pro Sekunde donnern dann das alte Flussbett hinunter, Leider war das bei unserem Besuch nicht der Fall. Wir fuhren am Kraftwerk vorbei zu den Slussaren (Schleusen). Wir fanden nahe der grossen Schleusen beim Kanalmuseum einen ruhigen Parkplatz zum übernachten.
Montag 23.6.2014
Trollhättan – Mangenboden
Gefahren: 223 km
Wetter schön und dazwischen kurze Schauer
Nach dem Frühstück besuchten wir die grosse Schleusenanlage. Es war nicht viel los. Um 1800 wurde die erste Schleuse mit acht Treppen gebaut. Schon 44 Jahre darnach wurde die zweite Anlage gebaut, da die erste zu klein war. 1916 wurde die heutige Schleusenanlage gebaut, die 32 m Höhendifferenz überbrückt. Die riesigen Schleusenanlagen lassen sich in 7 Minuten Fluten und fassen 12‘000 m3 Wasser. Nach einem Rundgang rund um die drei Schleusenanlagen bestiegen wir langsam unser Mobil und zogen weiter Richtung Karlstadt.
Karlstadt ist eine grosse Stadt, was uns nicht begeistern konnte sie zu besuchen. Also zogen wir weiter Richtung Mora. Wir suchten ein schönes Gebiet um zu wandern und den Abend zu geniessen. Fündig wurden wir in Mangenboden (Molkom) an einem wunderschönen See. Es war auch langsam Zeit die Toilette zu entsorgen und frisches Wasser zu tanken. Das alles konnten wir am Campingplatz machen. Wir machten noch einen kurzen Spaziergang wo wir leider in einen Regenguss gerieten. Jetzt scheint wieder die Sonne. Am Abend durften wir dann gegen 22.00 Uhr noch einen traumhaften Sonnenuntergang erleben.
Dienstag 24.6.2014
Mangenboden - Mora
Gefahren : 246 km
Wetter wunderschön warm 22 °C
Am Morgen als wir auf dem schön gelegenen Campingplatz aufstanden war es wolkenlos. Nach dem Frühstück wollten wir weiter Richtung Mora. Auf der Infotafel vor dem Campingplatz sahen wir in der Nähe ein Kulturreservat. Da es wenige Kilometer vom Platz weg war beschlossen wir einen kurzen Halt einzulegen. Diese Sehenswürdigkeit erwies sich aber als Kriegsdenkmal. Wir drehten ab und merkten da dass wir den Schlüssel von den Sanitärgebäuden noch im Wohnmobil hatten. Also nochmals 10 km zurück und pflichtbewusst abliefern. Jetzt konnten wir endgültig starten. Wir kamen zügig voran, da es kaum Verkehr hatte und die Strassen gut waren. Es geht immer aufwärts, dann wieder abwärts. Unterwegs fanden wir dann doch noch eine Tafel mit einem echten Naturreservat. Wir bogen ab und nach 3 km kam im Wald eine Infotafel wo auch bereits schon ein Deutsches Wohnmobil stand. Wir spazierten etwa einen Stunde in schönster Natur.
Unser heutiges Ziel ist Mora. Mora liegt in der schwedischen Provinz Dalarnas län und der historischen Provinz Dalarna. Der Ort ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und liegt am nördlichen Ende des Sees Siljan. Wir fuhren zuerst aber durch den Ort Richtung Nusnäs. Dieser Ort ist bekannt und von Leuten aus allen Ländern besucht wegen seinen roten charakteristischen von Hand geschnitzten Pferdchen.
Entstehung Dalapferde live
Es ist eine von Hand aus ausgesuchtem Kiefernholz geschnitzte Figur, traditionell rot bemalt mit Sattel und Zaumzeug in blau-weißem Muster. Die Tradition der Dalapferde reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die älteste Schrift, die Holzpferde zum Verkauf erwähnt, stammt aus dem Jahr 1624. Das Dalapferd entstand ursprünglich als Spielzeug in den Waldarbeiterhütten, wo es meist nur mit einem Messer geschnitzt wurde. Das Pferd war damals der wichtigste "Arbeitskamerad" und so war es nur logisch, es zum Vorbild zu nehmen. Die heutige, bemalte Form ist etwa 150 Jahre alt. Etwa 1850 wurde die, noch heute genutzte, Maltechnik erfunden. Hierbei werden mit einem Pinsel zwei Farben gleichzeitig aufgetragen. Die Herstellung der Pferdchen ist sehr aufwändig und erfordert viele verschiedene Arbeitsgänge: schnitzen, schleifen, grundieren, lackieren und in mehreren Arbeitsgängen bemalen. Die Produktion folgt auch heute noch den alten Traditionen, die Pferde werden nach wie vor von Hand geschnitzt und in mehreren Arbeitsgängen liebevoll bemalt. Deshalb ist jedes Dalapferd ein Unikat! Zusätzlich zur traditionellen roten Farbe gibt es Dalapferde heute auch in blau, weiß und schwarz. Hergestellt werden sie in der schwedischen Landschaft Dalarna, der bekanntesten Urlaubsregion Schwedens, in der Gegend um Mora. Heute sind Dalapferde in der ganzen Welt bekannt und gelten als typisches Symbol für ganz Schweden.
Nach dem Besuch der doch etwas Touristisch anmutenden Stätte fuhren wir zurück nach Mora. Praktisch mitten im Ort ist ein Campingplatz, den wir aufsuchten. Ein riesiger Platz direkt am Start des berühmten Wasalaufes. Der Wasalauf (schwedisch Vasaloppet) ist eine der größten Skilanglaufveranstaltungen der Welt und ein Lauf der Worldloppet-Serie. Der Hauptlauf wird jedes Jahr am ersten Wochenende im März zwischen den Orten Sälen und Mora in der schwedischen Landschaft Dalarna auf dem Vasaloppsleden über 90 km in klassischer Technik ausgetragen. Das Rennen wird seit 1922 veranstaltet. Was aber besonders war wenigsten für mich war das der ganze Platz WLAN in perfekter Qualität hat.
Mittwoch 25.6.2014
Mora - Hamra
Gefahren: 150 km
Während ich heute Morgen noch zwei Stunden Homepage gemacht habe ist Tuulia in's Zorn Museum gegangen. Anders Zorn wurde 1860 als Anders Leonardsson in Yvraden bei Mora geboren. Sein Vater, Johann Leonhard Zorn, war ein deutschstämmiger Brauer aus Reichenberg, seine Mutter, Grudd Anna Andersdotter, arbeitete als Saisonkraft in Uppsala. Zorns Eltern hatten sich in einer Brauerei in Uppsala, in der beide zu dieser Zeit arbeiteten, kennengelernt. Die Beziehung war kurz, von einer Heirat nie die Rede, und Zorn lernte seinen Vater (der 1872 in Helsinki starb) nie kennen. Trotzdem entschied er sich später, dessen Nachnamen anzunehmen. Da seine Mutter wegen ihrer Arbeit in Uppsala keine Zeit für ihren Sohn hatte, wuchs Zorn zunächst auf dem Hof seiner Großeltern in Yvraden auf. Schon bald zog er um nach Enköping, um dort seine Schulausbildung zu beginnen. Sein Lehrer bemerkte schon früh das außergewöhnliche künstlerische Talent des jungen Zorn. Er zeichnete Bleistift-Skizzen seiner Mitschüler, Bilder von Enköping, und fertigte einige bemerkenswerte Holzschnitte von Menschen und Pferden an, von denen viele heute im Zorn-Museum in Mora ausgestellt sind. Gegen Mittag waren wir bereit weiter zu fahren.
Nach den individuellen Beschäftigungen am Morgen trafen wir uns wieder zum Mittagsessen in der Stadt Mora. Wie schon gewohnt suchten wir eine Lokal mit Dagens Rätt. Gegen ein Uhr verliessen wir die Stadt Nordwärts. Unser nächstes Ziel sollte der Bärenpark etwa 30 km von Mora entfernt sein. Über kleine schlechte Strassen ging es langsam den Berg hinauf. Wir kamen von Orsa nach Grönklitt. Das größte Touristenmagnet ist ein Bärenpark und eine Wintersportanlage mit zahlreichen Abfahrtshängen. Der Bärenpark ist ein eingezäuntes Gelände, in dem außer verschiedenen Bären noch andere Raubtiere wie Wölfe, Luchse, Vielfraße, Tiger und Leoparde untergebracht sind. Auch in den umliegenden Wäldern sind einige dieser Tiere heimisch. Der berühmteste "Einwohner" ist Wildbär, das in der Stuttgarter Wilhelma geborene junge Eisbärmännchen, das am 15. Mai 2009 in die Polar World umgesiedelt wurde. Eine Ausstellung zu den Tieren und auch zum Klima in den Polarregionen (Erderwärmung) runden das Programm ab. Ein lohnenswerter wenn auch teurer Ausflug. (Eintritt rund 30 Fr ). Nun ging es wieder zurück nach Orsa und dann wieder gegen Norden. Immer wieder sieht man unterwegs bewaldete Berge. Kurz vor Sveg kann man sich entscheiden zuerst nach links zu fahren nach Fägelsjö um dort den Gammelgard ein sehenswertes Dorfensemble mit alten Holzhäusern zu besuchen. Nach einem Kaffee Halt mit gutem Kuchen ging es 5 km zurück über die Hauptstrasse und wieder 5 km zum Hamra Nationalpark. Absolut ruhig ohne auch nur das geringste Geräusch werden wir hier übernachten.
Donnerstag : 26.6.2014
Hamra – Östersund
Gefahrene Kilometer: 322 km
Wetter regnerisch und trüb. Temp: 8 -10 °C
Gestern Abend habe ich noch das erfreuliche Spiel Schweiz gegen Honduras angeschaut. Ich hatte wenig Hoffnung auf SAT Empfang. Wir standen mitten im Wald im Naturschutzzentrum. Irgendwo muss eine Lücke gewesen sein. Jedenfalls genossen wir den Sonnenuntergang und das Spiel. Am Morgen nach dem Frühstück wollten wir noch einen Rundgang durch den Naturschutzpark machen. Gut gekleidet mit Regenschutz gingen wir auf die Wanderung. Kaum 5 Minuten und es regnete. Unbeirrt marschierten wir auf Stegen und kleinen Pfaden durch wunderschöne unberührte Landschaften. Der Wald wurde noch nie bewirtschaftet was man auch sah. Die Bäume standen oder lagen immer noch auch wenn sie schon Jahre tot waren. Dazwischen immer wieder kleine Seen. Unsere Regenjacken schützten uns von dem Regen von oben. Aber unten waren zu tausenden Heidelbeerstauden die nass waren. Unsere Schuhe und Hosen waren patsch Nass. Der Eindruck vom Gebiet überwog aber den Ärger über die nassen Sachen. Gegen elf Uhr fuhren wir dann weiter. Ich zog es vor ohne Navi zu fahren was ein Fehler war. Anscheinend in ich zu früh nach rechts abgebogen. Jedenfalls als ich merkte, dass wir falsch lagen waren wir rund 30 km in die falsche Richtung unterwegs. Zu allem ging mir langsam der Diesel zu Neige. Die rettende Tankstelle kam dann irgendwo in einem kleinen Dorf doch noch. Als ich aber die Masterkarte reinschob wollte der Apparat sie nicht akzeptieren. Ein freundlicher Schwede half mir aus der Patsche. Er telefonierte mit dem Besitzer der Anlage, (es war ein freistehender Tank mit Benzin und Diesel) der erschien sehr schnell und tankte mir mit seiner Karte. Ich gab ihm Bares. So konnten wir weiter fahren und kamen am Schluss des Umweges wieder am gleichen Ort vorbei wo wir gestartet waren. Zu bemerken ist aber dass es eine traumhafte Strecke war mit viel Abwechslung und tausenden von Lupinen am Wegesrand. In Sveg machten wir einen kurzen Halt um Mittag zu Essen. In einem Warenhaus assen wir ein riesiges Crevettenbrötchen mit Kaffee. Die Stadt selbst schmucklos nur mit Supermärkten am Rande. Die Einheimischen aus der Umgebung gehen da einkaufen, weil es in der näheren Umgebung keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Da es inzwischen immer noch regnete und sau kalt war zogen wir weiter. Nächster Halt war 40 km vor Östersund wo wir in einem der vielen Stuga’s Kaffee und Kuchen assen. Ihr merkt es schon ohne Süsses vergeht kein Tag. Ein netter Schwede war froh dass wieder einmal Leute zu schwatzen kamen. Er hatte aber neben den Süssigkeiten auch noch Fisch, Renntier- und Elchfleisch im Angebot. Wir bedienten uns einer geräucherten Forelle aus dem Gebirgsbach. Ich freute mich schon auf den Abend. In Östersund angekommen haben wir einen Campingplatz gefunden in der Stadt. Da es bereits sieben Uhr geworden war wurden neue Kartoffeln gekocht (die nordischen Kartoffeln sind einfach Spitze), normalerweise nicht meine Lieblingsspeise. Der Fisch die Kartoffeln und frische Erdbeeren als Nachspeise und dazu guten mitgenommenen Weisswein waren ein Luxusessen in gemütlicher Runde.
Freitag: 27.6.2014
Östersund – Hoting
Gefahrene Kilometer: 156 km
Wetter wolkig ohne Regen Temperatur In Östersund: 10 °C
weiter nördlich bereits 17 °C leicht bewölkt.
