Sie sind hier: Startseite » Reisen » Reisen 2016 » Skandinavien

Skandinavien

Vorschau

Freitag 10.6.2016

Embrach – Hammelburg 400 km

Wetter: schön 25 °C schön

Endlich war es soweit. Es konnte los gehen. Pünktlich um 08.30 Uhr fuhr Hans und ich zu unserem vereinbarten Treffpunkt bei der Raststätte zwischen Winterthur und Schaffhausen. Nelly und Rolf warteten bereits auf uns. Ich erwischte die falsche Parkplatzeinfahrt und schon waren wir wieder neben der Raststätte. Unglücklicherweise gibt es keine weitere Einfahrt Richtung Schaffhausen, sodass wir telefonisch eine Weiterfahrt vereinbarten. Kurz vor der Grenze trafen wir uns dann doch noch. Nach einer kurzen Begrüssung wurde dann der Kaffeehalt vereinbart. Neckarburg bot sich an. So hielten wir dann an der vereinbarten Stelle nach rund einer Stunde zu einem gemütlichen Schwatz. Die Weiterfahrt wurde mit viel Freude bei schönstem Wetter nach rund einer halbe Stunde fortgeführt. Die Freude herrschte nicht lange. Das Nadelöhr Stuttgart wartete auf uns. Wie erwartet aber schlimmer als gedacht gerieten wir in einen Megastau von schlussendlich sicher 25 km. Die Strecke von Stuttgart bis nach Heilbronn konnte nur im Schrittempo bewältigt werden. Nach einem kurzen Halt an einer Raststätte und einem Picknic auf dem grossen Parkplatz gings weiter. Die Verkehrslage beruhigte sich langsam sodass wir doch recht zügig vorankamen. Gegen 17.00 Uhr erreichten wir unser Ziel der Stellplatz Hammelburg. Aber oh Schreck. Der Platz war zwar brauchbar, aber am Morgen um 06.00 Uhr zu räumen. Ein grosses Weinfest war vom Freitag bis Sonntag in der Stadt und der Platz wurde gebraucht. Ein freundlicher Herr mit Fahrrad erklärte uns das 500 m weiter vorne einen Ausweichplatz eingerichtet wurde. Also wieder einige Meter zurück und schon hatten wir einen Platz für die Nacht. Nun ging es in die Stadt zum Essen. Der Marktplatz war mit vielen Festbänken bestuhlt. In einem Gartenrestaurant genossen wir das erste gute Bier und feines Abendessen. Inzwischen formierte sich das Heerescorps von Veitshöchheim zum Konzert. Ein rund 50 Mann starkes Blasorchester spielte einen bunten Strauss Melodien aus Filmen und auch Lieder von James Last. Der Marktplatz war inzwischen voll von Leuten. An verschiedenen Ständen konnten man verschiedene Weine kaufen. Es war ein wahres Volksfest mit friedlichen Bürgern. Gegen 22.00 Uhr spazierten wir zurück. Da wir in den Bäumen standen konnten wir das Eröffnungsspiel der EM nicht anschauen. Wir hoffen das Wetter hält auch Morgen. Gute Nacht.

Samstag 11.6.2016

Hammelburg - Heber (Schneeverdingen) 410 km

Wetter: bedeckt bis schön 20 °C

Nach einer guten Nacht standen wir gegen acht Uhr auf und frühstückten in aller Ruhe. Heute war eine sogenannte Überführungsfahrt auf dem Programm. Ohne Sehenswürdigkeiten ging es weiter Richtung Norden. Anfänglich kamen wir gut voran. Die grosszügig auf sechs Spuren ausgebaute Autobahn brachte uns über die Kasselerberge nach Göttingen und Hannover. Und es ging auch heute nicht ohne Stau. Zwar war die Intensität nicht so stark und vor allem auch nicht so lange. Es handelte sich hauptsächlich um Baustellen und kleine Unfälle mit Fahrbahnreduktionen. Als es gegen Schneeverdingen ging verliessen wir vorzeitig die Autobahn und fuhren die restlichen 12 km auf der Landstrasse wo wir auch das erste mal Tankten. Bei der Ankunft in Heber waren unsere Plätze bereits reserviert. Ein wunderschöner Stellplatz mit allen Annehmlichkeiten erwartete uns. Als Begrüssung stand die auf dem Bild ersichtliche Tafel. Wir installierten uns und gingen nach dem Schweizer Fussballspiel ins Platzrestaurant. Auf dem Speiseplan waren Heidschnucken in allen Variationen was wir uns natürlich zu Gemüte führten. Hmm fein war das. Zur Zeit sitzen wir draussen und gehen allerlei Dinge durch.

Sonntag, 12.6.2016

Wetter bedeckt 20 °C

Pünktlich um acht Uhr wurden wir vom Haushahn geweckt. Vor unserem Wohnmobil krähte er aus vollem Hals. Ich glaubte zuerst an einen Spass von Rolf. Der Hahn mit seinem Harem (vier Hühnern) stolzierte auf dem Platz umher. Nach einem guten Frühstück mit frischen Brötchen, die Rolf am Morgen im Laden holte, machten wir uns zum Spaziergang bereit. Unser Ziel war Schneverdingen. Mit Karte ausgerüstet begaben wir uns auf den Weg. Wir wollten die Heide erkunden, was wir dann auch sprichwörtlich machten. Der Weg war nicht einfach zu finden. Wir wollten die Strasse meiden und bevorzugten eine Route etwas auf Abwegen. Draus wurde eine kombinierte Moor- Heidewanderung. Wir landeten in der Wildnis und mussten uns durch Dickicht durchkämpfen. Nach längerer Wanderung auf kleinsten Pfaden erreichten wir dann schlussendlich doch noch die Strasse, die wir suchten.

Nun mussten wir wohl oder übel dem Veloweg Richtung Schneverdingen laufen. Kurz vor dem Ort fanden wir ein Restaurant das unsere Rettung war. Nach etwa 9 km Wanderung waren wir durstig. Nach der Konsultation der Speisekarte kam auch der Hunger. Wir genossen die Pause. Nelly begnügte sich mit einem Kuchen und Kaffee, während die Männer sich mit Heideschnucken und Heiderkjep (eine Grüzewurst), die in der Lüneburger Heide aus Heidschnuckenfleisch hergestellt wird. Gestärkt verliessen wir das Lokal und nahmen die restlichen 2 km unter die Füsse. In Schneverdingen angekommen fanden wir eine Eisdiele für Kaffee und Eis. Während alle nur einen Kaffee genossen konnte ich den Eisbechern nicht wiederstehen. Als auf die Seite schaute traute ich meinen Augen nicht. Neben uns waren die Alhorner Faustballerinnen mit Ihren Trainern Edda und Uli Meiners. Sie waren gerade mit einer Faustballrunde in Schneverdingen fertig und genossen ebenfalls ein Eis. Die Überraschung und Wiedersehensfreude war gross. Nun marschierten wir den Weg zurück zu unserem Stellplatz. Wir waren 7 Stunden unterwegs und haben rund 19 km zu Fuss abgeschritten.

Montag, 13.6.2016

Wetter, bedeckt, zum Teil leichter Regen 15 °C

Heber – Maasholm 230 km

Nach einer ruhigen Nacht weckte uns pünktlich um 08.30 Uhr der Stellplatz Hahn. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit frischen Brötchen konnten wir den Tag gemütlich angehen lassen. Rolf wollte in Soltau noch die IVECO Garage aufsuchen. Auf der Hinfahrt hatte er ein Problem mit der Leistung des Motors. Ein Problem, das er schon im letzten Jahr hatte und von der Iveco Kloten eigentlich hätte behoben werden sollen. Es wurden div. Teile ausgetauscht was aber anscheinend nicht die Ursache war. Ein Mechaniker in Soltau suchte akribisch nach dem Fehler nach der Auslese der technischen Daten und fand das Problem. Hans und ich fuhren ebenfalls zur Werkstatt und warteten ab, bis das o.K von Rolf kam. Kurz nach 12.00 Uhr konnten wir uns auf die Reise machen. Ohne viel Verkehr und auch ohne Stau passierten wir den Elbtunnel von Hamburg. Es hatte zwar etliche 10 km lange Baustellen, diese konnten aber meistens mit 80 km Geschwindigkeit befahren werden. Nach rund zwei Stunden machten wir eine Pause in Eckernförde. Jetzt kam Ferienstimmung auf. Wir waren am Meer. Wie schlenderten durch die Einkaufsstrasse und machten einen Halt in einem Kaffee. Eckernförde liegt an der Ostsee am Ende der Eckernförder Bucht. Die Fläche der Stadt ist heute mit 2.087 Hektar mehr als doppelt so groß als im Jahre 1910, als sie 894 Hektar betrug. Auf dem Weg durch die Einkaufsstrasse besuchten wir noch die Sankt Nicolai Kirche. Die Kirche ist eine Hallenkirche aus rotem Backstein in der Fußgängerzone von Eckernförde. Mehr unter: Kirche Uns fehlten nun noch 36 km. Diese bewältigten wir auf Nebenstrassen. In Maasholm fanden wir den Stellplatz am Hafen ohne Probleme. Wir waren nicht alleine. Es sind gut 40 Mobile bereits stationiert. Da wir ausser Kuchen noch nichts im Magen hatten suchten wir sofort ein Restaurant. Im Dorf fanden wir kleines Fischrestaurant, indem wir bestes mit Fisch versorgt wurden. Zum Schluss des Tages schauten wir noch das EM Spiel Italien-Spanien.

Dienstag, 14.6.2016

Wetter stark bewölkt 15 °C

Maasholm - Kerteminde 236 km

Nach dem Frühstück fuhren wir gegen 09.00 Uhr ab Richtung Norden. Wir benutzen die Nebenstrecke auf der 170 und nicht die E6. So durchquerten wir schöne Landschaften die hauptsächlich Landwirtschaftlich genutzt werden. In Haderslev machten wir einen Halt. Wir parkten an der Marina, wo es jede Menge Platz hatte. Haderslev hat einen Hafen und besitzt eine reizvolle Innenstadt mit Dom und dem heimatkundlichen Haderslev Museum. Die Stadt ist Standort für Maschinen-, Textil- und Nahrungsmittelindustrien. Ein kurzer Spaziergang in die Innenstadt benutzen wir noch zum Besuch des Haderslev Dom. Es ist eine der ältesten Gebäude in Haderslev. In dieser Kirche kam erstmals Luthers Lehre zu Worte in Dänemark in 1525. Die Kirche ist ein beispielloses Monument über Dom Kunst in Dänemark. Die Fenster im Chor sind einige von den Höchsten im Norden. Die Hauptorgel ist eine der den grössten im Lande, aber nur eine von 3 in der Kirche, wovon die berühmteste die historische Siesebyorgel ist. Im Sommer gibt es hier Orgelkonzerte jeden Freitag und öfters Abendkonzerte. Nach der Besichtigung sassen wir in ein kleines Restaurant und genossen Smörrebröd, die berühmten Brötchen mit allerlei Auflagen. Wir benützten die Gelegenheit Brötchen mit Crevetten zu Essen.

Nach der kurzen Pause ging es noch 130 km weiter nach Kerteminde. Wir wollten das Fjord und Belt Museum ansehen. Leider wird es bereits um 16.00 Uhr geschlossen. So entschieden wir hier zu übernachten, was am Hafen ohne Probleme möglich ist. Es gibt viele Plätze. Kerteminde ist eine dänische Kleinstadt in der Kommune Kerteminde und liegt am Großen Belt auf der Ostseeinsel Fünen. Die Hafenstadt verfügt über Fünens größten Fischereihafen mit Fischauktionsmarkt und Fischfabriken. Nach einem Spaziergang im schmucken Städtchen haben wir noch etwas gegessen. Vor der Kirche hatte sich in dieser Zeit eine Blaskapelle aufgestellt die dann bei kaltem Wind verschiedene Stücke spielten. Es wurde Zeit ins Wohnmobil zu gehen um den 21,00 Uhr Match anzusehen.