Heute Morgen wollten wir zuerst die Die Stadt besuchen und anschliessend ins Jämtli Museum. Die Stadt selbst ist nichts besonders. Es gibt nicht viel zu sehen. Wir machten einige Einkäufe und spazierten dann zum Museum, das praktisch in der Stadt war. Beim Empfangsgebäude von Jämtli Historieland mit seinem markanten Turm kann man sich ins riesige angrenzende Freigelände und hier auf Zeitreise begeben. Es gibt für die Kinder viele Attraktionen wie Streicheltiere, Tretautofahren oder Eisenbahnrundfahrten. Für die Erwachsenen gibt es eine Zeitreise von echt vorgeführten Landleben. In wunderschönen historisch original ausgebauten Häusern wird Brot gebacken, Käse gemacht und noch manch mehr an Handwerk vorgeführt. Am späteren Nachmittag nahmen wir unser Haus unter die Räder und fuhren weiter gegen Norden. In Strömsund an einem grossen See gelegen machten wir kurz Halt um die Füsse zu vertreten. Auf der E45 fuhren wir weiter Richtung Storuman. In Hoting an einem schönen See fanden wir einen Campingplatz zum Übernachten. Nach einem Seerundgang, Bericht schreiben aber ohne Fussball legten wir uns auch wenn es noch taghell ist gegen 23.00 Uhr ins Bett.
Samstag: 28.6.2014
Hoting – Tarnaby
Gefahrene Kilometer: 295 km
Wetter zuerst wolkenlos, dann bewölkt mit Sonne 18 °C
Mit Sonnenschein wurden wir am Morgen aus den Federn gerissen. Am Abend ginge man am liebsten nicht ins Bett, da es seit Tagen eigentlich nie Nacht wird. Nach dem Frühstück zogen wir weiter die E45 entlang gegen Norwegen. Die Strassen sind allesamt gut ausgebaut mit sehr wenig Verkehr. So kann man konstant mit 80 -90 km und Tempomat laufen lassen. Unser Weg führte uns von unserem Campingplatz aus nach Dorothea und Vilhelmina zwei wohlklingende Namen. Aber nur gerade Vilhelmina konnte überzeugen. Wir machten dort einen Spaziergang durch das Städtchen, das einige wunderschöne Häuser hat. In einem kleinen Haus wurden verschiedene Handwerksgegenstände angeboten wovon Tuulia natürlich Gebrauch machte und eine Mütze kaufte. Ein anschliessender Besuch eines Kaffees durfte natürlich nicht fehlen. Es gehörte einer Engländerin, und war speziell eingerichtet. Der Kuchen und das Eis mit Waffel war ein Besuch wert. Ein Spaziergang zur Holzkirche war ein weiterer Höhepunkt des Ortes. Der nächste Halt sollte ca. 70 km weiter sein in Storuman, wo wir von der E45 auf die E12 wechseln, die an die Norwegische Grenze führt. Zuerst aber ging es in die Gegenrichtung und zwar 4 km. Dort eine weitere sehenswerte Holzkirche. Wir parkierten neben der Kirche, kaum ausgestiegen kam eine Frau auf uns zu und fragte ob wir die Kirche anschauen wollen. Eigentlich sei sie seit zwei Stunden geschlossen, aber sie wolle sie uns noch zeigen. Wir haben aufgeatmet, verpassten wir doch schon mal eine wunderschöne Kirche weil sie meistens nur kurze Öffnungszeiten haben. Stensele Kyrka ist die grösste schwedische Kirche aus dem Jahre 1886 erbaut. Sie wird auch Lappland Kathedrale genannt. Die Kirche hat 2‘000 Sitzplätze. Imposant ist die Grösse, wunderschön die Einrichtung. Am Eingang ist eine Art Telefon wo man die Sprache wählen kann. Es wird dann mittels Lautsprechern die an der Decke montiert sind in der entsprechenden Sprache die Geschichte erklärt.
In der Stadt Storuman war ein dreitägiges Fest mit vielen Ständen wo man Essen aus verschiedener Länder kaufen konnte. Weiter gab es noch Stände mit Kleidern, viel Ramsch usw. Ein kurzer Abstecher auf den nahen Berg war eine weitere Augenweide. Die Aussicht war grandios. Von einem Aussichtsturm sah man kilometerweit Wasser und Wälder. Storuman hat am See einen schönen Campingplatz der recht gut belegt war. Aus Gründen der Nachtruhe, am Abend war hinter dem Platz Tanz angesagt, zogen wir weiter. Wir zogen nun auf der E12 Richtung Mo i Rama (N). Was nun kam übertraf alle bisherigen Strecken. Wir fuhren die ganze Zeit entweder einem Fluss oder See nach. Traumhafte Landschaften bei idealen Lichtbedingungen (Sonnenschein) wechselten sich mit Bergen und Wäldern ab. So kurzweilig war noch keine Strecke. Dazwischen mussten wir immer wieder anhalten um die wilden Flüsse und Stromschnellen zu bewundern. Gegen 20.00 Uhr trafen wir in Tärnaby ein. Wir sind nun auf einem schönen Campingplatz an einem wilden Fluss, der direkt in den See läuft.
Sonntag: 29.6.2014
Tärnaby – Mo i Rama
Gefahrene Kilometer: 160 km
Wetter zuerst wolkenlos, dann bewölkt mit Sonne 20 °C
Der Campingplatz von Tärnaby war am Fluss gelegen und etwas ausserhalb der Stadt. Trotzt des Rauschens haben wir gut geschlafen. Nach dem Frühstück bei herrlichem Sonnenschein, gingen wir noch rund eineinhalb Stunden dem Fluss nach aufwärts spazieren. Der Weg war gesäumt von Blumen und verlief hauptsächlich im Wald. Es war erst Frühling in Lappland. Gegen Ende des Weges kam eine Hängebrücke über den Fluss
Nachdem wir wieder zurück im Wohnmobil waren, fuhren wir weiter in die Stadt. Es handelt sich um ein Skizentrum. Die ganzen Läden und Lifte waren aber ausser Betrieb oder geschlossen. Also zogen wir weiter nach Hemavan. Dies ist ebenfalls ein Skiort, der aber noch etwas belebter war. In einem Restaurant haben wir den Lunch genommen und sind dann den Berg hinauf gefahren zu einer Sehenswürdigkeit. Das Naturum ist eine erlebnisreiche Ausstellung über die schier unendlichen Weiten des hier angrenzenden Vindelfiäll eines der grössten Naturreservate Europas. Ebenfalls an dieser Stelle ist der Fjällbotanische Garten den nördlichsten der Welt. Im goldenen Turm ist ein anscheinend hervorragend gutes Samisches Restaurant. Leider konnten wir es nicht testen, da es natürlich geschlossen war. Wir mussten demzufolge zu Fuss durch den gut sortierten und markierten Garten zum Orchideensumpf. Aber auch hier war noch nicht viel zusehen. Wir ware rund drei Wochen zu früh vor Ort. Die Blumen waren noch nicht gespriessen, man sah nur die grünen Stengel. Die Aussicht von da oben rundherum auf die Berge und Seen war aber atemberaubend. Wir nahmen den Rückweg über die Skiliftstation zum Wohnmobil. Nun ging es weiter. Ein weiterer kurzer Halt ca. 3 km weiter. Ein Wildwasser unterquerte die Strasse. Blaues lupenreines Wasser kam von den Bergen und floss in den See. Nach weiteren rund 50 Kilometern machten wir nochmals einen kurzen Halt und spazierten rund 2 km über zwei Brücken, Wurzelpfaden und Klein-Birken-Wald dem Ufer des Gausjosjo entlang Richtung Samilager wo verschiedene Spuren von 1000 – 6000 Jahre alter Besiedlung entdeckt wurden. Der weg war uns ab er zu lag, sodass wir vorher umdrehten. Was uns nun erwartete ist unbeschreiblich. Wunderschöne Landschaften mit Seen, Wasserfällen und Bergen begleiten uns auf dem Weg nach Mo i Rama. Die Eindrücke kann man nicht beschreiben. Desshalb lasse ich einige Bilder dafür sprechen. Am Ende ging es rund 500 Meter abwärts auf Meereshöhe nach Mo i Rana.
Montag: 30.6.2014
Mo i Rana - Rognan
Gefahrene Kilometer: 161 km
Wetter zuerst wolkenlos, dann bewölkt einzelne kurze Schauern 22 °C
Mo i Rana ist eine Industriestadt mit 17‘000 Einwohnern zu ihr gehören grosse Eisen- und Stahlwerke. Dementsprechend ist es auch keine sehenswerte Stadt. Wir haben auf einem grossen Parkplatz nahe des Bahnhofes übernachtet. Es war zwar kein Durchgangsverkehr aber trotzdem war ziemlich viel Verkehr. Unsere Bedenken betreffend des Schlafes zerschlugen sich aber gegen Mitternacht wurde es merklich ruhiger, mit Ausnahme der Diesellock, die gegen 00.00 Uhr noch in den Bahnhof kam und einen ohrenbetäubenden Lärm machte. Gut ausgeschlafen konnten wir nach einem nur kurzen Fussweg die alte Stadt am Hafen besichtigen. Moholmen heisst dieser Stadtteil, der viele sorgfältig restaurierte und liebevoll herausgeputzte Holzhäuschen aus dem 17. Jahrhundert hat. Alle sind bewohnt. Am späteren Vormittag zogen wir weiter Nordwärts.
Eine wunderschöne Strecke durch das waldreiche Dunderlandsdalen immer dem Fluss Ranelva entlang. Eigentlich würde man gern am Fluss rasten aber es gibt keine Möglichkeiten. Wir verlassen das Dunderlandstal ziehen in Schleifen bergan, immer noch begleitet uns der Ranelva. Von Kilometer zu Kilometer wandelt er sich vom breitströmenden ruhigen Fluss in einen über Klippen und Felsklötze hinabstürzenden schäumenden und brausenden Strom. Das nächste grosse Ereignis steht uns noch bevor. Wir machen vor der Passstrasse noch kurzen Halt für Kaffee und Kuchen. Wir steigen nun auf knapp 700 m ü Meer. Ist eigentlich nicht viel wenn man an die Schweiz denkt. Hier wird aber schnell ersichtlich, dass die Bäume immer kleiner werden. Es gibt nur noch die kleinen verkrüppelten Birken. Später verschwinden auch diese. Dass im Winter hier oben extreme Bedingungen herrschen sieht man an den hölzernen Garagen die man über die Schienen gebaut hat. In ihnen kann man ganze Züge abstellen, wenn Schneestürme die Weiterfahrt unmöglich machen
Das Polarkreiszentrum wurde am 13. Juli 1990 gleichzeitig mit der neuen Streckenführung der E 6 über das Saltfjell offiziell eröffnet. Hier befinden Sie sich ca. 680 Meter über dem Meer an der Grenze zum Saltfjellet-Svartisen Nationalpark. Das Saltfjell zeichnet sich durch eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt und zahlreiche Angelseen aus.Das Polarkreiszentrum liegt an der E 6 mitten auf dem Saltfjell im Bezirk Nordland und ist durch diese Lage an der Hauptverkehrsverbindung zwischen Nord und Süd ein natürlicher Halt. Es ist auch wegen seiner der Landschaft angepassten Architektur sehenswert. Im Gebäude und in der Umgebung ist der Polarkreis deutlich gekennzeichnet. Wir haben Postkarten geschrieben und sind noch rund eine Stunde in der Umgebung spaziert. Es ist landschaftlich ein breites Tal mit Schneebergen rund herum. Keine Bäume aber immer noch Schneeflecken. Im Wohnmobil haben wir dann Mittag gegessen und sind am späten Nachmittag langsam gegen Rognan weiter gefahren. Die E6 führt uns entlang des Saltasalva weiter hinab ins Saltdal. Die schneebedeckten Gipfel links über uns gehören noch immer zu 1800 Quadratkilometer grossen Nationalpark Saltfjell. Auch hier immer wieder schöne Blicke zum tossenden Fluss der über Terrassen ins Tal zieht. Wir nähern uns Rognan am Meer. Die letzten Kilometer sind flach nachdem es zügig von 700 m auf ging. Wir erreichten die Stadt wo wie einen schönen Platz mit direkter Sicht auf das Meer und die untergehende Sonne geniessen.
Dienstag: 1.7.2014
Rognan - Moskenes
Gefahrene Kilometer: 161 km
Wetter wolkenlos, 22 °C
Ein schöner Tag erwartete uns. Heute geht’s auf die Lofoten. Der Tag begann unter idealen Bedingungen. Die Sonne schien aus einem wolkenlosen Himmel und die Temperaturen waren angenehm warm. Die Aussicht famos. Wir hatten einen Fjord vor uns mit glasklarem grünlich-blauen Wasser. Wir fuhren rund 60 km dem Fjord entlang, wobei die Strecke in den Fels rein gebaut ist. Es kommen auch immer wieder kürzere und längere Tunnels. Ein Strecke bei der man aufpassen musste vor lauter schauen nicht neben die Bahn zu kommen. Das Ziel vor Bodö waren noch die Saltstraumen. Rund 25 km vor Bodö drehten wir links ab und fuhren 12 km bis zu einer Verengung des Fjordes. Es ist ein Gezeitenstrom. Bei Ebbe und Flut strömt das Meerwasser wild strömend und gewaltige Strudel bildend durch die Meerenge. Es ist schon faszinierend wenn fast 400 Mio m3 Wasser sich im laufe der 6 Stunden durch die 3 km lange und 150 m Breite Meeresenge drängen. Der Strom erreichte ein Geschwindigkeit von 20 Knoten. Die Strudel haben einen Durchmesser von bis zu 10 m. Vier mal am Tag etwa alle sechs Stunden ändert der Strom den Gezeiten folgend seine Richtung und liegt dann kurze Zeit still da, bevor die Wassermassen mit voller Kraft in die andere Richtung fliessen. Das Wasser führt auch Nahrung für grosse Fischschwärme mit sich, und diese locken Meeresvögel und Fischer an. Ein Naturereignis dem man stundenlang zuschauen kann.
Saltstraumen
Noch 35 km bis Bodö. Wir fuhren die 12 km zurück und bogen wieder gegen auf E6 ein Richtung Bodö. Das Schiff um 15.00 Uhr konnten wir nicht mehr erreichen. Um 17.45 Uhr ging aber bereits das folgende was bei weitem nicht ausgebucht war. Es war eine schöne saubere mittelgrosse Fähre die uns in rund drei Stunden auf die Lofoten brachte. Auf der Fähre konnte ich die Zeit mit dem Fussballspiel Schweiz gegen Argentinien verkürzen. Die Kulisse der Inselgruppe die schon von weitem sichtbar war habe ich aber trotzdem genossen. So ging die Zeit schnell vorbei. Nach dem Verlassen des Schiffe steuerten wir sofort den Campingplatz neben der Schiffsanlegestelle an. Mit einem wunderbaren Blick Richtung Meer genossen wir den Rest des Abends.
Mittwoch: 2.7.2014
Moskenes – Unstad
Kilometer: 80 km
Wetter wolkenlos, 22 °C
Ich kann mir nicht erklären wie wir das verdient haben, aber heute ist bereits wieder wunderschönes und dazu noch warmes Sommerwetter. Nun sind wir endgültig auf der Lofoten Inseln (übersetzt Luchsfüsse) angekommen. Das war heute ein riesiges Erlebnis. Wir fuhren am Morgen zuerst Richtung Süden, was wir schon lange nicht mehr gemacht haben. Unser Ziel war die Ortschaft an der Südspitze der Insel Moskenesoya mit dem kürzest möglichen Namen A. Die Strasse führte uns entlang des Felsens auf schmalen Strassen zum Dorf. Es ist eine der wenigen alten Handelsorte der Lofoten, der in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb. Die Ausstellungen des Museum verteilen sich auf mehrere nahe beieinanderliegende historische Gebäude im Ort. Wer noch in den Kinderjahren Tran zu essen bekam konnte in einem Gebäude die Tranherstellung in Bildern und Gegenständen sehen. Man konnte auch Tran dass sehr viele Vitamine enthält dort kaufen. Im Lofoten Torrfiskmuseum, dem Trockenfisch Museum das einzigartig auf der Welt ist wird man in seiner eigenen Sprachen empfangen. Der Leiter des Museums spricht viele Sprachen. Ich konnte hören wie er mit sechs verschiedenen Sprachen die Besucher begrüsste und sich auch mit ihnen unterhielt. Hier kann man alles über die Herstellung den Verkauf des Trockenfisches informieren. Das ist Norwegens ältester Exportartikel. Man kann sehen mit welchen Gerätschaften und mit welchen Methoden Salzfisch, Klippfisch, Stockfisch in bester Qualität hergestellt wird. Man sieht wie man zwei und zwei zusammenbindet wozu die getrocknet bizarr wirkenden Dorschköpfe verwendet werden. Ein weiterer Spaziergang führte uns an das Ende der Insel wo man die beiden Nachbars-und Vogelinseln Vaeroy und Rost im offenen Atlantik sehen kann. Nach dem obligaten Kaffee und Kuchen in einer urtümlichen Bäckerei frisch ab Backofen ging es wieder zurück bis zu unserem Ausgangsort und von da an wieder Richtung Norden.
Eine atemberaubende Strecke führt uns nun den Fjorden entlang. An einer Stelle wird die Strecke neu gebaut. Wir mussten sicher eine halbe Stunde warten weil gesprengt wurde. Es ist alles Stein das gebohrt und gesprengt wird. Riesige Maschinen werden für diese Arbeit eingesetzt. Kurz danach einen Ausstellplatz mit Sehenswürdigkeit Symbol. Von da aus hat man einen atemraubenden Blick auf ein Dorf in einem Fjord mit bunten kleinen Fischerhäusern. Anstelle von vielen Worten lasse ich einige Bilder dafür sprechen. Die Vegetation änderte sich auch von mal zu mal. Zuerst steinige Abhänge bis ans Meer, dann Wiesenflächen mit Kühen, Hochlandrindern und Schafen. Wir haben dann einen Schlafplatz gesucht am Meer, damit wir den Sonnenuntergang ? sehen können. Wir sind fündig geworden indem wir 8 km von der E10 abwichen und eine wunderschöne Bucht fanden mit Blick aufs Meer. Es hat hier viele Surfer. Ich hoffe es reicht mit der Aussicht, da rechts von uns noch ein Fels ist.
Donnerstag: 3.7.2014
Unstad - Melbu
Kilometer: 219 km
Wetter anfangs wolkenlos, im Laufe des Tages starkbewölkt: 18-22 °C
Der Morgen war wieder wunderschön und bereits um 09.00 Uhr warm. Wir fuhren die 9 km wieder zurück auf die E 10. Nach wenigen Kilometern in Borg kam das berühmte Lofotr Wikingermuseum. Wie sich herausstellte war es gut besucht waren doch schon viele Wohnmobile und Autobusse auf dem Parkplatz versammelt. Trotzdem man merkte die vielen Leute nicht da die ganze Ausstellung auf einem grossen Gelände angesiedelt war. Man sieht einen schiffsähnlichen Bau bereits von der Strasse aus. Wenige Meter daneben ist die Wegkirche angesiedelt. 1983 brannte die alte Kirche, darauf wurde eine neue Mehrzweckkirche gebaut. Die Wegkirche hat ca. 10‘000 Besucher im Jahr und soll eine offene Kirche sein. Als Mehrzweckkirche hat sie Räumlichkeiten für eine vielseitige Nutzung. Es sind dies eine Gemeindesaal, ein viel genutztes Kaminzimmer, eine Küche und „man höre“ drei grosse Bombenzimmer im Keller. Auf die Instrumente und den Klang in der Kirche ist die Gemeinde besonders stolz. Die Orgel ist eine Ryde und Berg Orgel mit 18 Register die 1989 fertig wurde. Wegen der hervorragenden Akustik werden viele Konzerte in der Kirch gegeben. Es wurde gar gesagt, dass die Kirche der beste Konzertsaal Norwegens sei. Ein Paar Meter wieder zurück zum Museum und auf dem grossen Parkplatz das Fahrzeug abstellen. Bei der Ticketausgabe wurde man eingeführt in die Technik die man mitbekam. Ohrhörer und eine Stift wie eine Taschenlampe mit Knopf wurden benötigt, damit man die Beschreibungen in den verschiedenen Sprachen hören kann. An jeden Objekt hat es einen Sensor, der mit dem eigenen per Knopfdruck aktiviert wird, dann hört man die interessanten Erklärungen. Dazwischen wird noch ein Film gezeigt über die Wikinger mit Happy End. Wenn man aus dem Gebäude geht und etwas nach oben lauft sieht man ein grosses Schiffsartiges langes Gebäude. Mit 83m Länge ist es der grösste, jemals ausgegrabene und rekonstruierte Häuptlingshof. Im Wohnbereich kann man den Wikingern bei der Arbeit zu schauen. Zu guter letzte macht man noch einen 1.3 km langen Fussmarsch zum Fjord, wo ein rekonstruiertes Wikingerboot steht, mit dem man gemeinsam mit anderen Leute eine Runde rudern darf. Ich habe vom Ufer aus zugeschaut wie lange es dauerte bis die ganzen Ruderer synchron in die gleiche Richtung ruderten. Jedenfalls erreichten sie nach einer halben Stunde wieder den Heimathafen. Unser nächstes Ziel war dann Henningsvaer ein Fischerdorf
Der Weg zur Stadt, die auf einer Insel liegt führt über zwei grosse Spannbetonbrücken. Es sind eindrückliche Bauobjekte. Das Dorf ähnelt etwas Venedig. Die Häuser sind auf Holzpfählen ins Meer hinaus gebaut. Es gibt viele kleine Geschäfte und Fischbetriebe. Das gab mir das Zeichen in eine Fischbeiz zum Mittagessen zu gehen. Denn frischer bekommt man den Fisch kaum. Und er hielt auch was er versprach. Nach einem weiteren Bummel verliessen wir das Dorf und fuhren die 10 km wieder zurück bis wir die E10 erreichten. Wir wollten nun eigentlich einen gemütlichen Übernachtungsplatz suchen, fanden aber keinen. So fuhren wir um 21.50 Uhr noch mit der Fähre von Fiskebol nach Melbu. Die Fähre ist sehr kurz nur ca. 20 Minuten. Schon bei der Einfahrt sahen wir einige Wohnmobile auf der Molde stehen. Damit war unser Schlafplatz gesichert.
Freitag: 4.7.2014
Melbu - Sto
Kilometer: 119 km
Wetter anfangs bewölkt, im Laufe des Tages wunderschön: 18-22 °C
Nachdem es in der Nacht einmal kurz leicht geregnet hat war am Morgen rund herum alles wie mit Nebel verhangen. Wir haben gut geschlafen obwohl die Fähre und die Fischboote in der Nacht 200 m von uns entfernt in den Hafen einliefen. Das Motorengeräusch haben wir nicht mehr gehört. Von Westen her wurde es immer heller und die Wolken verzogen sich. Sehr schnell lichtete sich die Wolkendecke und die Sonne kam heraus. Wir blieben noch in Melbu und spazierten den Hang hinauf wo wir eine wunderbare Rundsicht genossen. Nach einem guten Stück Kuchen und Kaffee fuhren wir gegen Stockmarkes weiter.
Wir sind nun auf der Västeralen Insel. Nach wenigen Kilometern erreichen wir Stockmarknes. Hier ist übrigens eine der Haltestallen der Hurtigruten. Die Stadt gilt als eine der Gründungstätte der Hurtigruten. Aus diesem Grunde gibt es ein interessantes Museum, wo man aus der Frühzeit der Schiffe Bilder und auch Kabinen und Steuerraum inkl. Navigator besichtigen kann. Im Aussenbereich liegt ein altes Hurtigrutenschiff die MS Finnmarken auf Land, das man anschliessend auch begehen kann. Es ist etwas schade, dass man das Schiff verkümmern lässt ist es doch eine wunderschöne Erinnerung an die alten Zeiten. Während des Schiffbesuches kam gerade die MS Vesterälen zum anlegen und Post- Personen und Güter ein- und auszuladen. Mit diesen schönen Eindrücken fuhren wir weiter und kamen gleich zu nächsten Höhepunkt der heutigen Fahrt die beiden Brücken. Zuerst direkt in Stockmarknes überqueren wir die erste Spannbetonbrücke die hoch hinaus führt. Wenige Kilometer später dann das Bijou der Brückenbauerkunst. Im Hintergrund die bizarre Bergwelt im Vordergrund die grazile Brückenbautechnik. Gestützt auf 26 Pfeiler überspannt sie den Langoysund. Faszinierend in die Höhe zu fahren bis zum höchsten Punkt, dann wieder abwärts. Nächster Halt war Myre. Nach einem kurzen Spaziergang mussten wir feststellen, dass es hier nichts ausser dem Hafen zu besichtigen gab. Also fuhren wir weiter nach Sto. Was nun kam war allerdings absolute Spitze. Wir sind nun, hat man das Gefühl, am Ende der Welt. Eine wunderschöne eigentümliche Landschaft erwartete uns bis wir nach 12 km unseren Nördlichsten Punkt der Reise erreichten. Wirklich am Ende der Strasse war ein kleiner wunderschön gelegener Wohnmobilplatz mit herzigem Restaurant direkt am Meer. Sofort entschieden wir, hier werden wir zwei Tage verweilen und die traumhafte Aussicht auf den Atlantik geniessen. Wir haben die Möglichkeit verschiedene Ausflüge zu machen. Aber zuerst werden wir einmal die Mitternachtssonne Live erleben. Siehe Photos, die nach Mitternacht gemacht wurden.
Samstag: 5.7.2014
Sto
Kilometer: 0 km
Wetter traumhaft schön und warm: 22 °C
Gestern Abend haben wir uns entschieden einen Ruhetag einzulegen, obwohl wir es eigentlich nicht nötig haben. Aber der Ort ist so paradiesisch das es sich lohnt zu bleiben. Wir sind bis ein Uhr in der Nacht noch Draussen gewesen bei heiterem Sonnenschein wie die Bilder beweisen. So haben wir n am Morgen etwas länger geschlafen. Nach dem Frühstück mussten wir einmal das Wohnmobil aufräumen. Der Staubsauger den ich mitgenommen hatte wurde zum ersten Mal eingesetzt um den Sand aus allen Ritzen zu saugen. Jetzt sieht es wieder besser aus. Anschliessend wollten wir einen Spaziergang dem Fels entlang machen. Der Weg ist aber eher etwas für Berggänger mit guter Ausrüstung die wir nicht hatten. Trotzdem sind wir rund eine Stunde unterwegs gewesen bevor die heiklen Passagen kamen. Dann drehten wir um und liefen zum Wohnmobil zurück um die Seele etwas baumeln zu lassen, sprich in den Stühlen die Sonne anzubeten. Gegen drei benutzen wir die Gelegenheit, dass es hier am Ende der Welt beim Bobilcamp wie der Stellplatz auf Norwegisch heisst ein recht gutes Restaurant mit Fisch und Elch auf der Speisekarte. Genüsslich probierte ich Elch und Tuulia nahm die Fischsuppe. Nicht fehlen darf wieder der Kuchen mit Kaffee. Ach ja das habe ich noch vergessen zu sagen. Wir waren bereits vor dem Spaziergang kurz bei Kaffee und Kuchen. Nun ruhen wir uns aus und bereiten uns auf Morgen vor wo es weiter geht.