Mittwoch, 15.6.2016

Wetter: schön 22°C

Kerteminde – Copenhagen 152 km

Am Morgen weckte uns wie üblich der Hahn (Rolf). Seine Stimme lässt zwar zu wünschen übrig ist aber trotzdem wirksam. Der Himmel lachte, wunderschönes Wetter. Das erleichterte die Tagwache. Nachdem Rolf der Frühaufsteher die frischen Brötchen besorgte hatten wir noch ausgiebig Zeit bis um 10.00 Uhr. Ein kleiner Spaziergang im Hafen lag alleweil drin. Pünktlich öffnete das Fjord und Belt Center. Eine Ausstellung über die Tierwelt der Ostsee war sehr interessant. Man konnte die Tiere anfassen und fühlen. Im Aussenbereich schwammen Seehunde und Delfine in diversen Becken direkt im Meer. Die Vorführungen begannen mit einer grossen Möwe, die auf Kommando von einem zum anderen Platz flog. Kaum hatte die Vorführerin den Vortrag beendet entfernte sich die Möwe. Sie gehörte nicht zum Center, wusste aber anscheinend genau wann es Fische gab. Kurz darnach wurde die Dressur der Seehunde gezeigt. Diese Tiere dienen der Forschung und machen gleichzeitig Training. Jeder Fischeimer hatte ein anderes Symbol. Jeder Seehund wusste genau wohin er gehen musste um Fische zu bekommen. Die Delfine zwei an der Zahl waren ebenfalls so dressiert, dass sie genau wussten wo es Fisch gab, Sie mussten diverse Gegenstände wieder zurück bringen. Nach den Vorführungen machten wir uns bereit zur Weiterfahrt. Gegen Mittag fuhren wir dann los. Nach kurzer Zeit kamen wir über die Store Belt Brücke. Ein grandioses Bauwerk über das zu fahren ein Erlebnis ist. Die Autobahn meistens drei Spurig war wenig besetzt, sodass wir gegen 14.00 Uhr bereits auf dem Citycamp in Kopenhagen ankamen. Da wir weit von einem Restaurant entfernt waren mussten wir uns selbst verpflegen. Hand kochte Teigwaren, Rolf bediente den Grill und es gab ein Schweizer Essen Servelat vom Grill mit Teigwaren und Tomaten-Gurkensalat. mit Marokkanischem Wein. Zum Kaffee Selbstgebrannten von Rolf. Nun bereiten wir uns auf das Spiel der Schweizer vor.

Donnerstag, 16.6.2016

Wetter: bewölkt 18 °C

Besuch Kopenhagen

Noch einige Worte zu unserem Stellplatz dem Citycamp. Wir wurden gestern vom Platzwart mit offenen Armen empfangen. Schnell ohne zu fragen erklärte er uns mit Hilfe eines Planes wo wir sind und wie wir in die Stadt kommen. Der Platz liegt in einer Industriezone die im Begriff ist zur Wohnzone zu werden. Die Umgebung ist nicht sehenswert. Der Platz aber ideal gelegen mit guter Infrastruktur. Es ist alle vorhanden was man braucht (Ver-, Entsorgung, Duschen, Brötchenservice und Strom. Nun zu unserem Besuch. In der Nacht fing es an zu Regnen. Beim Frühstücken öffneten sich alle Schleusen. Das Wetter versprach nichts besonderes. So marschierten wir nach dem Starkregen los, eingekleidet mit warmer Jacke, Regenschirm und Gummistiefeln. So falsch angezogen war ich glaube noch nie in den letzten Jahren. Das Wetter heiterte auf uns es wurde am Nachmittag ein schöner Sommertag. Zu Fuss waren es heute wohl gegen 15 km. Wir spazierten am Tivoli vorbei, wo schon die Bahnen im Betrieb waren was man am Gekreische der Frauen hörte. Beim Amtshaus kam ein neu vermähltes Paar aus dem Haus. Die Kinder warfen Reis und schon waren hunderte Tauben da. Im Haus ist die Astronomische Uhr beheimatet. Eine astronomische Uhr ist eine mechanische Uhr, die außer der Uhrzeit auch astronomische Sachverhalte wie die Lage von Sonne und Mond über dem Horizont und im Tierkreis, die Mondphasen und in seltenen Fällen auch die Stellungen der großen Planeten am Himmel anzeigt. Wir gingen weiter und trafen einen Plakatsteher, der Reklame für ein Skandinavisches Buffet machte. Wir nutzen die Gelegenheit, da es bereits nach Mittag war und wurden nicht enttäuscht. Schlussendlich waren alle mehr als satt. Unser Endpunkt war dann die Meeresjungfrau am Ende des Hafens. Es lagen noch drei Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Die asiatischen Touristen waren allgegenwärtig. Auf dem Rückweg kamen wir per Zufall noch zum königlichen Schloss wo gerade die Wachablösung stattfand. Beim Ny Hafen genossen wir noch einen Kaffee und schauten den vielen schlendernden Leuten zu. Die Sonne schien und es herrschte eine fröhliche Stimmung. Wir kamen an einem Hotel vorbei das komplett von Polizisten umstellt war mit Maschinenpistolen bewaffnet. Überall wo wir liefen an Kreuzungen bewaffnete Politi. Wir wunderten uns. Das muss ein wichtiges Tier in der Stadt sein. Helikopter schwirrten in den Luft und im Hafen patroullierten schwer bewaffnete Männer mit Mützen über den Köpfen auf einem Kodiacschiff. Am Campingplatz angekommen erkundigten wir uns nach dem Sinn des Aufwandes. Es war der Aussenminister von Amerika John Kerry der in Kopenhagen zu Besuch kommt. Müde nach sieben Stunden Laufen waren wir wieder zurück. Nächstes Ziel ist das Spiel Deutschland gegen Polen um 21.00 Uhr.

Freitag, 17.6.2016

Wetter: neblig später leicht bewölkt 18 – 20 °C

Kopenhagen – Halmstadt 245 km

Um 08.30 Uhr war Tagwache und wir frühstückten wie immer ausgiebig, Hans mit Rührei. Nach dem Frühstück war wieder einmal entsorgen angesagt. Da wir eine gute Infrastruktur hatten wir unsere Tanks geleert respektive gefüllt.

Gegen 09.30 Uhr fuhren wir los und waren auf die Öresundbrücke gespannt. Zuerst tauchten wir in ein Tunnel ein, anschliessend ging es auf einem Damm in das Meer hinaus. Im dritten Drittel kamen dann zwei Seilbrücken. Das ganze nicht so spektakulär wie die Storebelt Brücke. Kurz nach der Brücke war dann die Mautstelle. Dahinter die Zollkontrolle. Während die Dänen es nicht so genau nahmen wollten die Schweden die Pässe sehen. Schnell waren wir in Malmö, das uns nicht interessierte. Wir wollten einem Tip unseres Platzwartes nachgehen und besuchten die Stadt Lund. Ich wollte auf dem Marktplatz parkieren was heute nicht ging. Es war Markttag. Einige Strassen später hatte es noch freien Platz. Wir liefen zu Fuss zum Markt und deckten uns mit Gemüse und Obst ein. In der Markthalle die neben dem Marktplatz stand, schauten wir noch was es sonst so alles gibt. Ein weiterer Besuch galt der Domkirche mit der astronomischen Uhr. Diese Horologium mirabile Lundense wurde Ende des 14. Jahrhunderts installiert. Diese Uhr gibt es immer noch in der Kirche, auch wenn sie in den folgenden Jahrhunderten mehrmals verbessert wurde. Ein Mondzeiger zeigt die Phase des Mondes und die Position am Himmel, ein Sonnenzeiger zeigt die Uhrzeit auf einer 24-Stunden-Uhr, und es gibt auch einen Tierkreiszeiger. Wenn die Uhr spielt, erheben hölzerne Hornbläser ihre Hörner. Zu den Tönen des Lobgesangs In dulci jubilo öffnet sich ein Pförtchen, wobei eine Prozession der drei Könige sich verbeugend an Maria mit dem Jesuskind vorbeischreitet. Die drei hölzernen Könige stellen gleichzeitig die Völker aus den drei damals bekannten Erdteilen Europa, Asien und Afrika dar.

In einem Kaffee war nur der obligate Kuchen fällig. Wir fuhren weiter und mieden die E6. Auf Nebenstrassen sahen wir eine Schweinezüchterei, wobei alle (hunderte) auf der Wiese waren, kurz darnach tausende Hühner ebenfalls im Freien. Auf den Feldern Getreide und Kartoffeln. Landwirtschaft pur. Unser nächster Halt war die Schlossanlage Solfiero im südschwedischen Schonen, nördlich von Helsingborg. Sofiero wurde 1866 als Sommerwohnsitz für den Kronprinzen Oskar und seine Gemahlin Sophia von Nassau errichtet. Seitdem haben mehrere Gererationen des schwedischen Könighauses ihre Sommer in der idyllischen Szenerie des Schlosses verbracht. Das anfangs einstöckige Gebäude erhielt seine heutige Form zwischen 1874 und 1876. Der spätere König Oskar II. schenkte es 1905 seinem ältesten Enkel Prinz Gustav Adolf zur Hochzeit. Gustav Adolf und seine erste Frau Margarete waren es, die den Garten in seiner heutigen Form planten und gestalteten. 1907 pflanzten sie den ersten Rhododendron, den Grundstock einer in Europa einzigartigen Sammlung von 10.000 Pflanzen in 300 Arten. Während im oberen Teil des Geländes verschiedene Themengärten und zeitgenössische Skulpturen dominieren, erstrecken sich die Rhododendren im unteren Teil durch ein künstlich geschaffenes Flusstal bis zum Öresund. Der Garten wurde 2010 zum Schönsten Park Europas gewählt.

Nächster Halt war Mölle ein kleines Fischer und Feriendorf. Zuerst war Essen angesagt. Wir hatten Hunger und fanden ein kleines Lokal wo es Fisch gab. Mit einem kleinen Spaziergang auf den Kullaberg wo wir die schöne Aussicht genossen beendeten wir den Ausflug an die Spitze der Halbinsel. Die letzten Kilometer bis zu unserem Übernachtungsplatz verliefen ohne Ereignis. Als Ziel hatten wir die Marina von Halstadt ausgesucht. Der Platz ist in der Nähe von Tylosand. Durch eine kleine Stichstrasse führte der Weg in einen kleinen Hafen. Es hat rund 10 Stellplätze die nur zum Teil besetzt waren. Wir sind direkt am Meer ausser dem Wind hört man gar nichts. Wir sind bereits wieder beim Spiel Spanien gegen die Türkei.

Samstag: 18.6.2016

Wetter: stark bewölkt starker Wind 18 °C

Halmstadt - Askim 170 km

Die ganze Nacht hat es gestürmt. Ich war im Schutz eines grossen Flair und Rolf war unter meiner Obhut. So konnten wir einigermassen gut schlafen. Der Stellplatz liegt an einer Marina die zum Glück mit grossen Steinen vom Meer geschützt ist. Wir zogen uns warm an, obwohl es eigentlich 16 °C war und machten noch einen kleinen Spaziergang. Der Wind kühlte aber ab. Schlussendlich waren wir froh wieder im warmen Wohnmobil zu sein.

Nach dem Frühstück zogen wir weiter. Erste Station war Falkenberg. Die kleine beschauliche Stadt ist in Halland gelegen und ist ein wahres Anglerparadies. Dank des Flusses Ätran kann man hier hervorragend Lachs-Angeln. Falkenberg hat wirklich seinen Namen vom allseits bekannten Vogel. Im Mittelalter war der Ort ein Handelsplatz für Falken gewesen und hatte daher diesen Namen erhalten. Im Laufe der Jahre wurde Falkenberg vor allem als Handelsstadt der Schifffahrt bekannt, in dem viele Waren umgeschlagen und ins Landesinnere verschifft wurden. Heute ist der Ort mit knapp 20.000 Einwohner ein charmantes Städtchen am Ufer des Ätran, dessen Besuch lohnenswert ist. Falkenberg hat gleich mehrere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die St. Laurentius Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist inmitten eines idyllischen Stadtteils gelegen, der auch zu Spaziergängen einlädt. Weiter existiert immer noch ein alter Stadtteil mit schönen farbigen Holzhäusern. Wir besuchten eine Veranstaltung von Amnesty International die in einem Stadtteil ein Volksfest abhielten.

Nach rund zwei Stunden Aufenthalt ging es weiter Richtung Norden. Varberg war unser nächstes Ziel. In der Stadt Varberg leben etwa 26.000 Einwohner. Der Ort ist nicht übermäßig vom Tourismus geprägt, obwohl die attraktive Lage der Stadt mit schönen Sandstränden und zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die Festung und die Heilquelle Svartekällan, jährlich viele Touristen anziehen. Unser Besuch galt der Varbergs Fästning. Die Festung wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts diente die Festung als Gefängnis. 1931 wurde der letzte Gefangene entlassen. Den Kern bildet ein im 13. Jahrhundert gebautes Schloss. Heute befindet sich im Schloss das Hallands Kulturhistoriska Museum mit einer Moorleiche aus dem 14. Jahrhundert (Bockstensmann). Von der Festung hat man eine schöne Aussicht auf das Meer.