Sonntag: 6.7.2014
Sto – Evenes
Kilometer: 150 km
Wetter traumhaft schön und warm: 30 °C
Über Nacht ist es Sommer geworden. Wir haben so unglaublich das tönt eine Tropennacht verbracht. Ich habe geschwitzt und nicht gewusst warum. Als wir frühstückten war es bereits 24 °C. Leider mussten wir unseren schönsten Platz der Lofotenreise verlassen. Unser neues Ziel sollte Narvik sein, aber es kam anders. Zuerst der Reihe nach. Wir mussten zuerst wieder rund 15 km zurück fahren bis zur B820. Es war eine Stichstrasse nach Sto. Unterwegs traute ich meinen Augen nicht, als ich Kühe in einem Fjord stehen sah
Route
In Sortland trafen wir wieder auf die Hurtigrute und prompt war auch ein Schiff im Hafen kurz vor dem Auslaufen. Es war die Nordnorge. Wir sahen sie kurz nachher auslaufen mit der grossen Brücke im Hintergrund, die wir anschliessend überquerten. Die Hafengegend wird neu gebaut und es sind viele schöne blaue Häuser im Bau. Da wir kein Kaffee fanden das offen war (Sonntag) zogen wir weiter. Jetzt war wieder einmal Schiff fahren angesagt. Gemäss Fahrplan sollte das Schiff 12.30 Uhr dann erst wieder 14.30 Uhr gehen. Wir waren 13.00 Uhr da und hatten demzufolge Zeit um zu Essen. Tuulia kochte das Mittagessen. Schon nach kurzer Zeit sahen wir aber das Schiff kommen und mussten demzufolge etwas pressieren mit dem Essen. Wir waren gerade fertig, als wir auffahren konnten. Rund 30 Minuten dauerte die Überfahrt von Flesnes nach Revnes. Da gab es natürlich Kaffee und ?????. Richtig Kuchen. Der Gulesfjoreden war landschaftlich wieder eine Augenweide. Schneebedeckte Bergen, blaues Wasser und wunderbares Licht, machten auch diese Fahrt zum Erlebnis. Die Schiffe sind alle sehr gepflegt.
In Harstad machte wir unseren nächsten kurzen Halt. Rund 16 km nach der Brücke kommt ein weiterer Straumen. Das Wasser floss aber nur langsam unter der Brücke durch, sodass wir weiterfuhren. Es ging immer dem Fjord entlang. Nördlich von Borkenes öffnet sich der Kvaefjord herrlich weit und wir sehen hinüber zum Nachbarufer und schlussendlich bis zur Vesteräleninsel Andoy und schlussendlich in Meer hinaus. Harstad soll das kulturelle Zentrum Nordnorwegens sein. Kurz vor der Stadt biegen wir links ab Richtung Trondenes. Vor der Kirche parkieren wir und besuchen die mittelalterliche Steinkirche aus dem Jahre 1250. Hier wurden die ersten Christen in Nordnorwegen getauft. Weniger friedlich ging es auf den Höhen zu und her. Neben der Kirch stehen die Reste eines grossen Kriegsgefangenenlagers der Deutschen. Zwangsarbeiter mussten unter widrigsten Verhältnissen das Lager aufbauen Die Festung war Bestandteil von Hitlers Festung Norwegen. Die Nazis betrachteten die slawischen Menschen als Untermenschen. Geringe Essensrationen, elend schlechte Unterkünfte hatten in den Wintermonaten 1942/43 für viele der Gefangenen fatale Folgen. Junge Männer starben infolge Erschöpfung, Krankheit und Misshandlung. In den ganzen Anlagen waren bis 1200 Personen in engen Hütten untergebracht. Harstad liegt in der Provinz Troms. Mit 23‘000 Einwohnern liegt sie an der Nordküste der Insel Hinnoy, Norwegens grösster Insel. Heute sind Werftbetriebe, Handel, Fischverarbeitung und die Versorgung der Nordseeölindustrie wichtige Wirtschaftszweige. Nach einem kurzen Abstecher in Strandcafe, falsch nicht zum Kuchen und Kaffee sondern zum Eis, Tuulia natürlich mit Kaffee zogen wir weiter gegen Narvik. Aber soweit sollte es nicht kommen. Wir überquerten unsere letzte grosse Brücke über einen Fjord. Die Aussicht links und rechts war grandios. Kurz danach sahen wir eine Tafel Sami Museum. Wir folgten diesem Weg und kamen zu einem traumhaften Stellplatz direkt am Fjord, wo wir nun zuerst einmal übernachten.
Montag: 7.7.2014
Evenes - Björkliden
Kilometer: 178 km
Wetter traumhaft schön und heiss: 30 °C
Wir verliessen unseren Traumplatz und fuhren die 4 km wieder zurück auf die E10. Nur wenige 100 m nachher bereits ein Abzweiger zum Sami Museum in Galogiedde. Nach rund 5 km kam der Parkplatz von wo aus man zu Fuss noch rund 300 m steil aufwärts laufen musste. Schlussendlich landeten wir an einem wunderschönen Ort hoch über einem See, rundherum Wälder und Wiesen. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Hier oben war eine Ansammlung von Gebäuden die mit einem Deutsch geschriebenen Prospekt gut erklärt werden. Das Haupthaus wurde 1895 gebaut. Das Haus hat eine Wohnstube, eine Küche, eine Kammer und einen Dachboden. Die Wohnstube war grosse Teile des Jahres geschlossen, den Kindern war es nicht erlaubt dort zu spielen. Nur für Feierlichkeiten oder wenn jemand zu Besuch kam wurde sie geöffnet. In der Küche fand das ganze Leben statt. Die Kammer gehöre den Eltern. Hier schliefen sie und der Mann gebrauchte den Raum, wenn er die Bibel studierte. Weiter kann man einen ausgestopften Luchs bewundern, der da oben geschossen wurde. Im Gebiet um den Hof jagt der Luchs heute noch Füchse und anderes Kleinwild, aber er reisst auch Weidetiere wie Rentier und Schaf. Man kann noch ein sog. Lavvu (Samenzelt) besichtigen. Das Gebiet der Gallogiedde war für die Samen die Sommerweise. Die damaligen Lavvu waren ausgekleidet Felldecken, sowohl am Boden wie auch an den Wänden. Untger den Felldecken am Boden liegt eine dicke Schicht Birkenreisig, die gegen Kälte schützt. Dann gab es noch eine Gamme (Erdhütte). Diese Gamme wurde im Jahr 1991 wieder aufgebaut aus den Ruinen der alten. Sie diente Menschen und Tieren als Behausung. Eine Studentin machte auch Führungen und Kaffee mit Waffel. Im Freien bei schon recht warmen Temperaturen genossen wir diese im Schatten.
Nun zogen wir weiter Richtung Narvik. Wir fuhren weiter dem Otfjord entlang und sahen wieder die umliegenden Berge mit Schnee. Eine wunderschöne Strecke, die aber nun schon recht Verkehr hatte und alle Aufmerksamkeit brauchte. Kurz vor Narvik kam dann doch nochmals eine wunderschöne Seilbrücke mit traumhaftem Ausblick auf beide Seiten des Fjordes. Narvik ist eine Industriestadt. Viel Hektik aber wenig zu sehen. Die Verladestationen der Erzzüge von Kiruna haben eine imposante Grösse. Die Stadt hat 18‘000 Einwohner und einen grossen ganzjährig eisfreien Erzhafen. Narvik verdankt seine Entwicklung und Bedeutung hauptsächlich den reichen Erzvorkommen im schwedischen Kiruna. 1883 wurde extra für den Transport des Erzes eine Eisenbahnlinie von Kiruna nach Narvik gebaut. Die nach 9 Jahren schwierigem Trassebau eröffnet wurde. Zwischenzeitlich gehören die Hafeneinrichtungen für die Erzverladung zu den modernsten der Welt. Jährlich werden heute 25 Mio Tonnen Erz verladen. Mehr dazu in den nächsten Tagen wenn wir die Minen besichtigen werden. Um einen schönen Überblick über die Stadt und die Verladekai zu erhalten stiegen wir in eine Gondelbahn und überwanden 650 Höhenmeter zu einer grandiosen Aussicht auf Stadt und den Otfjord sowie die zum Teil noch schneebedeckten Berge rundherum. Die Kabine glich einer Sauna. Die Sonne schien direkt in die geschlossene Gondel, wo man keine Fenster öffnen konnte. Ich war froh als wir oben ankamen und war tropfnass geschwitzt. Norwegen ade, es war eine wunderschöne Zeit mit den Bergen den klaren Wassern, Bäumen und Fjorde. Wir hatten die anderthalb Wochen traumhaftes Wetter wie man es sich wünscht. Nun fuhren wir wieder Richtung Schweden. Die Strecke führte immer aufwärts, langsam aber stetig. Auf der Passhöhe hatten wir knapp 2000 m überwunden. Die Landschaft unbeschreiblich. Fels, Feld, kleine Bäume, Felsbrocken usw. In einer Harmonie zum träumen. Ich habe noch nie eine so schöne Strecke befahren. Nach mehreren Kilometer flachem Hochtal ging es dann langsam bergab mit Blick auf einen rieseigen blauen See, rundherum bewachsen mit Bäumen und flankiert wieder mit hohen Bergen. Wir haben zuoberst die Grenze zu Schweden überschritten. Es hat zwar ein Zollgebäude aber keine Seele. Nun haben wir einen Campingplatz oberhalb des Sees gefunden an einem Skiressort gelegen. Stündlich hören wir die Erzzüge vorbeirattern. Auch diese haben übrigens die gleiche Strecke wie wir bewältigt. Ich hoffe es geht mit dem Schlaf.
Dienstag: 8.7.2014
Björkliden - Kiruna
Kilometer: 130 km
Wetter traumhaft schön und warm: 28 °C
Ja wir haben wieder aller Erwartungen gut geschlafen. Heute war Wandern angesagt bis die Füsse schmerzten. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg um der Bahnlinie entlang zu laufen. Der Weg verlief im Wald mit schönen Blumen an den Rändern und den verkrüppelten Birken links und rechts. Nach etwa einer Stunde drehten wir dann wieder um du kehrten zum Wohnmobil zurück. Zum Auschecken mussten wir wieder zum Hotel rauf fahren. Dort sahen wir einen Weg bergauf zu einem Golfplatz und weiter auf den Berg, wenigstens ein Teilstück. Es ist eigentlich leicht zu laufen, es geht immer etwas bergauf mit einer wahnsinnigen Bergkulisse und wenn man sich umdreht sieht dem riesigen Torneträsk, ein See mit immensen Ausmassen. Beim Aufstieg kamen wir auch an einem Wasserfall vorbei, wie es viele gibt auf dieser Strecke. Immer wieder kann man sich begeistern wie das Wasser Ungestüm zwischen den Felsen schlussendlich in den See fliesst. Nach dem rund zweistündigem Fussmarsch kehrten wir ins Hotel (Rezeption) des Campingplatzes zurück und benutzen die Gelegenheit, da es bereits ein Uhr war zum Mittagessen bei grandioser Aussicht. Anschliessend fuhren wir auf der E10 weiter Richtung Narvik. Kurze 10 km nach dem Start war schon wieder ein Naturschutzgebiet. Abisko. Dieses besteht aus einem von den Innlandeismassen geformtes Gebirgstal. Der Abeskoeatnu rauscht im Schiffer- und Kalkklippen dahin und bildet schliesslich ein vogelreiches Delta im Torneträsk. Im Park kommen die meisten Gebirgspflanzen vor, darunter Silberwurz, Lappland Alpenrose, Vierkantige Schuppenheide und stengelloses Leimkraut an kalkreichen Hängen, so wie Alpen-Milchlattich und Trollblumein Bergbirkenwäldern. In den beiden Nationalparks (es gibt ein weiteres gegen die Berge) sind neben Elch auch Bär, Luchs und Vielfrass zu Hause. Im Abiskogebiet wurden 213 Vogelarten gezählt. Von all dem haben wir leider, oder vielleicht glücklicherweise nichts gesehen. Wir sind dem Fluss entlang gewandert etwa 4 km, was meistens im kurzen Birkenwald stattfand. Es war auch gut so, da die Sonne immer noch heiss herunter schien. Es war heute aber etwas besser, da immer ein schöner Wind blies. Die Samen nutzen das Torneträsk Gebiet schon seit Jahrtausenden – früher als Jagdrevier, dann als Weidefläche für die Rentierzucht. Der Nationalpark Abisko ist das Kerngebiet der Rentierzuchtvereinigung Gabna. Die Rentierklber finden auf den frühzeitig schneefreien Weiden reichhaltiges Futter. Das Torneträsk Gebiet ist seit langem Abziehzungspunkt für Naturforscher. Die Stadion ist ein Eckstein der internationalen Gebirgs- und Umweltforschung, in deren Rahmen auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die arktische Landschaft untersucht wird. Nach dem wir im Naturum zurück waren besuchten wir noch die Ausstellung und das Kaffee. Die letzten 80 km fuhren wir dem Torneträsk entlang der beinahe bis nach Kiruna reicht. Immer rechts von uns das Trassee der Erzbahn. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir den schönen Campingplatz in Kiruna.
Route
Mittwoch: 9.7.2014
Kiruna - Vittangi
Kilometer: 130 km
Wetter traumhaft schön und warm: 28 °C
Kiruna liegt zwischen den beiden Erzbergen Kiirunavaara (749 m ü. NN) und Luossavaara (729 m), wo hochwertiges Magnetiteisenerz mit 60 bis 70 Prozent Eisengehalt gefunden wurde. Westlich der Stadt befindet sich der See Luossajärvi. Die Stadt liegt nördlich des Polarkreises. Die Mitternachtssonne scheint von Juni bis Juli 50 Tage ununterbrochen. Im Winter herrscht zwanzig Tage Polarnacht: vom 12. bis einschließlich 31. Dezember steigt die Sonne nie vollständig über den Horizont. Im Sommer betragen die Temperaturen in Kiruna zwischen 8 und 16 Grad (im Juli). Die Winter sind kalt, die Temperaturen liegen zwischen -9 und -15 Grad (im Januar). Darüber hinaus kann es bei klaren, windstillen Nächten bis unter -30 °C gehen. Jährlich werden 26 Millionen Tonnen Roherz aus der Grube gefördert, mit dem Ausbau der neuen Hauptsohle auf −1365 Meter soll ab 2013 die Produktion auf 33 Millionen Tonnen Roherz erhöht werden können. Aus dem Roherz werden 19 Millionen Tonnen Fertigprodukte hergestellt, wobei der größte Teil als Pellets versandt wird. Für den Transport zu den Häfen Narvik und Luleå wird die schwedische Erzbahn benutzt.
Heute war einmal technisches Verständnis gesucht. Desshalb machte ich mich alleine an die Besichtigung er Erzgruben. Im Touristbüro konnte man eine Besichtigung buchen. Start für mich war 13.00 Uhr und die Dauer der Führung 2 3/4 Stunden. Wir stiegen in einen grossen Bus ein, der uns direkt in den Berg führte. Die Strasse war zweispurig, dunkel ohne eine Lampe und in der Mitte waren auch noch Strassenarbeiten im Gange. Es wurde gefrässt und ein neuer Deckbelag eingefügt. Zudem herrschte starker Gegenverkehr von vollbeladenen LKW’s. Eine Kunst hier die Übersicht zu halten. Wir fuhren 3.5 km in den Berg immer abwärts. Unten angekommen hiess es aussteigen und die Führung konnte beginnen. In grossen Kavernen werden viele Informationen gezeigt und mit der Erklärung der jungen Frau vertieft. Am Ende gibt es noch ein Museum von der Gründerzeit bis heute. Da kann man auch sehen, dass Kiruna in 20 Jahren nicht mehr am gleichen Ort stehen wird. Die Stadt muss dem Bergbau weichen. Das Eisenerz in Kiruna gehört zu den reichsten Funden der ganzen Welt. Die gigantische Magnetiterz Platte die hier seit 2 Milliarden Jahren ruht, beeinflusst das ganze Leben von Kiruna. Beim Eisenerzvorkommen das in Kiruna abgebaut wird, handelt es sich um den grössten zusammenhängenden Eisenerzkörper der Magnetit durchzieht das Erdreich schräg gegen Osten gerichtet, in Nord-Süd Richtung. Das ist das Verhängnis der Stadt. Es geht genau in dieser Richtung. Das derzeitige Hauptniveau liegt auf 1045 m unter dem Gipfel des Kiirunavaara. Ein wichtiger Teil der Anlage ist die Eisenbahn die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Damals arbeiteten 5000 Männer vier Jahre lang am Bau der 180 km langen Bahn nach Narvik, dem eisfreien Hafen. Das Eisenerz wird in Selbstentladewagen transportiert, die leer 20 Tonnen wiegen und mit 80 Tonnen Erz beladen werden können. Die Züge bestehen aus 52 Wagen und wiegen somit 5200 Tonnen. Wegen des hohen Zuggewichts sind die Wagen mit SA3-Mittelpufferkupplungen (Klauenkupplung) sowjetischer Bauart ausgerüstet. Sie verkehren beladen mit 50 km/h und leer mit 60 km/h. Nochmals zurück zum Erz. Im Berg wird jeweils in der Nacht zwischen ein und zwei Uhr gesprengt wo sicher keine Personen mehr am Arbeiten sind. Das gesprengte Material wird mit Dumper die 10 m3 Gestein laden auf Züge verladen, die wiederum in Silos entladen werden. Das sind bis zu 30 Tonnen Gestein. Anschliessend wird es auf max. 10 cm grosse Stücke gebrochen. Die weiteren Behandlung erspare ich mir bis dann runde Eisenhaltige Kugeln entstehen, die mit den Zügen rund 180 km nach Narvik transportiert werden, wo sie in Silos abgelassen und anschliessend mit Förderbändern auf Schiffe verladen werden.
Am späten Nachmittag fuhren wir weiter südöstlich gegen Tornio. Wenige Kilometer nach Kiruna bogen wir links ab und besuchten noch Jukkasjärvi am Torneälven. Im Winter ist die Ortschaft ein Wintersportzentrum mit dem berühmten Icehotel. Wir haben leider nur noch den letzten übrig gebliebenen Eisbrocken angetroffen. Jedes Jahr beginnt gegen Ende Oktober der Bau des Hotels. Mit Radladern und Schneekanonen wird Schnee auf Stahlschalungen aufgetragen, die nach zwei Tagen entfernt werden können. Mit dieser Bauweise werden mehrere nebeneinanderliegende tunnelartige Spitzbogengewölbe errichtet. Das größte ist 5 Meter hoch und 6 Meter breit, es wird zusätzlich von Säulen aus Eisquadern abgestützt. In ihm ist die Eingangshalle und die Bar untergebracht. Weitere kleinere Tunnel werden für die Schlafzimmer und Korridore errichtet. Die Raumabgrenzungen innerhalb der Tunnel werden mit Schneeblöcken aufgemauert, die Fenster werden von klaren Eisquadern gebildet.Alle Innenräume sind mit beleuchteten Skulpturen und Gegenständen aus Eis eingerichtet. Dieses wird jeweils im Frühjahr aus dem Tornefluss gewonnen. Das klare Wasser ergibt zusammen mit der starken Strömung besonders klares Eis, das von Traktoren mit speziellen Sägen aus dem Fluss geschnitten wird. Die so gewonnenen 4.000 Tonnen Eis (in 2-Tonnen-Blöcken) werden über den Sommer in einem Kühlhaus aufbewahrt. Das Gebäude wird Icehotel Art Center genannt und enthält neben dem Eislager auch eine Ausstellung mit einigen Skulpturen vom Eishotel der vergangenen Saison.
Es ist auch das Samizentrum mit einer Ausstellung über das Leben der Nomaden. Es sind auch einige Rentiere in den typischen Holzabsperrungen zu besichtigen. Das Zentrum war aber leider schon geschlossen. Dafür hat es nebenan noch eine schöne kleine Holzkirche zu besichtigen. Wir haben im Restaurant direkt am breiten Fluss noch kurz Kaffee und Kuchen zu uns genommen und sind dann weiter gezogen
In Vittangi sahen wir einen Wegweiser zu einem Campingplatz direkt am Fluss. Es war herrlich warm und man konnte die Füsse im herrlichen Nass kühlen. Die Sonne wie immer hoch am Horizont habe ich noch den zweiten Halbfinal Holland gegen Argentinier geschaut. Die ganze Zeit kämpfte ich mit Mücken, die mich angreifen wollten. Gleich erging es Tuulia im Bett. Wir hatten Unmengen an Blutrünstigen Läppischen Stechmücken im Wohnmobil und wussten nicht woher. Die ganze Nacht war ein Kampf zwei gegen hunderte. Das schlimme war es wurden nicht weniger. Irgendwo wussten sie eine Lücke um uns zu ärgern. So ging das die ganze Nacht, wir fanden kein Rezept Abhilfe zu schaffen. Kaum abgelegen surrte es wieder. Um 04.30 Uhr gaben wir den Kampf auf. Wir verabschiedeten uns vom schönen Campingplatz und zogen einige Kilometer weiter auf einen Parkplatz bei einem Naturpark. Nachdem wir nochmals Ordnung gemacht haben und Kampfspuren der vergangenen Nacht beseitigt hatten legten wir uns um 07.00 Uhr zum Schlafen.
Freitag: 11.7.2014
Pavoo - Kemi
Kilometer: 130 km
Wetter weiterhin schön und angenehm, mit Wind: 26 °C
Die Nacht verlief ruhig und praktisch ohne lästige Mücken. Unser System hat funktioniert. So haben wir, da wir einmal früh zu Bett gingen, die fehlenden Stunden wieder aufgeholt. Ein weiterer schöner Morgen erwartete uns. Blauer Himmel und angenehme Temperaturen mit einem leichten Wind verschönerten das Morgenessen. Wir haben anschliessend einen kleinen Spaziergang dem Torniojokki entlang gemacht. Nachdem wir lange Zeit dem Torneälven nachgefahren sind ist dieser nun in den Torniojokki geflossen, der von Kilpisjärvi her bereits 500 km unterwegs ist. Der Fluss bildet die Grenze zwischen Schweden und Finnland. Er ist stellenweise 2.5 km breit. Da, wo wir nun sind, ist er gerne 500 m breit. Im Fluss sind viele Lachse, desshalb hat es auch an jeder Ecke in den Gebüschen Fischer. Das Ufer hat flache Steinplatten die eine gute Plattform zum Fischen bieten. Wir haben eine Weile den Fischern zugeschaut aber keiner hatte Erfolg. Gegen Mittag sind wir dann weiter Richtung Kemi gefahren.
Wenige Kilometer später in Aavasaksa bogen wir zu einem Aussichtspunkt ab. Nach 4 km ging es wieder links den Berg hinauf. Nach 200 m Höhendifferenz hatten wir einen einmaligen Ausblick auf den Fluss und die ganze Gegend. Zu Fuss ging durch einen lichten Kiefernwald der zwischen Steinen wuchs. Die Bäume hatten teilweise merkwürdige Wachsarten wie die Bilder zeigen. Sie sind geprägt durch Sturm und Schnee haben sich aber der Natur angepasst und sind über 200 Jahre alt. Der Weg wurde mit Holzbohlen gesichert damit er gut zu laufen ist und führte uns auf den höchsten Punkt. Dort war ein Näkitorni (Aussichtsturm) wo man Rundsicht auf die wunderbare Gegend hatte
Nach der Rückkehr zum Wohnmobil haben wir im kleinen Restaurant Renntierfleisch gegessen. Nach einem kleinen Schwatz mit dem Besitzer machten wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Ziel Kemi. Bei einem weiteren Zwischenhalt in Tornio haben wir den Bottnischen Meerbusen erreicht und sehen nun wieder Meer.
Donnerstag: 10.7.2014
Vittangi - Pavoo
Kilometer: 310 km
Wetter traumhaft schön und warm: 26 °C
Gegen 12.00 Uhr haben wir uns einigermassen von der Nacht erholt. Jetzt gab es endlich in Ruhe Frühstück. Anschliessend fuhren wir weiter dem Torneälven entlang, der einmal See war dann wieder Fluss Er war aber immer mindestens 300 m breit aber sehr flach, sodass es immer wieder zu Stromschnellen kam, wenn grössere Steine zu überwinden waren. Wir sind ziemlich viel gefahren am Nachmittag, weil es auf der Strecke ausser Natur nichts zu besichtigen gibt. Wir haben am späteren Abend auch den Arctic Circle überschritten und müssen uns nun damit abfinden, dass es am Abend wieder dunkler wird. Wir sind von Vittangi die B 395 gefahren. Immer wieder haben wir kilometerlange Abschnitte mit Baustellen durchfahren müssen. Da der Strassenbau etwas anders aussieht als bei uns, sind diese Abschnitte teilweise nur im Schritttempo zu bewältigen. Immer wieder hat es uns durchgeschüttelt und damit die Tassen und Teller klimpern lassen. So teilweise im Schritttempo mit 20 – 30 km in der Stunde kommt man nicht weit. Dazu ist es zermürbend den ganzen Löchern ausweichen zu müssen was volle Konzentration erfordert. Bei Pello haben wird die Grenze zu Finnland durch überqueren der Brücke über den Torniojokki erreicht. Nun sind wir auf einem kleinen Campingplatz direkt am Fluss wiederum mit Mücken. Wir haben aber vorgesorgt und weitere Netze besorgt mit Klettverschlüssen um die kritischen Stellen doppelt zu sicher. Bis jetzt hält die Vorsorge. Zeit: 21.30 Uhr.
Bei einem kleinen Spaziergang durch die recht grosse Stadt sahen wir „unseren“ Fluss in das Meer münden. Nach einer kurzen Shoppingtour haben wir unseren Kühlschrank wieder aufgefüllt und ich habe die lange gesuchten kurzen Stiefel gefunden und gekauft. Wenige Kilometer noch und wir haben wieder einen wunderschönen Platz am Meer gefunden. Nach dem Nachtessen im eigenen Hause machten wir noch einen kleinen Spaziergang dem Strand entlang. Aber erst die Arbeit dann das Vergnügen. Nachdem wir vor einer Woche das Wohnmobil entstaubten war nun die Wäsche dran. Auf dem Platz hatte es eine Waschmaschine die Tuulia bediente und uns wieder auf Vordermann brachte. Die Markise war der ideale Ort um Wäsche zu trocknen. Nachher ging‘s los. Ein wunderschöner Badestrand war das erste was wir sahen. Weiter kamen wir zum Gasthafen. Da ging der Bär ab. Es ist Freitagabend und die Leute gehen ans Meer feiern. Massenweise Junge Leute sassen ganz vorne am Meer beim diskutieren und Lapin Kulta trinken, was ich übrigens am Mittag gemacht habe. Sie bewunderten die Sonne die langsam sich der Meeresoberfläche näherte aber nicht verschwand. Alle Restaurants waren voll, die Leute genossen den Abend draussen. So endete der heutige Tag wie die letzten ohne Nacht.
Samstag: 12.7.2014
Kemi - Hailuoto
Kilometer: 140 km
Wetter: schön warm 24 °C
Wir haben wieder lang geschlafen und nach dem Frühstück einen ausgedehnten Spaziergang in die Stadt gemacht. Es ist nicht viel los, da in der Sommerzeit alle Leute in ihren Ferienhäusern sind. Auf dem Marktplatz in der Stadt hatte es nur einen Minimarkt bestehend aus zwei Ständen mit Beeren und Gemüse. Wir kauften Erdbeeren für den Abenddessert und im Lebensmittelladen geräucherten Lachs.
Als wir zurückliefen konnten wir noch einen nationalen Fischwettkampf erleben. Wer m meisten Fische gefangen hatte gewann einen Pokal. Dazu musste man die in den Plastiksäcken aufbewahrten Fische wiegen lassen. Dazu hiess es anstehen in der Kolonne. Am früheren Nachmittag fuhren wir weiter Südwärts. Bei einem Zwischenhalt an einer Raststätte mit Badanschluss konnte ich den Vogel im Wasser aufnehmen. Wie er heisst muss ich erst noch evaluieren. Ein weiterer Zwischenhalt machten wir an einem grossen Fluss der den Weg kreuzte. Dabei haben wir eine schöne Kirche, aber nur von Aussen gesehen. Nebenan war noch ein Freiluftmuseum, das aber leider schon geschlossen hatte.