Vor kurzer Zeit fand eine Ausstellung über Fahrräder statt. Nach einer Kurzvisite in der Stadt fuhren wir gegen Göteborg. Unterwegs assen wir noch Fisch in einem Badeort. Am Strand tummelten sich viele Kite Surfern im starken Wind. Nach weiteren 30 km trafen wir an unserem Übernachtungsort ein. Wir befinden uns auf einem Campingplatz in Askim. Wir stehen optimal mit unseren beiden Mobilen. Ein Baum verhindert leider den Fernsehempfang. So sind wir gezwungen einen öffentlichen Raum aufzusuchen.

Sonntag: 19.6.2016

Wetter: bedeckt, Regen und Sonne 18 °C

Askim – Lysekil 110 km

Nach einer guten Nacht und dem Frühstück haben wir entsorgt und sind weiter Richtung Göteborg gefahren. Unser erstes Ziel war das Volvo Museum in Arendal bei Göteborg. Es lag ideal auf dem Weg nach Göteborg. Da es am Sonntag erst um 11.00 Uhr öffnet mussten wir uns nicht beeilen. Es hatte wenig Besucher, sodass wir in Ruhe die Ausstellung geniessen konnten. Das Gebäude ist modern eingerichtet und grosszügig mit Exponaten belegt. Zuerst sieht man die alten Volvos, herrlich schöne Fahrzeuge. Der nächste Teil beinhaltet die Konzept Cars, wo man die Ideen der Autobauer bewundern kann. Ein grosser Teil ist den Race Schiffen und deren Wettbewerben gewidmet. Es ist ein komplettes Schiff ausgestellt auf der Seite aufgeschnitten, damit man auch die Kajüten und Schlafgelegenheiten sieht mit der Küche. Spartanisch auf rauher See. Das gleiche, aber auf der Strasse, ist mit den Ralleyfahrzeugen dargestellt. Eine weitere Ausstellung zeigt diverse Lastwagen und Busse. Nach rund zwei Stunden fuhren wir in die Stadt zur Besichtigung. Auf dem Weg vom Parkplatz zur Stadt machten wir noch rasch einen Konditionstest.

Unendlich viele Stufen führten zum Skansen Kronan einen achteckige Turm zuoberst auf dem Hügel. Er zählt zu den ältesten Militäranlagen der Stadt. Das Namenssymbol, eine Krone und einen Löwen, ist auf der Spitze des Daches. 1639 begann unter Gustaf II Adolf der Bau der neuen Verteidigungs-anlage für Göteborg mit der Rodung des Waldes auf dem Granithügel. Von oben hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt. Als wir die vielen steilen Treppen wieder zurückliefen, waren zwei Sportler am Ausdauer trainieren. Einbeinig hüpften sie die Treppen hoch. Wir gingen weiter Richtung Stadt und besuchten noch ein Gewürzgeschäft, indem es herrlich roch. Rolf kaufte noch Gewürze.

Eine Suche des Horticultural Gardens (Rosenparkes) misslang. Wir spazierten noch zum Hafen, als es dann kurz zu Regnen begann. Wir flüchteten in ein Thayländisches Restaurant wo wir gut assen. Als wir das Restaurant verliessen regnete es nicht mehr. Wir kehrten zurück zum Parkplatz und fuhren weiter aus Göteborg heraus. Wir benutzten zuerst die E6 weiter bis zur Ausfahrt 90 wo wir abbogen. Nun ging es auf Nebenstrassen weiter Richtung Lysekil. Kurz vor dem Ort kommt eine Fähre die kostenlos ist. Rechtzeitig kam die Sonne zum Vorschein. Wir hatten eine wunderschöne 10 minütige Überfahrt. Eine wunderschöne Landschaft mit viel Felsen im rötlichen Abendlicht erwartete uns. Wir fühlten uns nun wie im hohen Norden, obwohl es noch viele Kilometer weiter Nordwärts geht. In Lysekil gibt es einen Stellplatz direkt am Hafen. Die Bewölkung hat sich nun vollständig aufgelöst und es ist klarer Himmel der uns für Morgen Hoffnung verspricht dass es ein Sommertag wird

Montag 20.6.2016

Wetter: bewölkt dann Regen 13 -16 °C

Lysekil – Oslo 300 km

Nachdem es gestern Abend noch wolkenlos war, kam in der Nacht wieder der Wind und es zogen Wolken auf. Hie und da zeigte sich aber auch die Sonne. Nach dem Frühstück besuchten wir noch die Stadt, die sich als sehr schön erwies. Während die Innenstadt nichts besonderes bietet, ist die Altstadt mit den alten Häusern sehenswert. Anschliessend an den alten Teil wurde ein komplett neues Viertel im Jahre 2009 errichtet. Am Hafen wurde eine schöne Promenade mit breiten Holzgehwegen gebaut. Es hat weiter diverse künstlerische Werke wie ein Fisch aus Stein und diverse Ruhebänke, die zum Chillen einladen. Nach rund eineinhalb Stunden kehrten wir zum Wohnmobil zurück und fuhren weiter.

Das nächste Ziel ist das Hafenstädchen Smögen. Rund 50 km auf einem schönen Nebenweg war schnell geschafft. Die Insel Smögen liegt im Skagerrak. Sie ist über die 500 Meter lange Betonbrücke Smögenbron, die 1970 fertiggestellt wurde, mit dem Hauptort Kungshamn verbunden. Sie bestand ursprünglich aus mehreren kleineren Inseln, die mit der Zeit „zusammenwuchsen. Was uns bei der Einfahrt erwartete ist nicht beschreibbar. Wir kamen über die Brücke auf die Insel Smögen. Auf dem höchsten Punkt hat man eine grandiose Aussicht auf das Dorf, den Hafen und die Felsen mit den Schären. Wunderschön. Zum Glück schien die Sonne noch leicht, die das ganze Panorama ausleuchtete. Ein Abstecher der sich lohnte. Smögen ist mit seinem natürlichen Hafen einer der Hauptumschlagsplätze der schwedischen Fischindustrie. Eine Besonderheit sind die „Smögenräkor“, Garnelen aus Smögen oder den von dort aus angefahrenen Fanggründen im Skagerrak und der Nordsee. Der jährliche Fischfang liegt bei etwa 2,3 Millionen Tonnen, wobei fast die Hälfte aus Garnelen und ähnlichem besteht. Wir genossen die zwei Stunden Aufenthalt mit einem Spaziergang durch die schönen kleinen Fischerhäuser. Da es bereits ein Uhr war suchten wir ein Fischrestaurant. Am Hafen sahen wir ein gut besetztes Haus und traten ein. An einem erhöhten Tisch hatten wir ideale Bedingungen mit Aussicht auf das Meer. Das Tages Menü war Makrele mit Kartoffeln. Es schmeckte vorzüglich.

Inzwischen begann es ein wenig zu Regnen. Wir kehrten zum Wohnmobil zurück und fuhren weiter nach Oslo. Wir wollten eigentlich noch weiter auf den Nebenstrassen fahren, verwarfen aber die Idee, weil es nun anfing stärker zu Regnen. Der Entscheid war richtig. Wir benutzen die Autobahn und es schüttete. Unser Ziel war die Holmenkollenschanze. Nach der Autobahn hatten wir bei der Einfahrt von Oslo noch etwas Stau, weil Bauarbeiten im Gange sind. Nachher lief aber der Verkehr wieder. So schraubten wir uns in die Höhe auf 340 m. Die Schanzen sind imposant wenn wir sie auch nur im Nebel ausmachen konnten. Es regnet in Strömen und wir sind auf dem grossen Parkplatz bei der Schanze. Nach dem Abendessen genossen wir noch mit Huggis einen Kaffee und Süssigkeiten.

Dienstag 21.6.2016

Besuch Oslo

Kaum zu glauben, ich traute heute Morgen meinen Augen nicht. Die Sonne zeigte sich am Horizont. Nach dem gestrigen Wetter am Abend beinahe ein Wunder. Nach dem Frühstück besuchten wir die Schanze am Holmenkollen. Der Holmenkollbakken ist eine Skisprungschanze im Stadtgebiet von Oslo. Die Schanze steht auf einem Hang des Berges Holmenkollen und gilt als älteste Sprungschanze der Welt. Im Herbst 2008 wurde damit begonnen, die bis dahin bereits 17-mal umgebaute Holmenkollen-Schanze aus Stahlbeton abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Im September 2008 wurde mit dem Abriss der Tribünen begonnen, die Schanze wurde am 16. Oktober demontiert. Der spektakuläre stählerne Neubau in freitragender Konstruktion wurde im Frühjahr 2009 begonnen. Das Profil des Aufsprunghangs wurde beim Umbau nur leicht verändert, so dass der K-Punkt der neuen Schanze bei 120 Metern liegt. Ich liess es mir nicht nehmen mit der Bahn das ganze von oben anzuschauen. Die Aussicht nach dem Regen ist gewaltig. Die ganze Stadt liegt einem vor den Füssen. Beim Eingang gibt es auch noch eine Ausstellung über die Entwicklung des Skisportes in den letzten mehr als hundert Jahren. Der Ausstellungsort wurde in den Felsen gesprengt. Rund um die Schanze hat es noch Anlagen für diverse andere Sportarten. (Biathlon, Langlauf).

Gegen elf als wir den Berg runterfuhren kamen die Touristenbusse angerauscht. Ich hatte Glück gehabt und konnte direkt nach oben fahren. Später waren wahrscheinlich Wartezeiten angesagt, da pro Bahn nur gerade 10 Personen Platz haben. Wir fuhren nur wenige Kilometer und besuchten noch den Vigelan Skulpturenpark. Der einzigartige Park ist das Lebenswerk des Bildhauers Gustav Vigeland (1869- 1943), mit mehr als 200 Skulpturen in Bronze, Granit und Schmiedeeisen. Vigeland hat auch das Design sowie die architektonische Ausformung des Parks entworfen. Ein äußerst sehenswertes Werk über den Zyklus des Lebens. Es waren viele Schulklassen im Park nebst eben so vielen Touristen. Es ist ein wunderschöner Park mit einem Totenpfahl rundherum sind die Lebensabschnitte des Menschen in Form von Skulpturen dargestellt. Weiter hinten dann ein riesiger Brunnen. Der Park kann von zwei Seiten betreten werden. Bei der vorderen Seite ist der Weg von Bronzefiguren gesäumt.

Nach etwa einer Stunde ging es weiter zu unserem Stellplatz im Hafen. Es ist ein riesiger Platz der mehr als 100 Mobile aufnimmt. Trotzdem ist er fast komplett besetzt. Wir stellten ab und nahmen den Bus der praktisch vom Platz aus ins Stadtzentrum fährt. Rund sechs Stunden klapperten wir die Sehenswürdigkeiten ab. Es hat enorm viele Leute in der Stadt. Man hört alle möglichen Sprachen. In einem schönen Gartenrestaurant assen wir etwas zu Mittag. Nachträglich stellte sich heraus, dass es eines der besten Restaurants war. Es ging weiter zum Hafen. Gegen 17.00 Uhr fuhren wir zurück und genehmigten uns bei schönem warmen Wetter noch ein Bier direkt am Wasser,

Mittwoch 22.6.2016

Wetter schön leicht bewölkt 22 °C

Oslo - Rjukan 180 km

Nach einer weiteren ruhigen Nacht machte Hans sich ein Frühstück mit Schinken und Ei.

Nach dem Frühstück gingen wir noch zum 200 m entfernten COOP. Wir mussten noch für die nächsten zwei Tage Essen einkaufen. Ich hatte da auch die Möglichkeit zwei Tage Reiseberichte nachzutragen, während Nelly, Rolf und Hans einkauften. Vor der Abfahrt war noch Entsorgung angesagt. Von einem Platz der 300 NOK kostet für eine Nacht wird eine anständige Entsorgungsanlage erwartet. Diese entspricht aber in keiner Weise den Anforderungen. Der Schlauch für Wasser und Abwasser war gleich neben der Entsorgungsanlage, also für beides zu gebrauchen. Glücklicherweise hatte ich einen eigenen Schlauch. So konnten wir nach einigen Minuten warten, weil mehrere Mobile entsorgt werden wollten doch noch alles erledigen. Gegen 11.00 Uhr fuhren wir los. Zuerst ginge es auf der Autobahn bis Drammen und dann auf einer Nebenstrecke nach Kongsberg. Bei einem kurzen Halt besuchten wir die Kongsberg Kirche. Dies ist die größte Kirche Norwegens im Barockstil. Die puristische Wirkung der Aussenfassade steht im Kontrast zum maniristischem Interieur der Epoche des Rokoko. Hierfür sind unter anderem die einzigartigen Kronleuchter, das Deckengemälde und die Glogerorgel beispielhaft. Das Glockenspiel mit seinen 24 Glocken kann täglich um 09:00 Uhr, 12:00 Uhr mittags, 15:00 Uhr und 18:00 Uhr gehört werden. Die Kirche verfügte ursprünglich über 2400 Sitzplätze, sektioniert in strenger Hierarchie des Bergwerks. Auf der  östlichen Gallerie befindet sich oben die Loge des Königs und darunter die Logen des Oberberghauptmanns und dessen Mitarbeitern (mit eigenen Türen). Die Hochzeitsloge befindet sich ebenerdig. Die Gesellen sassen auf einfachen Holzbänken in der dritten Gallerie, im Amfi-Stil angelegt. In der Nähe der Kirche ist noch ein Bergwerksmuseum zu besichtigen. Wir zogen es vor weiter zu fahren. 8 Kilometer weiter gibt es noch ein Silberbergwerk. Geringere Erträge und fallende Silberpreise nach dem Zweiten Weltkrieg verursachten allmählich jährliche Defizite in Kongsberg. Dieses gab dann zuletzt den Ausschlag, für eine endgültige Entscheidung des Parlaments zur Schließung des Bergwerks zum 17. März 1957. Das Unternehmen verdiente zuletzt seit mehreren Jahren, mehr Geld mit seinen großen Wäldern, als mit dem eigentlichen Hauptgeschäft im Bergbau. Das staatliche Silbergwerksunternehmen baute jedoch bis zum Schluss noch Silber ab. Der Bergbau in dem Silberbergwerk wurde zurückgefahren und eingestellt und in Folge wurden einige Eingänge teilweise zugemauert. Die Strecke der Grubenbahn die von Besuchern des Bergbaumuseums befahren werden kann, führt 2,3 Kilometer in den Berg.

Unser Ziel war die berühmte Stabkirche von Heddal. Ich erwartete eigentlich einen Menschenauflauf mit Bussen. Weit getäuscht. Wir waren nicht gerade alleine aber in der Kirche liessen wir uns von einer Führerin die Kirch erklären. Die Stabkirche Heddal ist mit rund 20 Meter Länge und 26 Metern Höhe die größte ihrer Art in Norwegen. Sie liegt im Ortsteil Heddal direkt an der Europastrasse 134. im Osten der Provinz Telemark. Der Sage nach erbaute der Troll Finn, der im Svintruberg unweit Heddals wohnte, das Gotteshaus im Laufe von nur drei Tagen. Einzelne Kunsthistoriker datieren die ältesten Teile der Stabkirche, vor allem den Chor auf das 12. Jahrhundert zurück, was jedoch umstritten ist. Im Wesentlichen wurde der Bau wahrscheinlich um 1240 errichtet. Eine Runeninschrift in der Nähe des Südportals lässt den Schluss zu, dass die Kirche am 25. Oktober 1242 geweiht wurde. In schriftlichen Quellen wird sie erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. 1849 bis 1851 wurde das Gebäude nach Plänen der Architekten Nebelong und Hansen restauriert und dabei stark verändert. Insbesondere wurden Fenster eingebaut und der Innenraum modernisiert. Diese teilweise unsachgemäßen Eingriffe stießen bei der Bevölkerung und bei Fachleuten auf Widerstand. Erst 1954 wurden die Änderungen anhand von älteren Zeichnungen mit dem Ziel zurückgebaut, den mittelalterlichen Charakter der Kirche wiederherzustellen. Aufgrund ihrer Größe und der Vielzahl der sich überlappenden Dächer wird die Stabkirche gelegentlich als „gotische Kathedrale aus Holz“ bezeichnet. Die dreischiffige Langkirche mit erhöhtem Mittelraum ruht auf zwölf tragenden Masten, den sogenannten „Stäben“. Für den Bau wurde harzreiches Kiefernholz verwendet, das zum Schutz gegen Fäulnis regelmäßig nach mittelalterlichem Vorbild geteert wird. 25 bis 30 Prozent des Originalmaterials hat sich bis heute erhalten.

Nur 300 m von der Kirche entfernt kann man noch eine Hofanlage besuchen die einen Bauernhof darstellt und aus denkmalgeschützten Gebäuden und Exponaten aus der Zeit vom Mittelalter bis 1930 zeigt. Einige Gebäude wurden von ihren historischen Standorten auf das jetzige Museumsgelände umgesetzt und wieder aufgebaut. Im Sommer werden im Museum Kartoffeln, Gemüse und Kräuter angepflanzt, sowie Hühner und Kaninchen gehalten. Die Innenräume sind sehr schön gestaltet und einen Besuch wert. Unser Weg führte uns weiter nach Rjukan. Rjukan liegt im engen Vestfjord-Tal, das im Norden von den südlichen Ausläufern der Hardangervidda und im Süden von einem der bekanntesten Berge Norwegens begrenzt wird, dem Gaustatoppen (1883 m Höhe). Die Enge des Ost-West-Tals ist der Grund dafür, dass das Licht der tiefstehenden Sonne im Winterhalbjahr von Oktober bis März den Ort am Talboden nicht mehr erreicht. 2013 wurden drei Heliostaten (3 Spiegel mit je 17 m² Fläche) errichtet, die in dieser Zeit Sonnenlicht auf 600 m² Fläche am Marktplatz spiegeln. Am Abend haben wir noch grilliert und die schöne Gegend genossen.

Donnerstag 23.6.2016

Wetter bedeckt bis sonnig 22 °C

Rjuka – Odda 196 km

.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir auf der E37 weiter. Wir wussten noch nicht was uns erwartete. Nach einem kurzen Halt zum Einkaufen ging es nun durch unvergleichliche Landschaften. Wir durchquerten die Telemark Gegend. In Vieli einem Skiort machten wir Halt und liessen die die fantastische Aussicht auf uns wirken. Es war gerade Mittag und wir nutzen die Gelegenheit, nein nicht zum Essen, Kaffee und Kuchen oder ähnliches war auf dem Programm. Wir genossen die einmalige Aussicht

Nach einer halben Stunde ging es weiter. Weitere Passfahrten lagen vor uns. Wir bewegten uns zwischen 500 m und 1000 m. Ein 5 km Tunnel brachte uns wieder in den Winter. Als wir aus dem Tunnel kamen sahen wir nur war Weiss. Die Temperatur lag zwar bei 13 °C aber es lag noch Schnee an den Bergen. Das Wasser war erst am Auftauen. Die Landschaft die wir erleben durften kann man mit Worten nicht beschrieben. Desshalb stelle ich einige Bilder ins Netz. Vom Haukelisenter einem Skigebiet auf rund 1000 m Höhe ginge es dann rapid abwärts mit bis zu 8 % Gefälle.

Wir waren nun gespannt auf den Latefossen, einen Zwillingswasserfall. Låtefossen ist ein touristisch bedeutsamer Zwillingswasserfall mit einer Gesamtfallhöhe von 165 m. Er liegt in der norwegischen Provinz (Fylke) Hordaland, zirka 20 Kilometer südlich von Odda direkt an der Fernverkehrsstraße 13 gegenüber den Hängen des Gletschers Folgefonna. Er bildet einen westlichen Abfluss der Hardangervidda. Bei der Ankunft war er schon von weitem ersichtlich, da es über die Strasse sprühte. An einem kleinen Parkplatz nach der Brücke hatte es glücklicherweise gerade noch zwei Parkplätze. Es war ein emsiges Gehen und Kommen. Die Strasse vor dem Wasserfall war sehr eng, obwohl Lastwagen Busse und ich mit meinem grossen Mobil passieren mussten. So war es am Parkplatz auch ein rechtes Gewühle verschiedener Strassenteilnehmer. Der Wasserfall war beeindrucken. Die Massen an Wasser, die die engen Passagen des Falles durchlaufen geben ein beeindruckendes Bild. Nur noch wenige Kilometer trennten uns von der nächsten Übernachtungsstelle. Direkt am Fjord in Odda haben wir einen Campingplatz gefunden. Der Platz ist voll, wir konnten aber am Rande noch parkieren. Rolf hatte auf der Gegenseite des Weges einen Platz ergattert. Wir grillierten und genossen den schönen Abend bei Wein und guten Steaks. Nun gehen wir noch auf einen Sprung ins Dorf.

Freitag 24.6.2016

Wetter: bewölkt, Regen 15 °C

Odda - Bergen 224 km

Heute Morgen war es bedeckt. Wir starteten gegen 09.30. Unser erstes Ziel war der 30 km entfernte Ort Tyssedal. Wir wollten das Kraftwerk besuchen, das heute ein Museum ist. Man kann das Kraftwerksgebäude inkl. großer Halle, Druckrohre und Turbinenrädern anschauen. Das (alte) Tyssedal-Kraftwerk ist ein imposantes Industriegebäude aus der Jahrhundertwende. Es liegt direkt am Fjordufer und wird seit 1989 nur noch als Museum genutzt. Das neue Kraftwerk wurde nahezu unsichtbar im Berg eingebaut, wo auch die neuen Druckleitungen verlaufen. So erfährt man, dass das Wasser aus dem „Ringedalsvatnet“ im Hardangervidda kommt und durch eine über 3 km lange Tunnelleitung zunächst zu einem am Berghang („Lilletop“) gelegenen Ventilhaus geführt. Von da aus stürzte das Wasser dann mehrere hundert Meter in die Tiefe durch die Turbinen im eigentlichen Kraftwerksgebäude. Der Strom wurde vor allen Dingen für die ortsansässige Rohstoffindustrie (Alu- und Eisenhütten) verwendet, die heute immer noch das Bild der Region prägen.

Nach einer Stunde fuhren wir den Fjord entlang weiter nach Eidfjord. Die Gesamtfläche der Kommune beträgt 1501 km 2, davon liegen 95% über 600 Meter. Einwohner ca. 950 bei 1. Einwohner pro km2. Was man auf keinem Fall versäumen sollte ist der Besuch des Hardangervidda Naturzentrum in Øvre Eidfjord. Alleine der tolle Panoramafilm in 225 Grad ist sehenswert und sein Eintrittsgeld wert. Es geht mit einem Helikopter über Eidfjord den Vøringfossen, die Hardangervidda und vielem mehr. Wer mehr über die Natur, Klima und Umwelt in Norwegen erfahren will ist hier genau richtig. Man findet hier Ausstellungen, Aquarien mit heimischen Fischen und interaktiven Stationen. In der Strasse gegenüber gibt es noch ein Restaurant und Touristenshop. Wir benutzen die Gelegenheit noch etwas weniges zu Essen und fuhren dann bei strömendem Regen gegen Bergen zu. Es war schade, da die Route eigentlich sehr schön ist, aber ohne Sonne ihre Wirkung verfehlt.

Gefühlte 100 Kilometer sind wir gesamthaft in Tunnels gewesen. Nach der Ortschaft Eidfjord fährt man in einen Tunnel der zwei Rondellen hat die von der Decke aus hellblau beleuchtet sind, anschliessend überquerten wir eine neue Brücke, die 2013 eröffnet wurde. Es hatte viel Verkehr, vom Eidfjord nach Bergen, sodass es einmal auch stockte und wir etwa 30 Minuten standen. Schlussendlich sahen wir einen Campingplatz direkt neben der Strasse. Bratland Camping befindet sich 16 km süd-östlich von Bergen Zentrum entlang der Fernstrasse 580. Der Campingplatz liegt in einer idyllischen Lage an einem See und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut von Bergen aus zu erreichen. Wir werden Morgen den Bus nehmen und Bergen besuchen.