Weiter ging die Fahrt an Oulu vorbei Richtung Hailuoto eine vorgelagerte Insel von Oulu. Diese konnte man nur mittels Fähre erreichen. Rund 30 Minuten dauert die Überfahrt und ist zudem kostenlos. Alle gelben Fähren gehören zu den Strassen und fahren hin und her und bringen die Autos und Personen auf die andere Seite. Nach einer halben Stunde Wartezeit ging dann drauf. Anschliessend mussten wir auf der Insel immer geradeaus fahren bis ans andere Ende. Dort war der Campingplatz. Am Abend habe ich noch Brasilien gegen Holland geschaut. Da wir nun wieder eine Stunde vor sind habe ich zuerst zu früh eingestellt und gestaunt, warum es noch nicht los geht. Wegen der Zeitverschiebung wurde es ein Uhr bis wir ins Bett gingen. Es war aber immer noch Taghell.
Sonntag: 13.7.2014
Hailuoto
Kilometer: 0 km
Wetter: schön warm 24 °C
Hailuoto schwedisch Karlö, ist eine Insel im Bottnischen Meerbusen westlich der Stadt Oulu. Sie hat einen Durchmesser von ca. 35 km und wird von 989 Menschen bewohnt (Stand 31. Dezember 2012). Hailuoto bildet eine eigene Gemeinde der finnischen Landschaft Nordösterbotten. Die Insel ist etwa zu einem Drittel Vogelschutzgebiet. Sie ist vom Festland mit einer zum allgemeinen Straßennetz gehörenden und deshalb kostenfreien Fähre von dem Reisehafen Riutunkari in Oulunsalo zu erreichen. Von November bis April ist die See zugefroren und man kann ca. von Dezember bis März auch auf einer amtlich geprüften Eisstraße zur Insel fahren. Hailuoto ist heute die einzige ganzjährig bewohnte finnische Insel nördlich von Åland, die keine feste Verbindung mit dem Festland hat.
Die natürliche Vegetation der Insel besteht hauptsächlich aus Kiefern und Birken und ist durch den sehr geringen Niederschlag (ca. 300 mm im Jahr) ziemlich begrenzt. Die lichten Nadelwälder von Hailuoto bieten jedoch einen guten Boden für Naturbeeren. Der reine und wegen Trockenheit an Pflanzen arme Sandboden ermöglicht auch den Wachstum der Flechte. Wir haben den Tag genutzt die schöne Insel zu erkunden und haben einige Kilometer zu Fuss durchforstet.
Nebenbei gesagt. Ich habe mir noch einen neuen Stromgenerator angeschafft
Montag: 14.7.2014
Hailuoto - Kalajoki
Kilometer: 220 km
Wetter leicht bewölkt und heiss: 30 °C
Nach zwei geruhsamen Tagen auf der Insel Hailuoto fuhren wir die 30 km wieder zum Fähranlieger. Wir sahen gerade noch das Schiff auslaufen als wir ankamen. Dies erlaubte uns einen Kaffee zu genehmigen mit einem süssen Gebäck. 30 Minuten später waren wir aber die ersten die rauffahren durften. Nach der 30 Minuten Überfahrt fuhren wir weiter Richtung Raahe. Wir durchqueren nun eine ganz andere Landschaft als in den letzten Wochen. Der Weg dem Meer entlang ist ansonsten sehr eintönig, da die Strasse immer geradeaus führt und flankiert von Bäumen ist. Das Meer sieht man nur selten. Dafür kommen als Abwechslung riesige Korn-, Kartoffelfelder und Landwirtschaft mit Kühen
In Liminka wurden wir durch eine Tafel auf ein Naturreservat aufmerksam. Also kurz abbiegen und parkieren. Zu Fuss liefen wir einen Weg Richtung Meer. Am Ende des Weges gab es eine Beobachtungsstation für Vögel. Man konnte weit sehen, da es sehr flaches Land war, im Meer waren gar einige kleine Inseln auszumachen. Vögel habe ich nicht gesehen, dafür drei Entenfamilien. Es ist jetzt natürlich auch nicht Zeit der Vogelwanderungen. Weiter führte unsere Reise nach Raahe. Wir machten einen kurzen Spaziergang durch einen Teil der Stadt der noch alte Häuser hat. Es wurden auch neue gebaut, aber im gleichen Stil wie die bestehenden. Nach dem kurzen Halt ging es weiter. Nach weiteren 60 km erreichten wir Kalajoki. Dies ist die Sommerurlauber Hochburg von Finnland. Hiekkassärkät, die Sanddünen von Kalajoki, die nördlichsten der Welt sagt man. Es erinnert einem etwas an Italien. Ein unübersichtliches Konglomerat von Urlaubindustrie hat sich in den letzten Jahren breit gemacht. Ferienhäuser, Hotels, Spassbad alla Alpamare, Animationen für jeden Geschmack und natürlich ein Meer mit einem unendlichen Sandstrand. Wir stehen auf einem Campingplatz mit vier Sternen und 1200 Stellplätzen. Wir haben uns installiert und sind ein wenig die Umgebung erkunden gegangen. Kaum eine halbe Stunde später kam ein heftiges Gewitter, dass rund eine Stunde andauerte und den ganzen Platz unter Wasser setzte. Es hat überall grosse Pfützen. Als der Spuk vorbei war, war auch die Temperatur wieder normal bei 20 °C. Nach dem selbstgemachten Abendessen gab es noch einen kurzen Spaziergang, ehe es bereits wieder Mitternacht aber immer noch hell ist.
Dienstag: 15.7.2014
Kalajoki - Larsmo
Kilometer: 110 km
Wetter leicht bewölkt am Nachmittag wieder heftige Gewitter: 24 °C
Beim Aufstehen erwartet uns wieder ein wunderschöner Tag. Nach dem Frühstück genossen wir die Meersicht mit den riesigen Dünen. Wir machten einen Spaziergang der Küste entlang. Die Füsse im seichten Wasser liefen wir rund 2 km dem Strand entlang. Es gab eine Sanddüne quer im Meer, wo man rund 500 m rauslaufen konnte. Sie war nur wenige Meter breit. An der Spitze wenige Zentimeter. Nach runde 2 ½ Stunden entdeckten wir ein Strandrestaurant oberhalb der Dünen. Da kann man sicher gut Kaffee und Kuchen geniessen. Wir trafen aber ein bestens sortiertes Lunchbuffet an was uns von den ungesunden Süssigkeiten abhielt. Der Ausblick beim Essen war traumhaft. Nach der Rückkehr zum Wohnmobil leerte ich noch alle Tanks und füllte den Frischwassertank.
Gegen drei Uhr fuhren wir los Richtung Kokkola. Ich erwartete eigentlich eine langweilige Fahrt auf der E-8. Die Strasse verläuft immer geradeaus, keine Sicht auf das Meer. Aber was war das ? Links von mir rauschten eine ganze Serie alter Traktoren vorbei. Kurz zuvor habe ich eine Tafel von einem Museum gesehen. Blinker raus und mal nachschauen was da geboten wird. Die vielen Autos die da parkiert waren deuteten auf etwas Interessantes hin. Ein Gewitter war im Anzug, das wir bei einem Kaffee in einem alten Holzhaus zuerst einmal abwarten mussten. Nach runde einer halben Stunde gingen wir dann in das Freiluftmuseum. Was man da zu sehen bekam unglaublich. Es waren viele kleine alte Häuser mit verschiedenen Inhalten. Bäckerei, Schuhwerkstatt, Molkerei usw. In jeden Haus hatte es Gegenstände die bis gegen 100 Jahre alt waren. Das alles wurde vom Besitzer, mit dem wir noch sprechen konnten seit seinem zwanzigsten Altersjahr gesammelt. Es geht durch alle Gebrauchsgegenstände wie auf den Bildern ersichtlich sind. Motorsagen, Autos, Traktoren, Generatoren, Elektrische Anlagen, Werkzeuge aller Art. Das besondere daran, alle Gegenstände waren so wie er sie bekommen hat. Defekt und verdreckt oder verstaubt. So viele alte Sachen habe ich noch nie gesehen. In der Freiluftausstellung waren alte Autos, Traktoren Landmaschinen und vieles mehr zu sehen. Zu guter letzt hatte er noch einen Zoo mit vielen Haustieren für die Kinder. Die Sammlung die in den letzten 50 Jahren angelegt wurde ist einmalig. Erschlagen von so viel Eindrücken zogen wir weiter
Ein kurzer Halt in Kokkola benutzen wir um kurz die Veranstaltung im Zentrum zu besuchen. Es wurden von verschiedenen Ländern Esswaren an Ständen angeboten. Hauptsächlich waren italienische und französische Spezialitäten zu bekommen. Eine Bäckerei eingerichtet auf einem Sattelschlepper machte frisches Brot und Patisserie. Ein Besuch in der grossen Bibliothek der Stadt benutze Tuulia um einige ausrangierte Bücher zum Lesen zu kaufen. Ein anbrausendes Gewitter veranlasste uns schnell das schützende Mobil aufzusuchen. Bei Sintflutartigem Regen verliessen wir die Stadt mit dem Ziel Strand Camping in Pietarsaari.
Mittwoch: 16.7.2014
Larsmo - Vasa
Kilometer: 108 km
Wetter bewölkt, Gewitterhaft: 21 °C
Nach den heftigen Gewittern am Abend ist es heute Morgen stark bewölkt aber schon 17 °C. Wir fuhren weiter, wenige Kilometer, nach Pietarsaari zum Svedenhaus. Das Haus auf dem Bild liegt in einem Park vor der Stadt. Es wird von einem Künstlerehepaar bewohnt. Gebaut wurde es von Viktor Schaumanin als Sommerhaus 1853. Das Künstlerehepaar bewirtschaftet das Haus nun und führt ein kleines Kaffee. In der Zwischenzeit mahlt er Bilder und seine Frau widmet sich der Muse. Sie leben sehr einfach. Es war interessant die Einrichtung und das Haus zu besichtigen
Anschliessend fuhren wir in die Stadt. Pietarsaari ist eine reizende Stadt mit besonderem Flair. Im Zentrum beeindruckt der markante Bau von Strengbergs Tabakfabrik. Die Spitze hat eine eigenwillige globusrunde Turmuhr. Die älteste Tabakfabrik Europas beherbergt das Tabakmuseum. Wenn man durch den Torbogen geht kommt man direkt ins Holzbauviertel Skata. In diesem Viertel wurde der Schriftsteller und Nationaldichter Runneberg geboren. Wir spazierten zum alten Hafen. Es hat einen schönen Park, den wir umrundeten und uns auf den Rückweg machten, denn es wurde wieder bedrohlich schwarz und man hörte Donnern von weitem. Wir waren im Wohmobil eingestiegen und schon ging es los mit Wasser Kübelweise. 10 Minuten später war der Spuck vorbei. Das hatten wir heute bereits schon mal beim Fahren erlebt. Wir hatten Zeit um Mittag zu Essen. Tuulia kochte aus dem Tiefkühler Essen was sie zu Hause vorbereitet hatte. Anschliessend machten wir noch einen Rundgang im Zentrumsnahen Park wo es viele verschiedene Bäume und Blumen hat.
Nächster Halt sollte Uusikaarleppy sein. Dort gibt es eine schöne Kirche. Ja ihr habt richtig gehört schon wieder Kirche. Die Finnischen Holzkirchen sind aber so schön und vielseitig dass es sich löhnt einen kurzen Halt einzulegen. Diese Kirche ist von Aussen eigentlich so wie viele andere auch. Drinnen erlebt man eine Überraschung und bestaunt erstmal andächtig die opulente Innenausstattung und Farbgebung. Blaue aufgemalte Vorhänge an den Fenstern und Wölkchen an den Decken sind doch eher selten. St Birgitta wurde 1708 gebaut ist damit eine der ältesten noch genutzten Holzkirche Finnlands. Runde 20 km weiter direkt am Meer eine weitere interessante Sehenswürdigkeit für die sich ein Halt lohnt.
112 Steine in einem Kreis angeordnet dürfen aus der Nähe angeschaut du berührt werden. Es sind alles Gesteinsarten die in Finnland vorkommen. Erdgeschichte zu anfassen. Im gepflegten Umfeld der Raststätte ein lohnenswerter Halt. Man hätte auch Kaffee und Kuchen geniessen können. Leider haben wir dies bereits an einer Tankstelle mit Benzingeruch gemacht. Schade !! Tuulia ärgerte sich noch am Abend darüber. Wir sind nun als Tagesabschluss in Vasa auf dem 4 Stern Campingplatz gelandet.
Da es gerade Mittagzeit war sind wir in ein schönes blau gestrichenes Restaurant gegangen. Dabei haben wir den früheren Olympiasieger in der Staffel und Bronze Medaillengewinner im 15 km Langlauf von Innsbruck im Langlauf Arte Koivisto kennengelernt. Er hat das Restaurant vor Jahren gekauft, als er mehrmals von Kokkola, wo er wohnte, nach Kaskinen musste weil ein Schmid ihn etwas machen sollte, aber nie fertig wurde. Da hat er gesehen dass alles zum Kauf ausgeschrieben war. Er hat es übernommen und nun einen schönen Betrieb aufgebaut mit Restaurant, Hotel, Räucherei und Savusauna. (Rauchsauna). Wir haben gut Fisch gegessen und uns anschliessend noch am Meer in einer Schaukel an der Sonne ausgeruht. Unser Spaziergang ging nachher weiter bis ans Ende der Insel, wo noch ein alter Stadtteil direkt am Meer ist mit Fischerhütten und Fischräuchereien. Am Schluss haben wir am Gasthafen an einem kleinen Restaurant noch den „Zvieri“ genommen. Richtig geraten , Kaffee und Kuchen. Ich genoss anstelle des üblichen Nachmittagsprozedere ein Finnisches Eis !! Herrlich bei den Temperaturen. Nach rund fünf Stunden Aufenthalt machten wir uns wieder auf den Weg für die letzten Kilometer zu unserem Tagesziel in Kristiinankaupunki.