Samstag, 25.6.2016

Wetter bewölkt, später etwas Sonne 20 °C

Besuch Bergen

Als wir aufstanden war der Himmel stark bewölkt aber es regnete glücklocherweise nicht. Wir bestiegen kurz nach halb Elf den Bus, der direkt vor unserer Haustüre abfuhr. An der Endstation des Busses konnten wir direkt in eine Strassenbahn umsteigen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde waren wir dann direkt im Zentrum. Die Hauptstrasse vor den berühmten Bryggen Häuseren war gesperrt. Viele Leute warteten auf jemanden. Wer wird wohl hier so wichtig sein ? Nach kurzer Zeit lüftete sich der Schleier. Der König von Norwegen war mit der ganzen Familie in der Stadt Bergen. Harald V. - König von Norwegen - wurde am 21. Februar 1937 auf dem königlichen Gut Skaugum in Asker geboren. Er ist der Sohn von König Olav V. (1903-1991) und Kronprinzessin Märtha (1901-1954). Als König Olav V. am 17. Januar 1991 entschlief, wurde Kronprinz Harald König. Er war der erste in Norwegen geborene Prinz seit 567 Jahren. Bei seiner Geburt hatte das damalige Kronprinzenpaar bereits zwei Töchter, Prinzessin Ragnhild und Prinzessin Astrid, doch keine von ihnen hatte nach der Verfassung von 1814 einen Anspruch auf den Thron. Mit der Geburt von Prinz Harald war die Erbfolge sichergestellt. Nach einer Verfassungsänderung hat jetzt das älteste Kind unabhängig vom Geschlecht einen Anspruch auf den Thron; als Übergangsregelung wurde jedoch festgelegt, dass für vor 1990 geborene Kinder ein Sohn den Vorrang vor einer Tochter hat. Haakon Magnus - Kronprinz von Norwegen - wurde am 20. Juli 1973 in in Oslo geboren. Der Kronprinz ist das zweitälteste Kind von S. M. König Harald V. und I. M. Königin Sonja. Er hat eine Schwester, Prinzessin Märtha Louise. Der Kronprinz ist die vierte Generation des norwegischen Königshauses. Am 25. August 2001 heirateten Kronprinz Haakon und Mette-Marit Tjessem in der Osloer Domkirche. Am 21. Januar 2004 wurde die Tochter des Kronprinzen und der Kronprinzessin, Prinzessin Ingrid Alexandra geboren und am 3. Dezember 2005 der Sohn, Prinz Sverre Magnus. Die Kronprinzenfamilie wohnt auf Skaugum in Asker.

Wir trafen uns zum Mittagessen. Auf dem Markt hatte es viele Stände mit Fischen. Die Menues wurden auf vielen Tellern gezeigt, sodass man genau wusste was man am Ende bekam. Wir nahmen mehrheitlich Fisch kalt und warm.

Nach dem Essen besuchten wir die noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vor allem die Bryggen sind sehr interessant. Seit 1979 steht das Hanseviertel Bryggen mit seinen etwa 60 Gebäuden auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gilt als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Bergens. In den diversen Räumen hat es schöne kleine Geschäfte. Noch einige Worte zu der Stadt. Bergen ist mit 278.120 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Norwegens. Der Großraum von Bergen hat 378.830 Einwohner. Der Hafen von Bergen ist einer der geschäftigsten Seehäfen Europas, von dem aus die Schiffe der Hurtigruten starten. Die Stadt ist geprägt durch die am Naturhafen Vågen verlaufende Bryggen oder früher Tyske Bryggen (norwegisch für Landungsbrücke/Kai bzw. Deutscher Kai), wobei es sich um alte Handelseinrichtungen der Hanse handelt. Im Hafen war noch das Schiff des Königs. Wir suchten noch ein kleines nettes Kaffee und fuhren darnach mit der Bahn wieder zurück zum Wohnmobil.

Sonntag 26.6.2016

Wetter: Regen 13 °C

Bergen – Flam 150 km

Gestern um Mitternacht war wolkenloser Himmel und immer noch sehr hell. Am Morgen als wir aufwachten regnete es. Der Himmel grau in grau und starker Regen. Wir liessen es gemächlich angehen und schliefen bis um halb neun. Nach dem Frühstück zogen wir weiter. Der Weg führte uns wieder die gleiche Strecke zurück bis Voss. (60 km) Also wieder Tunnel um Tunnel. Wir waren aber froh, so war wir wenigstens immer wieder im Trockenen. Kurz nach Voss kommt ein weiterer Wasserfall der Tvinefoss. Auf einer respektablen Breite stürzt das Wasser 152 m in die Tiefe. Etwa 200000 Personen besuchen im Jahr das Naturereignis. Es ist das neunt meist besuchtes Ort in Norwegen.

Es waren noch 70 km bis zu unserem Ziel Flam zu fahren. Bei Dauerregen erreichten wir gegen 14.00 Uhr Flam. Nahe an der Anlegestelle der Schiffe und des Flam Bahnhofes gibt es einen schön gelegenen Campingplatz der terrassiert ist. Wir habe einen schönen Platz bekommen. Nach dem grillieren und Mittagessen machten wir einen Spaziergang zum Pier. Es sind viele Busse hier und dementsprechend auch Touristen. Ein Kaffee Besuch durfte nicht fehlen. Nach dem Besuch diverser Souvenierläden kehrten wir ins Wohnmobil zurück. Fussball EM ist wieder angesagt. Jetzt kann es Regnen soviel es will. Aufgrund der schlechten Wetterlage haben wir die Fahrt mit der Flam Bahn verschoben und hoffen auf gutes Wetter Morgen.

Montag 27.6.16

Wetter, bedeckt bis sonnig

Flam - Loen 233 km

In der Nacht hatte es aufgehört zu Regnen. Die Wetterprognosen verhiessen Hoffnung für am Morgen. Und wir hatten einmal mehr das Glück des Tüchtigen. Der Himmel war zwar noch bedeckt es zeigten sich aber bereits blaue Stellen. Also schnell zum Ticketschalter und eine Fahrt mit der Flambahn buchen. 09.45 Uhr war unserer Start. Erwartungsvoll stiegen wir mit vielen Gruppen in den Zug nach Myrdal. Flåmsbana ist eine eingleisige normalspurige Nebenstrecke der norwegischen Bergenbahn. Sie führt vom 866 Meter hoch gelegenen Myrdal hinunter durch das Flåmsdalen nach Flåm am Aurlandsfjord, auf zwei Meter über dem Meeresspiegel. Die Strecke führt durch 20 Tunnel, wobei einer von ihnen als Kehrtunnel ausgeführt wurde, um Höhe zu gewinnen. Die Gesamtlänge der Tunnel beträgt 5.692,4 Meter: Damit liegen 28 % der Strecke im Tunnel. Um lawinengefährdete Bereiche im Flåmsdalen zu umgehen, kreuzt die Flåmsbana den Fluss mehrfach. Nur an einer Stelle wurde hierfür eine Brücke gebaut; sonst leitete man den Fluss durch Tunnel unter den Bahngleisen hindurch. Im Bahnhof Berekvam können Zugkreuzungen stattfinden. Die Bahn hält an verschiedenen Stationen. An der zweit letzten kann man aussteigen. Wir sind beim Wasserfall Beim Kjosfossen angelangt, es besteht die Möglichkeit zum Fotografieren. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde, es fahren acht bis neun Züge je Richtung im Sommer sowie vier Züge im Winter. Die maximale Geschwindigkeit beträgt bergauf 40 km/h, bergab 30 km/h.

Vor der letzten Station vor Myrdal hält der Zug an einer Plattform. Die Passagiere steigen aus und werden von einem gigantischen Wasserfall verwöhnt. Der Kjosfossen ist ein sagenumwobener Wasserfall in Norwegen. Er gehört zur Gemeinde Aurland in der Provinz Sogn og Fjordane und liegt direkt an der Flåmsbahn. 1951 wurde in der Nähe des Wasserfalls ein Halteplatz für die Bahn errichtet, damit die Reisenden den Zug verlassen können, um den Wasserfall zu besichtigen. Der Halteplatz liegt etwa vier Kilometer von der Bahnstation Myrdal entfernt in einer Höhe von 670 Metern über dem Meer. Bei der Einfahrt des Zuges sind Feengestalten, die einen Tanz am Wasserfall aufführen zu sehen. Dazu erklingt mystische Musik. Da bekommt man Gänsehaut. Die Darstellerinnen sind Studentinnen der norwegischen Ballettschule. Nach kurzem Aufenthalt in Myrdal ging es mit dem gleichen Zug wieder zurück. Das ganze Programm nochmals zurück.

Unten angekommen verpflegten wir uns mit einem herrlichen Fischgericht direkt am Hafen. Inzwischen sind drei Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Wir fuhren weiter zu unserem Ziel Geiranger. Bei idealem Wetter mit Wolken und Sonnenschein durchfuhren wir den längsten Tunnel der Welt den Laerdalstunnel mit 24.5 km. Im Inneren hat er drei Pannenbuchten die blau beleuchtet sind. Ein schöner Anblick. Kurz nach dem Tunnel kommt die Fähre von Mannheller nach Fodnes. Bei schönstem Wetter überquerten wir den Fjord. Auf Nebenstrassen fuhren wir durch viele weitere Tunnels. Wir durchfuhren herrliche Landschaften und stiessen auf den Boyabreen Gletscher, bzw. der Gletschersee mit Blick auf den Gletscher, kann fast direkt mit dem Auto erreicht werden. Dazu zweigt man ca. 200m vom südöstlichen Ende des Fjærlandstunnelen entfernt auf einen Weg zur Brevasshytta ab. Nach etwa 700 m kommt man zum Parkplatz an der Brevasshytta. Von dort erreicht man nach wenigen Minuten zu Fuß den Boyabreen Gletschersee "Brevatnet" mit faszinierendem Blick auf den Gletscher am nördlichen Ende des Sees.

Auf der Strasse Nr. 60 fuhren wir weiter wieder durch unendliche Tunnels. Der Weg führte am Innvikfjoreden entlang. Die Strasse war perfekt und schön breit. Am Ende des Fjords dann eine Baustelle. Wir mussten rund eine halbe Stunde warten weil die Stelle so schmal war, dass die Bauarbeiten dazwischen ausgeführt werden konnten. Es bildete sich eine grosse Kolonne. Aber es ging dann schlussendlich doch weiter. Kurz darnach sahen wir einen schönen Campingplatz in Loen. Ein freundlicher Platzwart begrüsste uns mit vielen Sprüchen. Rolf hat den Grill angeworfen und es gab feine Steaks mit Nudeln und Salat. Anschliessend Treffen zum Schellenjass. Ich möchte speziell erwähnen, dass Norwegen mir Glück gebracht hat. Ich habe die ganze Konkurrenz zweimal geschlagen. Schnell war es Mitternacht und Zeit zum Schlafen.

Dienstag, 28.6.2016

Wetter: bewölkt - sonnig 18 °C

Loen - Geiranger mit Abstecher Dalsnibba 90 km

Wir freuten uns auf die heutige Etappe. Es ist die sog. Königsetappe mit vielen Pässen und grandiosen Aussichten. Das Wetter war wolkig, es schien aber immer wieder die Sonne durch. Somit hatten wir ideale Lichtverhältnisse. gegen 09.30 Uhr gings los. Wieder waren mehrere Tunnels zu durchfahren. Nach jedem Tunnel eine neue Landschaft. Zuerst Fjorde dann Seen und wieder Pässe. Am Naturschutzzentrum das direkt an der Strasse liegt kann man Steine aus der Gegend betrachten. Nelly und Hans konnten der Versuchung nicht widerstehen und ein Exemplar aus dem Wasser zu fischen. Es ist interessant was in Millionen von Jahren entstanden ist. Ebenso sind Informationen über das Naturschutzgebiet, sowie die riesige Gletscherlandschaft zu lesen. Die Natur Norwegens ist atemberaubend und abwechslungsreich. In einzelnen Gebieten ist die Entwicklung des Pflanzen- und Tierlebens noch weitgehend den Gesetzen der Natur unterworfen. Schon im Jahre 1962 hat man deshalb in Norwegen mit der Einrichtung von Nationalparks begonnen. Der Jostedalsbre (300 bis 2000 m ü.d.M) ist ein Plateaugletscher mit vielen Gletscherzungen. Insgesamt ist nahezu die Hälfte des Nationalparks von Gletschereis bedeckt. Der Jostedalsbre ist eines der größten Gebiete Süd-Norwegens mit nahezu unberührter Natur und dadurch von nationalem Wert für Naturschutz und Freizeit. Gletscher entstehen, wenn im Winter mehr Schnee fällt, als im Sommer schmelzen kann. Auf dem Gletscher kann es kalt und stürmisch sein, während in den Tälern die Sonne scheint. Frost und Schneefälle kommen auf dem Gletscher das ganze Jahr über vor.

Die Fahrt führte über die Strasse 15 weiter von Tunnel zu Tunnel. Nach Grov stieg die Strasse in atemberaubenden Serpentinen hoch auf 1000 m zu einem Skizentrum. Wir bogen kurz nachher auf die 63 ab und nun wurde es Hammermässig. Wir stiegen in eine Bergwelt die ihres Gleichen sucht. Es lag noch Schnee und wir fuhren einem See entlang auf dem noch Eisbrocken schwammen. Der See war Tiefblau.

Bei der Djupvasshytta bogen wir Richtung Dalsnibba ab. Der Weg ist kostenpflichtig aber das Geld mehr als Wert. Eine gut ausgebaute Strasse mit vielen Serpentinen fordert Fahrer und Fahrzeug. Die Strasse steigt in vielen Kehren von 1030 m auf 1480 m Die Dalsnibba ist ein hoher Berggipfel südlich des norwegischen Ortes Geiranger. Der Berg ist über die Nibbevegen-Straße, die von der Djupvasshytta auf den Gipfel führt, erschlossen und wegen der Aussicht auf den 7 Kilometer entfernten Geirangerfjord beliebt. Aufgrund seiner Höhe ist er auch im Sommer oft noch schneebedeckt. Nach einem kurzen Aufenthalt, es war windig und gerade mal 8 °C, fuhren wir die vielen Serpentinen wieder hinunter mit einem grandiosen Ausblick. Nun ging es weiter abwärts von 1400 m auf 0 m. Die Aussicht weiter kaum beschreibbar auf relativ enger Strasse. Ich musste einmal einen Sattelschlepper weichen, der von unten heraufkam. Nach rund 2 Min war die Situation aber auch bereinigt. Wir fuhren auf den Campingplatz direkt am Fjord und geniessen die Aussicht auf die Berge und die zwei Kreuzfahrtschiffe. Diese haben sich um 17.30 und 19.30 Uhr mit lautem Schiffshorn und Böllerschüssen verabschiedet. Der Ort liegt am Ende des Geirangerfjordes in der Provinz Møre og Romsdal und hat ca. 300 Einwohner; in den Sommermonaten steigt diese Zahl auf bis zu 2000 Einwohner an. Die Einwohner leben fast ausschließlich vom Tourismus, es kommen neben den Hurtigruten-Schiffen jährlich über 100 Kreuzfahrtschiffe im Geirangerfjord und somit in Geiranger an. In den Wintermonaten ist der Fjord nicht beschiffbar, da von den umliegenden Bergen Lawinen abgehen, die dann hohe Wellen verursachen.

Mittwoch, 29.6.2016

Wetter: schön, leicht bewölkt 20 °C

Geiranger - Bud 212 km

Heute stand und ein ereignisreicher Tag bevor. Hans und ich wollten am Morgen noch eine Rundfahrt auf dem Geiranger Fjord machen. Das Schiff fuhr um 09.00 Uhr ab. Wir haben uns beinahe verschlafen. Am Ende reichte es doch noch. Das Wetter war perfekt der Himmel am Anfang wolkenlos.Der Fjord ist ca. 15 km lang und zwischen 0,6 und 1,3 km breit. Der Geiranger stellt eine Fortsetzung des Sunnylvsfjords dar, der wiederum ein Seitenarm des Storfjords ist. Am Ende des Geirangerfjords, ca. 100 km von der Küstenlinie entfernt, liegt der Ort Geiranger. Der Ort hat ca. 300 Einwohner; in den Sommermonaten steigt diese Zahl auf bis zu 2000 Einwohner an. Die Einwohner leben fast ausschliesslich vom Tourismus, es kommen neben den Hurtigruten Schiffen jährlich über 100 Kreuzfahrtschiffe nach Geiranger. In den Wintermonaten ist der Fjord nicht beschiffbar, da von den umliegenden Bergen Lawinen abgehen, die dann hohe Wellen verursachen. Autofähren fahren in der Sommersaison von Geiranger mehrere Male am Tag durch den Geirangerfjord nach Hellesylt.

Am Anfang des Fjordes kam uns die Aida Musica entgegen, die einen acht stündigen Aufenthalt im Geiranger macht. Bereits am Morgen um sieben ist die Mein Schiff 1 eingelaufen.

Während der Fahrt wurden viele interessante Sagen und Informationen über den Fjord erzählt. An einer Stelle gibt es einen Wasserfall. Die Sieben Schwestern sind sieben direkt nebeneinander in den Fjord stürzende Wasserfälle. Die größte Fallhöhe des Wassers beträgt 300 Meter. Da es in den Wintern immer weniger schneit und die Wasserfälle vom Schmelzwasser aus den Fjell gespeist werden, sind in den Sommermonaten teilweise nur noch vier Schwestern zu sehen. Die Sieben Schwestern sind neben dem auf der gegenüberliegenden Fjordseite befindlichen Wasserfall "Freier" eine der Naturattraktionen bei einer Fahrt durch den Geirangerfjord.

Nach der schönen Schifffahrt von einer Stunde machten wir uns auf den Weg an die Atlantikküste. Da wir wieder auf Meereshöhe waren mussten wir wieder Höhe gewinnen um den Fjord verlassen zu können. Die Adlerstrasse ist ein touristisch sehr beliebter Straßenabschnitt der Reichsstraße 63. Sie verbindet die Orte Geiranger am Geirangerfjord und Eidsdalen am Norddalsfjord. Die Straße ist rund 8 km lang und hat eine Steigung von bis zu 10 %. Besonders der südliche Anstieg vom Geirangerfjord aus ist eine der touristisch eindrucksvollsten Strecken in Norwegen. In elf Serpentinen schlängelt sie sich von Meereshöhe hinauf nach Korsmyra auf 620 m wobei immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf den Geirangerfjord mit seinen Wasserfällen sowie auf den Ort Geiranger möglich sind. Kurz hinter Korsmyra liegt der Eidsvatn-See, nach dem die Straße wieder bergab, nach Eidsdalen am Norddalsfjord führt. Dort wartete unsere erste Fähre des Tages. Von Eidsdal nach Linge. Während ich sofort noch als letzter auf der Fähre Platz hatte musste Rolf 15 Minuten warten auf die nächste.

Die Fahrt ging weiter mit wunderschönen Tälern und Erdbeerplantagen, die nördlichsten Norwegens. Der Weg stieg langsam an Richtung Trollstiegen. Sie ist eine der bekanntesten Touristen-Strecken in Norwegen, etwa 20 km südlich von Åndalsnes. Er ist die Nordseite einer Passstraße, die vom Romsdalsfjord nach Süden zum Norddalsfjord führt, einem Seitenarm des Storfjords. Der Aufstieg von der Nordseite ist nicht so spektakulär wie dann der Abstieg. Kurz nach der Passhöhe hat es einen grossen Parkplatz, der dann auch überstellt war mit Bussen und Wohnmobilen. Ein schön der Landschaft angepasstes Gebäude mit Restaurant und Touristenshop bildet den Ausgangspunkt auf die Aussichtsstege. Auf langen Stegen kann man dann über der Passtrasse in die Tiefe schauen. Ein überwältigender Ausblick auf die kleinen Autos und Cars, die sich durch die Kurven und Engstellen wälzen.

Nach einer halben Stunde Staunen wagten wir uns auch die kurvenreiche Abfahrt unter die Räder zu nehmen. Wir hatten innert kürzester Zeit einen 12 m Reisebuss vor uns, der, erstens uns den Weg freischaufelte und zweitens auch die Möglichkeit gab die Gegend zu betrachten, da alles doch recht langsam ging. In einer Kurve verschätzte er sich und musste dreimal ansetzen. Wir haben in den letzten Tagen interessantere und waghalsigere Strecken befahren, sodass der Pass uns eigentlich nicht mehr beunruhigen konnte. Unspektakulär ging es Richtung Aldalsnes weiter, was wir links liegen liessen. Wir waren nun definitiv aus den Bergen heraus. Die nächste Fähre zwischen Afarnes und Solsnes war gerade abgefahren, sodass wir 20 Minuten warten mussten, was ich zu einem Eis nutzte. Unser Ziel war die Atlantikstrasse zwischen Bud und Kristiansund. Im kleinen Fischerdörfchen Bud fanden wir einen Campingplatz direkt am Meer. Wir beschlossen hier zu bleiben und Morgen einen Ruhetag einzulegen.

Donnerstag, 30.6.2016

Wetter: schön 22°C

Ruhetag Bud

Heute war Ruhetag. Zuerst einmal ausschlafen, dann frühstücken und das ausgiebig. Heute war Lachs, Schinken, Käse und Konfiture auf dem Programm. In der Nacht hatte es leicht geregnet. Am Morgen hellte es aber immer mehr auf und die Sonne schien vom Himmel. Wir benutzen den Tag um Bud zu erkunden. Wir konnten vom wunderbar gelegenen Campingplatz zu Fuss dem Meer entlang laufen. Die Aussicht auf das Meer bei zuerst bedecktem Himmel war trotzdem atemberaubend. Bud ist ein Küstendorf mit 765 Einwohnern. Das Städchen liegt an der Nordwestspitze der Halbinsel Romsdal, die Atlantikstrasse verläuft durch den Ort. Im 2. Weltkrieg wurden grosse Teile Norwegens besetzt und Bud war einer dieser Orte die 1940-1945 unter Belagerung waren. Entlang der Strecke Bud-Kristiansund gibt es mehrere historische Kriegsdenkmäler. In Bud ist auch noch eine Festung der Deutschen. Während des Zweiten Weltkrieg baute die deutsche Wehrmacht eine Befestigungsanlage des Atlantikwalls in der Nähe des Naturhafens. Ein Informationszentrum zeigt interessante Bilder von Schiffen, die versenkt vor der Küste liegen. Beim Bau einer Erdgasleitung musste zuerst abgeklärt werden ob noch wertvolle Zeugnisse der alten Geschichte vorliegen.

Wir benutzen den Tag um Bud zu erkunden. Wir konnten vom wunderbar gelegenen Campingplatz zu Fuss dem Meer entlang laufen. Die Aussicht auf das Meer bei zuerst bedecktem Himmel war trotzdem atemberaubend.Bud ist ein Küstendorf mit 765 Einwohnern. Das Städchen liegt an der Nordwestspitze der Halbinsel Romsdal, die Atlantikstrasse verläuft durch den Ort. Im 2. Weltkrieg wurden grosse Teile Norwegens besetzt und Bud war einer dieser Orte die 1940-1945 unter Belagerung waren. Entlang der Strecke Bud-Kristiansund gibt es mehrere historische Kriegsdenkmäler. In Bud ist auch noch eine Festung der Deutschen. Während des Zweiten Weltkrieg baute die deutsche Wehrmacht eine Befestigungsanlage des Atlantikwalls in der Nähe des Naturhafens. Ein Informationszentrum zeigt interessante Bilder von Schiffen, die versenkt vor der Küste liegen. Beim Bau einer Erdgasleistung musste zuerst abgeklärt werden ob noch wertvolle Zeugnisse der alten Geschichte vorliegen.

Wir liefen zurück zu den Wohnmobilen und genossen die Sonne. Ich machte die Homepage was aber sehr schwer möglich war, da das Netz extrem langsam war. gegen 16.00 Uhr zog es uns ins einzige Restaurant im Dorf. Direkt am Meer war Buffet angesagt. Es war ein Selbstbedienungsrestaurant mit Buffet. Es gab eine fantastische Fischsuppe, diverse warme Menues unter anderem auch Lachs. Als Krönung wurde ein Dessertbuffet angeboten mit diversen Kuchen und Cremen. Inzwischen kam ein Sturm auf. Wir hatten unsere Markisen nicht eingezogen. Schon von weitem sah ich meine hängen. Der Wind hatte die Verstrebungen zerstört. Wir mussten alles demontieren und in der Garage verstauen. Die Markise ist nicht mehr zu gebrauchen. Nachbarn haben seine eingezogen, sodass nichts passiert ist. Ich habe eine elektrische, die ohne Fernbedienung nicht eingezogen werden kann. Pech gehabt. Ist mir vor vielen Jahren schon mal passiert.

Freitag, 1.Juli 2016

Wetter: schön 20 °C

Bud - Kviswik 140 km

Der Wind vom Abend legte sich langsam wieder. Am Morgen war der Himmel schon wieder mehrheitlich blau. Wir starteten nach dem Frühstück und dem Entsorgen des Wohnmobiles Richtung Atlantikstrasse. Bereits kurz nach der Ausfahrt aus dem Dorf waren wir direkt am Meer, das dunkelblau mit leichten Wellen und leuchtenden Felsen leuchtete. Wir hielten bereits nach wenigen Kilometern das erste mal an und bestaunten die Landschaft.