Donnerstag: 17.7.2014
Vasa - Kristiinankaupunki
Kilometer: 108 km
Wetter schön, leichter Wind: 22 °C
Bei herrlichem Sommerwetter genossen wir das Frühstück in Vaasa. Nachdem ich meine Berichte bearbeitet und hochgeladen hatte, entschlossen wir Kaskinen zu besuchen. Der Weg Richtung Süden war weiter geprägt durch riesige Kornfelder unterbrochen von einigen kleinen Gruppen von Bäumen. Wir fuhren auf der E08 rund 70 km. Bereits bei der Einfahrt ins Dorf sahen wir, dass es sich lohnte den Ort zu besuchen. Wir parkten auf einem riesigen leeren Parkplatz direkt am Meer. Eine Turi Info war direkt nebenan. So besorgten wir uns Material über das Städtchen. Es wurde 1649 von Per Brahe gegründet. Sie lag an einer günstigen Handelsstelle am Bottnischen Meerbusen. Die Innenstadt ist ein malerisches Milieu aus Holzhäusern des 18. Und 19. Jahrhunderts. Wenn man nach dem Plan, den wir vom Info bekommen haben durch das Städtchen läuft hat man das Gefühl, dass die Bewohner sich gegeneinander Anspornen ihre Häuser zu pflegen. Bei den Innenhöfen und Gärten ist einer schöner als der andere.
Samstag: 19.7.2014
Pori
Wetter bedeckt: 22 °C
Die ganze Nacht hörte man Musik, obwohl wir rund 2 km Luftlinie von der Insel entfernt wohnen. Als erstes heute Morgen haben wir ein Auto organisiert, das wir Morgennachmittag abholen können, damit wir nicht immer mit dem grossen Teil herumfahren müssen. Ein Auto ist zwingend, wenn man etwas unternehmen will. Gegen Mittag spazierten wir in die Stadt. Zuerst suchten wir die Bibliothek auf wo es ein hervorragendes Internet gibt. Ich habe die Berichte Online gestellt, Mails beantwortet und noch schnell den Unterländer gelesen. Tuulia hat sich in dieser Zeit Lesestoff für die nächsten Wochen besorgt und die Zeitung gelesen. Im ersten Stock kann man alle Tageszeitungen von Finnland und dem Ausland gratis lesen. Es hat auch viele internationale Hefte zum Lesen
Freitag: 18.7.2014
Kristiinankaupunki - Pori
Kilometer: 120 km
Wetter schön, leichter Wind: 24 °C
Leider geht heute unsere Reise zu Ende. Wir beschlossen die Route dem Meer entlang zu nehmen, das heisst auf den Nebenstrassen. Zuerst besuchten wir noch die Stadt bevor wir weiter fuhren. Kristiinankaupunki ist eine alte Stadt mit vielen schön renovierten Häusern. Kristinestad (schwedisch), finnisch Kristiinankaupunki, ist eine Stadt in der westfinnischen Landschaft Österbotten. Sie liegt auf halber Strecke je rund 100 km zwischen den Städten Vaasa und Pori an der Schärenküste des Bottnischen Meerbusens. 57 % der 7064 Einwohner sind Finnlandschweden, 42 % sprechen Finnisch als Muttersprache. Offiziell ist die Stadt zweisprachig. Neben Rauma und Porvoo ist Kristinestad eine der größten und besterhaltenen Holzhausstädte Finnlands. Die einschiffige Ulrike-Eleonore-Kirche wurde 1700 fertiggestellt und ist mit ihrem schiefen Kirchturm eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Gottesdienste der beiden evangelischen Kirchengemeinden - der finnisch- wie der schwedischsprachigen - finden jedoch meist in der 1897 erbauten neuen Stadtkirche statt, einem 1.000 Menschen fassenden einschiffigen Backsteinbau. Die alte Holzkirche hält aber nicht was sie von Aussen verspricht. Relativ nüchtern ohne viel Schmuck mit Holzbänken die einzeln Türen haben. Direkt am Meer fanden wir ein Restaurant das Lounas anbot. Das sind Mittagessen in Buffetform wo man sich selbst bedienen kann. Die Preise schwanken zwischen 9 und 15 Euro, inbegriffen Dessert, Kuchen und Getränke und Kaffee. (Milch, Wasser oder alkoholfreies Bier). Nun ging es auf die letzte Etappe unserer Reise. Pori der Heimatort von Tuulia erreichten wir nach einem kurzen Ausflug über Meri Pori gegen 20.00 Uhr. Wir packten die wichtigsten Sachen aus und inspizierten die Wohnung. alles in Ordnung. Anschliessend machten wir noch einen Spaziergang in die Vergnügungsmeile des Pori Jazz.
Pori Jazz ist ein internationales Jazzfestival, das jeden Sommer in Kirjurinluoto, Pori, im Südwesten Finnlands, stattfindet. Das erste Pori Jazz Festival wurde im Juli 1966 von dem Verein Pori Jazz 66 e.V. organisiert. Das Festival ist eines der größten Jazzfestivals in Europa, und aufgrund der Besucherzahl und der verkauften Tickets das größte Festival in Finnland. Auf dem Festival wird nicht nur Jazz gespielt, sondern auch andere Genres wie Blues, Soul, Funk, Hip-Hop, Rhythm & Blues und Reggae sind zu hören. Zahlreiche weltberühmte Musiker (wie z.B. Stevie Wonder, Alicia Keys, Bob Dylan, Miles Davis, Kanye West) haben auf Pori Jazz gespielt.
Es war wirklich was los auf der Festmeile. Bei wunderschönem warmen Wetter flanierten die Besucher dem Fluss entlang. Alle Stände und Restaurants waren voll. Wir haben noch kurz Abend gegessen und sind anschliessend nach Hause gelaufen.
Am Kokemäki Fluss sind die ganzen Verkaufsstände aufgestellt, wo die Leute flanieren. Man kann allerlei Essbares kaufen. Es war interessant zu sehen wie die Leute angezogen waren. Am Hafen hatte es Luxusvillen annähernd wie in Monaco beim F1 Rennen. Es wurde gar auf den Schiffen grilliert. Es herrscht eine lockere Stimmung ohne Polizei. Es hat aber überall private Security, die aber so viel wie ich gesehen habe, nichts zu tun hatten. Ein illustres Völkchen zog im Laufe des Nachmittages auf die Insel Kiriljuoto wo die drei Bühnen aufgebaut sind. Auf einer riesigen Fläche sind 5 Zelte für ca. 5000 Personen aufgestellt. Das ganze Areal ist abgesperrt und kann nur Tickets betreten werden. Der Rest der Insel kann noch betreten werden ohne Eintritt. Die Insel hat einen immens grossen Kinderspielplatz einen Verkehrsgarten mit richtigen Strassen, Lichtsignalen, Tafeln usw. Das alles für die Kinder um die Verkehrsregeln zu erlernen. Als wir zurück liefen kamen uns Massen von Leuten entgegen die alle ins Festivalgelände liefen. Wir zogen es vor zurückzugehen und noch in der Markthalle um drei Uhr Mittag zu essen. Müde von den Kilometer Wanderungen zogen wir nach Hause. Ich bin um 22.00 Uhr nochmals alleine losgezogen um dem Treiben am Fluss zuzusehen. Dabei habe ich mir ein hervorragendes Softeis noch zu Gemüte geführt. Gegen Mitternacht habe ich mich in der Stadt mit dem Telefon noch schnell eingeloggt und zwei SMS erledigt. Die Stadt hat im Zentrum ein WIFI das gratis benutzt werden kann! Dann ging es langsam ins Bett.
Sonntag: 20.7.2014
Pori
Wetter wechselhaft: 24 °C
Im Moment haben wir Amazonas Wetter, sehr warm und feucht. Damit bilden sich immer wieder kleine Gewitterzellen, die dann Flutartig geleert werden. Das dauert meistens einige Minuten, dann scheint wieder die Sonne. Wir wollten zuerst einen kleinen Rundgang in Yyteri bei den Sanddünen machen. Yyteri liegt etwa 17 Kilometer vom Stadtzentrum Poris entfernt. Der Strand erstreckt sich auf einer länge von sechs Kilometer an der Ostsee. Der Strand gilt in seiner Form als einer der größten in den nordischen Ländern. Yyteri ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Es gibt unter anderem ein Spa Hotel und einen 18-Loch-Golfplatz. 1965 gaben die Rolling Stones ein Konzert in Yyteri. Die Parkplätze waren aber voll sodass wir weiterzogen zum Golfplatz, wo es ein ausgezeichnetes Mittagsbuffet gab. Das Restaurant ist in einem wunderschönen Holzhaus untergebracht, von dem aus man das Meer und die Sanddünen sieht. Uns konnte nicht viel passieren waren wir doch in Begleitung von Polizei, Sanität und Feuerwehr, die alle dort ihre Mittagsverpflegung einnahmen. Vollgenährt ging unserer Ausflug weiter nach Reposaari. Kaum angekommen kam der beschriebene Schauer. Mit zwei grossen Schirmen ausgerüstet spazierten wir bis zum Ende der Insel. Dass Meer absolut ruhig ohne Wellen. Nach einem längeren Aufenthalt mussten wir zurück um unser Auto abzuholen. Etwas ausserhalb von Pori sind riesige Einkaufszentren, die auch am Sonntag offen haben. Dort war auch Europcar, bei denen wir das Auto bestellten und pünktlich um 15.30 abholen mussten. Wir haben nun einen Opel Mokka und unser Mobil steht auf dem Parkplatz des Centers für vier Tage. Wir benutzten die Gelegenheit um noch Essen einzukaufen. Dies ist aber eine längere Angelegenheit, da der Laden riesig gross ist. Zum Glück hatte es ungefähr in der Mitte zwei Parkbänke wo ich mich ausruhen konnte, bis Tuulia sich schlüssig war, was wir alles brauchten. In diesem Konsumtempel bekommt so ziemlich alles was man im Haushalt braucht. Nach einem Kaffee fuhren wir dann in etwa einer Stunde zum Ferienhaus.
Montag: 21.7.2014
Pori -Ruojärvenkulma
Gefahren: 90 km
Wetter schön, leicht bewölkt : 26 °C
Keine Überraschungen. Das Jahr hatte keine Unwetter und auch nicht besonders viel Schnee. Wir konnten problemlos den Weg durch den Wald fahren bis zum Haus. Bereits am frühen Morgen war es recht warm. Wir nützen die Morgenstunden um die ersten Arbeiten zu erledigen. Es sind dies alle Espen die sich in der Wiese bereits in einem Jahr zu 20 cm hohen Büschen entwickelt haben abschneiden. Sie vermehren sich unheimlich schnell. Arbeit von Tuulia macht sie seit mehr als 40 Jahren jedes Jahr. Ich habe mich an unsere Zufahrt gemacht, die lange Zeit im Wald bergauf und bergab schlängelt. Immer wieder werden Bäume am Rande zu gross oder dann fallen quer auf die Strasse. Der erste Eindruck gestern bei der Einfahrt war gut. Es hat dieses Jahr keine Bäume umgelegt und auch das Gras auf dem Weg ist nicht besonders hoch gewachsen. So habe ich mich mit dem Rechen der Strasse befasst. Es ist wichtig, dass die Blätter nicht liegen bleiben auf dem Kiesweg und zu Erde werden. Innert kurzer Zeit wachsen Gras und Bäume.
Am Nachmittag haben wir dann unseren obligaten Ausflug nach Jämijärvi gemacht. Das Flugfeld ist Anfang dieses Jahres auch bei uns bekannt geworden. Es hat sich ein Unfall mit fünf Toten ereignet, weil eine Maschine mit Falschirmspringer abstürzte. Ich habe vor einigen Jahren selbst einmal den Flugplatz in der Nacht um 23.00 Uhr von Helsinki kommend angeflogen. Er liegt mitten im Wald. Nach einem Kaffee und Kuchen machte ich noch meine Besteigung des Aussichtsturmes wo man bis zum Anschlag sieht. Wald, Seen und wieder Wald. Wunderschön. Unser Weg führt uns dann alle Jahre zur Königsquelle und zur Opferquelle. Es sind dies zwei Grundwasserquellen die zu Tage treten wie aus dem nichts. Der Sandboden sprudelt und am Ende bildet das Wasser einen Bach. Eiskalt, glasklar kann man es trinken. Schade, dass die Umgebung nicht gepflegt wird. Es verlottert leider alles etwas. Die Natur sucht sich aber seinen eigenen Weg. Ich sitze nun am See und schreibe meine Eindrücke in den Computer. Irgendwann werde ich dann wieder Internet haben.
Dienstag: 22.7.2014
Ferienhaus
Wetter schön: 28 °C
Ich erspare Euch die Bilder von heute. Es war ein reiner Arbeitseinsatz. Wir haben dem Weg entlang und auch am See einige Bäume gefällt. Glücklicherweise habe ich vor einigen Jahren eine kleine Motorsäge gekauft, die nun zum Einsatz kam. Ich habe ich die Bäume zerlegt und die Äste zerkleinert und im Wald deponiert. Es war heiss und ich habe obwohl alles im Wald war geschwitzt. Tuulia widmete sich dem Weg und anschliessend dem zerkleinern der Äste die ich geschnitten hatte. Nun war es Zeit ein Bad zu nehmen. Der See ist sehr warm, geschätzte 25 °C. Gegen vier Uhr haben wir noch einen kleinen Ausflug nach Lavia gemacht um einen Kaffee und natürlich Kuchen zu geniessen. Ich habe es bei einem Eis belassen.