Wir fuhren weiter Richtung Kristiansund. Nach wenigen Kilometern gelangten wir an die berühmte Atlantik Strasse. Sie ist kaum zehn Kilometer lang, trotzdem ist die Strecke an Norwegens Atlantikküste einzigartig. Der Slalom zwischen Felsen und Wellen ist so spektakulär, dass die Straße in Norwegen zum "Bauwerk des Jahrhunderts" gekürt wurde. Besonders attraktiv ist sie im Herbst und Winter, wenn die Stürme die Wellen über die Strasse peitschen. Planungen für die Strecke gab es seit mehr als hundert Jahren. Doch nachdem die ersten Skizzen für eine Straße oder eine Eisenbahntrasse 1935 auftauchten, sollte es noch einmal mehr als 50 Jahre bis zur Fertigstellung dauern: Erst im Sommer 1989 wurde - nach gut fünf Jahren Bauzeit - die so genannte Atlantikstraße an der Westküste Norwegens eröffnet. Die Route ist Teil der Reichsstraße 64 zwischen Kristiansund und Molde im Südwesten des Landes und ersetzt - mit insgesamt acht Brücken - eine Reihe von Fähren. Das Bauwerk kostete 122 Millionen Kronen (zirka 15 Millionen Euro), und um einen Teil der Kosten wieder hereinzuholen, wurde während der ersten zehn Jahre eine Maut erhoben. Mittlerweile muss man nicht mehr Zahlen. Obwohl die Strasse eindrücklich ist haben wir nicht mitbekommen, dass wir bereits drauf waren.

Jedenfalls erreichten wir Kristiansund und glaubten, dass wir eine falsche Strecke befahren haben. Für die Zufahrt zur Stadt muss man den fast sechs Kilometer langen Tunnel, der unter dem Atlantikgrund hindurch führt benützen. Die lokalen Behörden bitten immer noch zur Kasse. Wir entschlossen die Stadt zu besichtigen und dann auf der Weiterfahrt noch die berühmte Strasse zu suchen. Hans und ich benutzen ein Wassertaxi um den alten Stadtteil zu besuchen. Der Besuch war kurz. Es ist nicht viel erhalten und zudem teilweise verwahrlost. In einem Kaffee am Einsteigeort nahmen wir bis die Fähre auftauchte noch schnell einen Kaffee. Die Fähre fuhr die vier Stadteile an, sodass wir dadurch eine kleine Stadtrundfahrt machen konnten.

Wir blieben nicht sehr lange im Ort, da es wenig zu sehen gab. Wir wollten nochmals die Atlantikstrasse suchen. Bei intensivem Kartenstudium gaben wir im Navi die Ortschaft ein, wo sie beginnen sollte. Wir mussten wieder durch den Tunnel zurück was nochmals etwas kostete. Als wir den besagten Ort fanden waren wir wieder da wo wir bereits am Morgen die Strasse befahren haben. Wir haben wohl mehr erwartet, sodass wir nicht gemerkt hatten das es das wohl wirklich war. Jedenfalls fuhren wir nun weiter Richtung Trondheim. Unterwegs passierten wir nochmals zwei wunderschöne Bauwerke, die über die Fjorde gespannt waren.

Kurz vor der Fähre in Kanestraum sahen wir einen Wegweiser Camping. Eine einbahnige Strasse schlängelte sich schlussendlich dem Fjord entlang. Nach rund 9 km kam dann aber ein lauschiges Plätzchen. Camping Marillen direkt an einem kleinen Hafen gelegen mit wunderbarer Aussicht, entpuppte sich als Geheimtip für Fischer. Hier wird hauptsächlich Seelachs gefischt. Wir haben aber keinen Fisch sondern ein gutes Stück Fleisch auf den Grill gelegt und den Abend genossen. Wir verbrachten die Nacht in absoluter Stille. Wir standen an einem Ort direkt am Fjord. Wir schauten noch die EM in einem Zelt mit Deutschen Wohnmobillisten. Wir hatten keinen SAT Empfang, da wir mitten in den Bergen standen.

Samstag, 2.7.2016

Wetter, bedeckt, sonnig, Regen 22 °C

Kiwisvik-Marillen - Levanger 240 km

Gegen 09.30 Uhr fuhren wir los, den Weg von 9 km zurück auf die Hauptstrasse, dann links und schon standen wir vor der Fähre Kanestraum – Halsa. Rund 5.5 km musste überwunden werden. Da die Fähre erst um 10.30 Uhr fuhr, mussten wir rund 3/4 Stunden warten.

In Halsa ging es dann Flott weiter. Die E6 ist am Anfang noch etwas holprig. Später ist sie dann gut ausgebaut. Wir fuhren zuerst die 80 km bis nach Trondheim. Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelva. Trondheim ist mit 187.951 Einwohnern nach Oslo und Bergen die dritt größte Kommune des Landes. In der Stadt wohnen 30´´000 Studenten, die an der Technischen Universität studieren. Wir fanden einen Platz direkt an der Kathedrale. Ein Besuch des riesigen Domes ist Pflicht. Also besuchten wir zuerst das riesige Gebäude. Es ist schon ein imposanter Bau. Es war gerade Gottesdienst in einem Teil. Die Zuschauer konnten trotzdem die Kirche besichtigen. Im Inneren der Kirche befinden sich ferner eine Kanzel aus dem Jahr 1890, zwei Taufbecken eins aus dem Jahr 1728 von Jon Jensen, das zweite aus dem Jahr 1905 von Gustav Wigeland, sowie ein Altarbild. Die Glasmalereien von Gabriel Kielland (1908–1934) und Oddmund Kristiansen (1950–1985), sind inspiriert von französischen Vorbildern. Sie stellen unter anderem die Sage von König Olav Haraldsson und Bibelszenen dar. Es war bei der Rekonstruktion umstritten, ob in die Giebel Farbfenster eingesetzt werden sollten und wie die Westfront insgesamt gestaltet werden sollte. Nach einem Kunstwettbewerb billigte das norwegische Parlament schließlich die Umsetzung der neuen Gestaltungspläne. Im Inneren der Kirche hat es zwei Orgeln. Die ältere der beiden Orgeln stammt aus dem Jahre 1741. Nach mehreren Umbauten wurde 1960 die gesamte Orgelanlage auf die Westempore umgesetzt. Ein Großteil des historischen Pfeifenmaterials wurde eingelagert und blieb auf diese Weise erhalten. 1994 rekonstruierte man die barocke Orgel in der ursprünglin Disposition auf dem Nordtransept und restaurierte das Werk umfassend. Das weitgehend original erhaltene Instrument verfügt über 30 Register. Die Hauptorgel stammt von der Firma "G. F. Steinmeyer und wurde 1930 anlässlich der 900-Jahr-Feier der "Schlacht von Stiklestad" im nürdlichen Querschiff eingebaut, welches die Orgel auch komplett ausfüllte. 1960 wurde sie in den nun wieder aufgebauten Westteil der Kirche umgesetzt und dabei auch massiv verändert, u. a. wurde das Schwellwerk des zweiten Manuals (verteilt auf 2 Manuale) als eigenständige Chororgel im Hochchor verwendet, etliche nicht dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende Register wurden im benachbarten Bischofssitz eingelagert, wo sie teilweise später einem Brand zu Opfer fielen.Die Wiedereinweihung fand am 17. Mai 2014 statt - dem Nationalfeiertag Norwegens.

Wir konnten nur einen Teil besichtigen weil durch den Gottesdienst grosse Teile gesperrt waren. Unser Weg führte uns nun in die Innenstadt. Auf dem Hauptplatz war eine Bühne wo eine schwedische Band spielte. Gleich daneben das Ziel eines Stadtlaufes. Wir zogen weiter in die Altstadt. Die Altstadthäuser sind einem Kanal entlang links und rechts gegliedert. Bunter Holzhäuser meistens auf Holzpfählen gestellt stehen in Reihe. Nach rund drei Stunden zogen wir weiter die E6 entlang. Aus der Stadt geht es durch einen langen Tunnel. Der Verkehr nimmt langsam ab, je weiter man aus der Stadt kommt. Wir fuhren noch 50 km und legten dann auf dem Campingplatz in Levanger einen Halt ein. Nelly und Hans kochten Spaghetti und wir assen zusammen bei mir Abendessen bei einem Glas Wein. Nun ist wieder Fussball angesagt.

Sonntag, 3.7.2016

Wetter, Sonnig 15 °C

Levanger - Harran 150 km

In der Nacht hat es geschüttet. Als wir um 08.00 Uhr aufwachten war klar und deutlich immer noch Regen auf dem Wohnmobildach hörbar. Wir drehten uns um und blieben noch etwas liegen. Es hatte sich gelohnt. Eine Stunde später besserte sich die Lage merklich und es war bereits blauer Himmel sichtbar. Ein Kaltfont hat uns überflogen und kältere Luft gebracht. Das Rückseitenwetter bescherte uns aber auch einen wunderschönen blauen Himmel mit weissen Wolken. Wir benutzen die gute Lage um weiter zu ziehen. Wir fuhren weiter die E6. Bei Steinkjer bogen wir ab und fuhren die 763. Eine kleine Strasse mit kaum Verkehr. Immer wieder kamen herrliche Ausblicke auf den Snäsvatnet See. Rundherum alles bewachsen mit Bäumen und ober der strahlend blaue Himmel. In Bola sahen wir einen Wegweiser Naturpark. Der Parkplatz liegt direkt an der Strasse. Er kann auch als Wohmobilplatz ohne Infrastruktur benutzt werden.

Wir zogen etwas besser Schuhe an bezahlten einen Obulus an der Kasse im Restaurant und zogen los. Der Weg führt zu Felszeichnungen, die aber nur teilweise zu erkennen waren. An verschiedenen Stellen waren Informationstafeln angebracht auch in Deutsch. Wenn man den gut ausgeschilderten Weg weiter fährt kommt man zu einem Aussichtspunkt. Man hat dort eine herrliche Aussicht auf die Umgebung mit See. Wenn man weiter wandert kommt man wieder zum Ausgangspunkt dem Parkplatz und Restaurant zurück. Da sich ein leichter Hunger bei allen bemerkbar machte benutzen wir die Gelegenheit um Mittag zu essen. Es gab leckere Tagesteller mit Lachs und Salat oder Elchgeschnetzeltes mit Salat. Hans wählte den Elch und Rolf sucht ihn noch immer.

Wir fuhren weiter bis wir wieder in die E6 zurückkamen. Wir fuhren einem Fluss entlang, der gestaut ist. Riesige Flächen mit Wasser und wunderbarer Natur begleiteten uns auf unserem Weg. Der Namsen (Fluss) gilt als der König unter den norwegischen Lachsflüsse. Jährlich bringt der Fluss 20 bis 35 Tonnen Lachse und Meerforellen zu tage. Im Jahr 2000 wurden sogar fast 40 Tonnen Lachs in ihm gefangen. Doch nicht nur von seiner starken Fischmenge, sondern auch von den Einzelgewichten der Lachse hat er seinen Ruhm. So wurde 1924 ein Lachs mit einem Gewicht von 31,5 kg gefangen (der norwegische Rekord liegt gerade einmal 1 kg darüber). Der ca. 200 km nördlich von Trondheim liegende Fluss besteht aus vielen Flüssen. Das Gewässer schlängelt sich breit und ruhig durch das Namdalen. In der Gemeinde Grong bildet der Namsen den Wasserfall Fiskumfossen, hier befindet sich auch das Namsen Lachsaquarium und Lachsmuseum, welches zahlreiche Informationen über das Fliegenfischen und Lachsangeln im Namsen bietet. Am Lachsaquarium kann man über eine Staumauer laufen und sich die 291m lange Lachstreppe anschauen, des Weiteren führen Wanderstege direkt am Aquarium hinunter zum Fluss. Mit Schautafeln wird die Entstehung des Staudammes und die Effizienz der Lachstreppe anschaulich erklärt. Nach weiteren 2 km stehen wir nun auf dem CP von Harran. Es regnet im Moment wieder. Wir haben zusammen grilliert und Abend gegessen. Ein weiterer Viertelsfinal ist auf dem Programm.

Montag, 4.7.2016

Wetter, Regen,Sonne 13 - 20 °C

Harran - Bronnoysund 172 km

Der Regen am Abend ging vorbei und am Morgen war es stark bewölkt. Wir fuhren los nochmals 5 km zurück und nahmen die 775 als Überführung auf dir Rv17. Es erwartete uns wieder eine landschaftlich schöne Strecke mit Auf und Ab. Aber es waren keine Passstrassen mehr. Unterwegs hielten wir an einem schönen Aussichtspunkt und genossen die Landschaft. Es regnete immer wieder, dann schien wieder die Sonne. In Holm kam unsere letzte geplante Fähre. Aber kam dann eine Überraschung. Dazu später. Die Überfahrt nun bereits auf dem Meer war problemlos, da es fast windstill war. Rolf hatte das Glück, weil er einen kleineren Wagen hat, noch gerade als Letzter auf das Schiff. Ich musste auf das folgende warten, war dann aber der erste. Schon 10 Minuten später kam die zweite Fähre, sodass es auch für uns schnell rüber ging nach Vennesund. Wir wollten da eigentlich bleiben. Aber es war keine Stadt, sondern nur der Hafen und sonst gar nichts. Also fuhren wir weiter. Der Weg führte immer wieder dem Meer entlang. Das Wetter inzwischen grandios. Sonne und beinahe wolkenloser Himmel. Nun kam die grosse Überraschung. Ich bemerkte plötzlich einen ausgewachsenen Elch direkt neben der Strasse. Ich informierte Rolf über Funk. Da wir hinter uns mehrere Fahrzeuge hatten konnten wir nicht anhalten. Der Wunsch von Rolf ist nun aber auch erfüllt. Als wir an die Verzweigung nach Mosjoen kamen ein Schild mit der klaren Ansage, dass die Strasse gesperrt ist. Was nun ? Wir fuhren die Rv17 mal weiter und kamen nach Bronnoysund wo wir am Hafen einen neuen schönen Stellplatz fanden.