Mittwoch: 23.7.2014
Wetter schön: 29 °C
Wir nutzen den frühen Morgen noch um weitere Arbeiten um das Haus zu machen. Das bereits in kleine Stücke geschnittene Holz habe ich mit der Axt in handliche Stücke geschlagen und zum Trocknen aufeinander geschichtet. Das war bereits eine schweisstreibende Arbeit. Tuulia ist weiterhin damit beschäftigt die Umgebung zu rechen
Gegen 11.00 Uhr reichte das dann und wir fuhren nach Ikaalinen. Ikaalinen ist eine Kleinstadt in Westfinnland und der größte Kurort des Landes. Die Stadt ist einsprachig finnischsprachig. Sie liegt rund 50 km nördlich von unserem Ferienhaus, am Westufer des Sees Kyrösjärvi. Es gibt Drei Gründe hinzufahren. Im Hotel Rantasipi gibt es ein gutes Mittagsbuffet. Erstens ist das Restaurant klimatisiert, was man jetzt braucht, Zweitens gibt es ein gutes Mittagsbuffet und Drittens hat es Internet. Leider nimmt die Qualität des Essens in den letzten Jahren immer mehr ab. Früher hatte es noch die grossen 5 Liter Behälter Eis zum Schöpfen mit der dem Eislöffel. Heute ist es noch mikriges Eis am Stiel für Kinder. Aber auch die Auswahl an Speisen ist nicht mehr wie früher. Trotzdem haben wir uns den Bauch vollgeschlagen um dann noch einen Spaziergang zu machen. Anschliessend verliessen wir den Ort und kehrten über Kaankanpää, wo wir noch Erdbeeren kaufen wollten zurück. Es blieb beim wollen. Es hat kaum mehr Erdbeeren. Die Saison ist vorbei, viel früher als sonst.
Donnerstag: 24.7.2014
Ruojärvenkulma
Wetter: schön, heiss 30 °C
Es scheint heute wieder ein heisser Tag zu werden. Wir standen ziemlich früh auf und benutzen die Kühle den Markt in Kaankanpää zu besuchen. Jeden Donnerstag ist Markt auf dem Hauptplatz. Die ganze Umgebung trifft sich aber auch zu einem Schwatz. Dies kann man in mehreren Freiluftkaffes durchführen. Es gibt natürlich frischen Fisch, wenn gewünscht an Ort geräuchert. Gemüse und Beeren direkt vom Bauern und verschiedene Stände mit Textilien. Es wurde aber sehr heiss, sodass wir nach dem Besuch eines Kaffees schnell wieder ins Ferienhaus zurück fuhren.
Heute waren ansonsten keine grossen Aktivitäten mehr auf dem Plan es war schlichtweg zu heiss auch im Wald. Morgen werden wir nach Pori fahren, da ich den Miet-Wagen am Nachmittag abgeben. Zuvor bringe ich Tuulia wieder ins Ferienhaus, sie nutzt die schönen Tage noch um in Ruhe restlichen Tage im Ferienhaus zu geniessen. Mich zieht es weiter Südwärts. Ich werde am Samstag oder Sonntag weiter von meiner Rückreise berichten.
Freitag: 25.7.2014
Pori – Rauma
Gefahrene Kilometer: 65
Wetter: schön, heiss 30 °C
Die Zeit im Ferienhaus ist vorbei. Ich fahre mit Tuulia nach Pori. Sie macht noch Wäsche und geht einkaufen. Anschliessend habe ich sie wieder ins Ferienhaus gebracht. Etwas kompliziert. Aber es fährt in der Ferienzeit nur noch ein Bus im Tag. So konnte ich als letzte Hilfe sie noch dahin bringen, wo sie noch einige Zeit verbringen wird. Ich bin wieder nach Pori gefahren und habe das Auto dem Vermieter zurückgebracht. Das Wohnmobil stand noch immer auf dem Parkplatz. Ich habe alles eingeräumt und bin anschliessend noch Einkaufen gegangen. Da es heiss war habe ich entschlossen nicht in Pori in der Stadt zu schlafen. Also fuhr ich los Richtung Meer. In Rauma gibt es einen Campingplatz praktisch in der Stadt. Er war bis zum Rand voll. Ich habe aber dank der Grösse meines Reisemobils einen Meersicht Platz bekommen. Ein grösserer Spaziergang bei Sonnenuntergang war dann der Abschluss des Tages. Zu erwähnen ist noch, dass ich dank der Klimaanlage einen angenehmen Schlaf fand.
Samstag: 26.7.2014
Rauma - Nagu
Gefahrene Kilometer: 165 km
Da ich nun mal auf dem Weg nach Helsinki bin, wo ich am Sonntagabend das Schiff nehmen werde, habe ich überlegt wie verbringe ich den Samstag bei dieser Hitze. Inselhüpfen war die Idee, die ich aus einer Wohnmobilzeitschrift entnahm. Zuerst besuchte ich aber noch die Altstadt von Rauma, (Vanha Rauma). Es sind noch rund 600 Häuser aus vier Jahrhunderten die unter dem Schutz des Unesco Weltkulturerbes stehen. Die Altstadt lebt, denn hier wohnen und arbeiten Leute die sich der historischen Dimension dieses Ortes bewusst sind. Eine Reihe interessanter Läden verführt zum Shoppen. An diesem Wochenende war auch noch ein internationaler Markt. Aus vielen Ländern wurden Spezialitäten verkauft. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug, der noch knapp in der Frühe bei ansteigender Hitze stattfand.
Nun fuhr ich weiter Südwärts über Uusikaupunki, das einen schönen Hafen hat. Auf Nebenstrassen gings dann nach Taivassalo und nun begann meine klimatisierte Reise durch das Archipel von Turku. Es gibt einen Weg, der führt über ein Archipel von vielen Inseln nach Turku. Von Taivassalo aus geht es durch Wald und Felder und dann über eine schöne Bogenbrücke und über Dämme durch das Schärengebiet. Dann kommt die erste Fähre. Ich musste rund anderthalb Stunden warten. Zum Glück stand ich im Schatten und es wehte wie immer am Meer eine angenehme Brise. 25 Minuten Gratisfähre bis nach Kannvik. Nun gings Schlag auf Schlag. Nach wenigen Kilometern eine kurze 5 Minuten Fähre ohne warten drauf und los und so ging es weiter. Von Dalen nach Mossala. Dies ist die einzige Fähre die bezahlt werden muss, alles andere sind Fähren die die unterbrochene Fahrbahn (durch Wasser) ersetzen und vom Staat bezahlt werden. Sie dauerte dreiviertel Stunden. Es ging nahtlos weiter. Ich quere die Insel über die asphaltierte Schlängelstrasse. Eine weitere Fähre bringt mich von Mossola nach Björko in fünf Minuten. Es folgen 8 km auf schmaler Strasse durch Wald und Felder und schon wieder eine Fähre zwischen den Orten Träsk und Roslax. Eine gestoppte Minute dauerte die Überfahrt. Nach weiteren 15 km Fahrt auf interessanten Wegen, die auf und nieder gehen, kurvenreich sind und immer wieder Blicke aufs Meer zulassen erreichen ich eine weitere diesmal grosse Fähre, die mich von Kittuis nach Galtby bringt. Rund 40 Minuten dauert die Reise und quert die Route der grossen Ostseefähren von und nach Turku. Einige Kilometer weiter habe ich einen edlen Campingplatz in Nagu gefunden. Edel ? Nur der Preis, aber schön gelegen. Ich habe also heute den grossen Teil der Reise im klimatisierten Wohnmobil oder auf dem Meer verbracht wo immer ein schöner Wind die Wärme vergessen lässt. Auf meiner Etappe habe ich auch gesehen, dass sogar Hunde mechanisch gekühlt werden mussten. So lässt sich 31 °C ertragen. Ich habe heute sechs Fähren benutzt, bis auf die erste Passage nie mehr als 2 Minuten gewartet und bin nun in Nagu, von wo aus ich Morgen nur noch eine Fähre nehme und nachher wieder auf dem Festland bin. Ein wunderbares Erlebnis bei idealen Wetterbedingungen. Meer und Inseln soweit das Auge reicht.
Sonntag: 27.7.2014
Nagu - Helsinki
Gefahrene Kilometer: 180 km
Der letzte Tag in Finnland ist angebrochen. Ich habe mich früh auf den Weg gemacht Richtung Helsinki. Mein Schiff fährt um 17.00 Uhr. Ich wollte rechtzeitig an Ort sein um nicht das Schiff zu verpassen. Also fuhr ich los und nahm noch die letzte Fähre von gestern von den Inseln um auf das Festland zu kommen. Sie stand schon bereit als ich kam und es ging auch gleich los. Runde 10 Minuten die Überfahrt und ich war wieder auf dem Festland. Die Fahrt nach Helsinki dann nach dem vielen Eindrücke in den letzten Wochen war langweilig
Rechtzeitig stellte ich mich an für die Einschiffung. Pünktlich konnte ich auf das Schiff und gleich meine Kabine beziehen. Nun galt es die Abfahrt nicht zu verpassen. Bei diesem schönen Wetter ist die Ausfahrt in Helsinki immer wieder ein Erlebnis, obwohl ich sie sicher schon zehnmal erlebt habe. Nun konnte ich mich um das Schiff kümmern.
Ich war das erste Mal auf der Silja Serenade. Es ist ein recht kommerziell geführtes Schiff. Es gibt eine Etage, die ist voll von Geschäften zum Shoppen. Es gibt auch einen grossen Duty Free Shop, wo ich mich mit einigen Mitbringseln eingedeckt habe. Sehr schnell war es 20.00 Uhr wo ich mich für das grosse Buffet eingeschrieben hatte. Ich erschrak zuerst. Ich wusste nicht ob ich in Asien oder auf einem skandinavischen Schiff war. Voll von Asiaten, die sich über die Buffets hermachten. Ich kam dann aber doch noch zu meinem Essen. Ich sass per Zufall an einem Tisch mit einem anderen Schweizer aus Bern, der aber in Genf wohnte. Das Essen war aber recht skandinavisch, das Buffet erstklassisch (darf es auch sein für 38 Euro) alle Getränke Bier und Wein inbegriffen. Ich setzte mich zur Verdauung dann ins Casino. Nein nicht zum Spielen. Croupiers waren aber an den Tischen im Einsatz und gewannen meistens. So ist das Leben. Es hatte im Casino aber ein Theater mit einer sechs Mann Band, die spielte bereits. So nahm ich ein zwei Drinks und hörte zu bis die Mitternachtsshow dann pünktlich um 23.00 Uhr Schweden- oder 24.00 Uhr Finnenzeit stattfand. Es war eine rockige (für mich doch etwas zu rockig) Tanzshow mit Gesang. Es waren einige der besten Tänzerinnen und Tänzer von Finnland. So versprach es die Ansagerin. Na ja mich riss es nicht aus den Sitzen. Anschliessend war Zimmerruhe angesagt musste ich doch um auf das nächste Schiff zu kommen am Dienstagmorgen noch 700 km absputen.
Montag: 28.7.2014
Stockholm – Trelleborg
Gefahrene Kilometer: 720 km
Wetter, wie immer heiss und schön.
Die Strecke Stockholm-Trelleborg ist länger als man glaubt. Ich war den ganzen Tag unterwegs. Sie ist aber gut befahrbar und hat meistens wenig Verkehr. Die Strasse besteht vielfach aus Autobahn und autobahnähnlichen Teilstücken. Der Verkehr ist mässig, sodass man gut mit Tempomat und 80 – 90 km fahren kann. Unterwegs in Oskarshamn habe ich noch einen schönen Kreisel gesehen. Ansonsten habe ich nur drei Pausen eingelegt. Besichtigungen lagen nicht drin. In Trelleborg hat es am Hafen einen Stellplatz, der aber mächtig voll war. Ich konnte mir aber noch ein Plätzchen ergattern und schaute mir im Fernsehen, was so in der Welt alles gelaufen war. Nichts erfreuliches, so sank ich recht schnell müde ins Bett.
Dienstag: 29.7.2014
Rostock - Dresden
Gefahrene Kilometer: 450 km
Wetter in Trelleborg am Morgen früh schön und frisch (06.00 Uhr) und in Rostock ebenfalls schön bei Regen 22 °C
Aber schon wärmer. Pünktlich konnte ich am Morgen um 07.15 Uhr aufs Schiff. Erstaunlicherweise mussten wir in den ersten Stock fahren. Im Erdgeschoss wurden ganze Güterzüge eingeladen. Zuerst habe ich in aller Ruhe gefrühstückt. Das Schiff hat wenige Personen, so bin ich seit drei Stunden mit 20 Personen im Restaurant und schreibe diesen Bericht. Das Schiff läuft ruhig, hat es doch nur wenige cm hohe Wellen. Nach meiner Ankunft etwa um 14.30 Uhr fahre ich direkt nach Dresden. Unterwegs hat es mir noch das Wohnmobil in kräftigen Schauern gereinigt von oben und unten. Um 20.00 Uhr bin ich pünktlich in Dresden eingetroffen. Robi mit Lotti und Kurt und Yvonne haben mich bereits erwartet. Wir haben dann beide Tische aufgestellt und noch zusammen das Wiedersehen begossen. Bei einem Kilo Forelle geräuchert aus Finnland und etwas Weisswein aus Deutschland sind wir dann früh ins Bett.
Morgen beginnt die WM. Damit habe ich meine Reise in der schönen Stadt Dresden abgeschlossen. Ich werde zu Hause eine Nachbearbeitung machen und vor allen sehr viel mehr Fotos auf meinen Fotoserver bereitstellen. Ich möchte mich bei den Besuchern der Webseite recht herzlich bedanken für das Mit verfolgen der Reise. Für die herzlichen Grüsse und SMS Benachrichtigungen ebenfalls ein Danke schön.
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