Bei unserer Ankunft war auch gerade das Hurtigrutenschiff am einlaufen. Wir spazierten dem Hafen entlang und fanden ein Fischrestaurant wo es lecker Fisch gab. Anschliessend machten wir zu Verdauung einen weiteren Marsch zu einer wunderschön geschwungenen Brücke wo man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung hatte. Am Abend sassen wir vor dem Wohnmobil und genossen die Abendsonne bis um 23.15 Uhr als sie unterging hinter den Häusern. Sonnenuntergang war aber um 00.30 Uhr und Aufgang um 2.30 Uhr.

Dienstag, 5.7.206

Wetter, bewölkt, schön 15 °C

Bronnoysund - Mo i Rana 210 km

Heute ist das Zusammentreffen mit Brigitte und Gregor auf dem Programm, die von der anderen Seite pünktlich wie wir in Mo i Rana sein werden. Wie bereits gestern kurz angetönt ist die Strasse nach Mosjoen gesperrt. Nach langem Kartenstudium mussten wir feststellen, dass wir nur die Wahl der Weiterführung auf der RV 17 hatten. Das bedeutete dass wir zwei weitere Fähren nehmen mussten. Eine davon dauerte rund eine Stunde. Nach dem Nelly das oK gab, erkundigten wir uns sicherheitshalber noch in der Tourist Office ob das richtig ist. Die nette Dame gab uns weitere Prospekte mit und bestätigte die Sperrung. Also ging es weiter auf der RV 17. Nach rund 12 km kam die erste kleine Fähre zwischen Horn und Andalsvägen. Rund 15 Minuten dauerte diese. Das Wetter wurde immer besser. Das heisst die anfängliche leichte Bewölkung lockerte sich auf.

Nach der Fähre fuhren wir durch eine weitere eindrückliche Landschaft. Es wechselten sich Weideland mit Kühen, Schafen und Kornfelder ab. Begleitet von hohen rund geschliffenen Bergen. Einfach eine Augenweide. Rund 30 Minuten später kam dann die grosse Fähre. Wir konnten direkt reinfahren. Das Meer war ruhig, sodass Nelly keine Probleme bekam. Wir legten anstelle von drei geplanten Stationen nur zweimal an. Somit waren wir in rund dreiviertel Stunden an unserem Zielort Jotta. Während der Fahrt konnte man die Landschaft geniessen.

Kurz nach der Fähre fanden wir einen herrlich gelegenen Picknickplatz. direkt am Meer. Diesen benutzen wir um kurz anzuhalten und etwas aus der Bordküche zu essen. Hans zauberte ein Lachsteller mit Kartoffelsalat auf den Tisch.

Es ging weiter durch eindrückliche Landschaften immer noch auf der Touristenstrasse RV17. Kurz nach Sandnessjoen sahen wir schon von weitem eine grosse Hängebrücke. Sie überquerte einen Meeresarm auf einer länge von mehreren Kilometern. Ein imposantes Bauwerk.

Kurz nach der Brücke dann wieder ein 6 km langer Tunnel. Der Weg führte dann weiter über die E6 nach Mo i Rana. Seit mehreren Tagen kommunizieren wir mit Brigitte und Gregor über den Treffpunkt auf unserer Reise. Gestern war es klar. Es wir Mo i Rana sein. Der Campingplatz war das Ziel. Gegen vier Uhr kamen wir dort an. Die beiden anderen Nordlandfahrer kamen gerade von einem Fahrradtrip aus der Stadt. Das Widersehen war gross. Alle freuten sich dass man sich so weit von der Heimat entfernt trifft. Es war nicht besonders warm und es pfiff ein eisiger Wind um die Mobils. Also zogen wir es vor im warmen Wohnmobil bei mir den Apero zu genehmigen. Es gab viel zu erzählen, Erinnerungen auszutauschen und Tips für die Weiterfahrt zu geben. Gegen sieben Uhr war es Zeit zu Grillieren. Gemeinsam wurde alles was der Kühlschrank her gab auf den Tisch gezaubert. Gemütlich assen wir draussen, in warmen Jacken, eingekleidet ein perfekt hergerichtetes Essen vom Grilleur Rolf. Hans besorgte den Rest mit seiner Gourmetküche. Einiges an Wein und Schnaps diente als Frostschutz. So wurde es ein wunderschöner Abend im hohen Norden.

Mittwoch, 6.7.2016

Wetter, bewölkt 13 °C starker Wind

Mo i Rana - Arjeplog 280 km

Am Abend habe ich noch bis halb eins Berichte geschrieben. Es war noch Taghell. Am Morgen war es stark bewölkt und es blies ein eisiger Wind. Brigitte und Gregor hatten es eilig und verabschiedeten sich um 09.00 Uhr. Wir liessen es gemütlich angehen. Morgenessen und Ver- und Entsorgung waren die ersten Handlungen nach dem Frühstück. Gegen elf Uhr mussten wir zuerst einkaufen. Der Kühlschrank war leer. Nicht weit vom Stellplatz, der nicht besonders ruhig liegt, es hat Schwerindustrie oberhalb des Platzes, fanden wir einen Rema Supermarkt (offen von 06.00 - 23.00 Uhr). Beim Eintreten erschrickt man ab deren Grösse. Die Auswahl an Produkten unendlich. Der Nachteil man kommt nicht mehr weg. Unser erstes Ziel sollte der Polarkreis sein. Polarkreise nennt man die Breitenkreise auf 66° 33′ 55″ (≈ 66,57°) nördlicher und südlicher Breite, auf denen die Sonne an den Tagen der Sonnenwende gerade nicht mehr auf- bzw. untergeht. Es waren rund 80 km von Mo i Rana. Die Strecke führt über die E6. Es wird erst kurz vor dem Aufstieg zum Center interessant. Die Landschaft verwandelt sich von Waldreich zu kargem Bergland ohne Bäume. Es windete stark und war noch gerade 6 °C. kalt. Wir besuchten den Tourismusshop und kauften einige Kleinigkeiten ein. Ein kurzer Spaziergang reichte.

Wir wollten eigentlich oben übernachten. Da wir aber früh am Circle waren, der Wind stark wehte, sodass man keine längeren Spaziergänge machen konnte, zogen wir es vor weiterzufahren. Zuerst geht es durch ein langes Tal. Links und rechts hohe Berge mit Restschnee. Es folgt ein Fluss der sich durch die Steine zwängt und dadurch ganz Spektakulär runter rauscht.

Nach 30 km bogen wir ab Richtung Skelleftea auf der 95. Wir stiegen nochmals auf 800 m. Nachher ging es langsam aber stetig abwärts in eine komplett neue Vegetation. Seen und Wälder bildeten nun die Kulisse bei der Fahrt. Gegen sechs Uhr trafen wir in Arjeplog ein. Ein guter Campingplatz in der Nähe der Stadt ist unsere Bleibe für die Nacht.

Donnerstag 7.7.2016

Wetter: windig, bedeckt dann schön 15 °C

Arjeplog – Blattnicksele 131 km

Es war eine stürmische Nacht. Wir haben aber hervorragend geschlafen. Am Morgen war der Himmel bedeckt und der Wind etwas schwächer. Die Temperatur war aber recht kühl, ca. 12 °C. Nach dem Frühstück fuhren wir die rund 2 km in die Stadt. Arjeplog ist der Hauptort in der Gemeinde gleichen Namens. Der Ort liegt in der Provinz Norrbottens Lappland. Die Stadt ist in erster Linie ein Dienstleistungs- und Fremdenverkehrsort. In der Umgebung gibt es einige Testgelände für die Automobilindustrie. Dort wird im Winter auf gefrorenen Seen die Wintertauglichkeit technischer Teile, aber auch kompletter „Erlkönige“ getestet.

Zuerst besuchten wir die wunderschöne Holzkirche in Arjeplog. Es ist eine wunderschöne warme Kirche. Der Bau ist interessant gestaltet. Gleich neben der Kriche ist das Silbermuseum. Ein Museum das man besuchen muss wenn man in schwedisch Lappland zu Gast ist. Arjeplog ist bekannt für sein Silbermuseum. Es zeigt Silberschmuck der samischen Kultur. Im Kino wird eine Diashow über die samische Kultur, Silberschmuck und Landschaften gezeigt. Die Ausstellung ist jedermann empfohlen.

Nach dem Besuch des Kaffees fuhren wir weiter. Unvergleichlich schöne nordische Landschaften mit grossen Seen und unendlichen Wäldern begleitete uns.

Unser Ziel heute war der Stellplatz Sandsjogarden. Es handelt sich um eine kleine Ferienanlage mit Restaurant, Gästehäusern und Stellplätzen. Die Anlage liegt malerisch eingebettet am Strand des Sandsjön Sees. Es ist ein idealer Ausgangspunkt um die letzte Wildnis Europas hautnah zu erleben. Caroline Schneider und Daniel Schafer wanderten im Oktober 2011 mit Sack und Pack und den Hunden aus. Ihr Plan war die Ferienanlage Sandsjörn das ganze Jahr über zu Laufen zu bringen, dadurch selbstständig zu sein und viel Zeit mit ihren 22 Schlittenhunden verbringen zu können. Wir hatten sehr interessante Gespräche mit Caroline Schneider, die uns vom leben hier mit den Hunden erzählte. Wir haben einen halben liter Wein gekauft, unser ist leider ausgegangen. Anschliessend haben wir wieder ein Grillfest veranstaltet. Heute wollen wir nach dem zweiten Halbfinale noch auf Elchjagd gehen. Es ist wunderbar hell auch mitten in der Nacht

Zusammenfassung Norwegen

Wir haben heute den nördlichsten Punkt unserer Reise erreicht und Norwegen verlassen. Wir haben unwahrscheinlich Glück gehabt mit dem Wetter. Die wichtigsten Programmpunkte konnten jeweils bei schönstem Wetter besichtigt werden. Die Fahrt durch die Atlantikstrasse durften wir bei schönstem Wetter befahren. Die Temperaturen sind leider tief für den Sommer. Eine stabile Hochdrucklage war nicht in Sicht. Wir haben aber wunderschöne Zeiten erlebt mit der Natur. Weit mehr als 200 km Tunnels wurden befahren. Imposante Strecken an Fjorden waren eine Augenweide. Nach jeder Biegung wechselten die Landschaften. Fosse (Wasserfälle) Klein und Gross liefen von den Berghängen. Und immer wieder Trolle. Ein Troll, auch (nordgermanisch „Unhold“, „Riese“, „Naturwesen“), war ursprünglich ein Oberbegriff für alle plumpen, unheimlichen übernatürlichen Wesen, häufig ein schadenbringender Riese der nordischen Mytologie. In allen Geschäften sieht man die Männchen stehen. Ich habe mir auch einen gekauft. Dieser trohnt nun zuvorderst im Führerhaus.

Freitag, 8.7.2016

Wetter: Regen 10 °C

Ruhetag

Gestern nach dem Spiel Deutschland gegen Frankreich gingen wir noch auf Elchjagd. Trotz intensiver Suche fanden wir nur Kühe die in der Wiese lagen und uns entgeistert anschauten. Rund eine Stunde durchforsteten wir das Gelände. Das gibt's doch gar nicht! Mal ist es zu hell oder zu dunkel, mal zu hoch oder zu nass, und manchmal stimmt die Windrichtung nicht. Irgendein Grund findet sich immer, warum die Tiere nicht auftauchen. Dabei gilt Norwegen doch als Elchland ersten Ranges. Der Elch ist das grösste Hirschtier in Skandinavien. Es gibt in der Winterzeit (nach der Elchjagd) ca. 250.000-300.000 Elche in Schweden. Während der herbstlichen Elchjagd werden in Schweden ca. 100.000 Elche geschossen. Ein grosser Elchbulle wiegt 500-600 Kilo. Der Elchbulle verliert sein Geweih im Spätwinter. Nach einigen Monaten wächst wieder ein neues Geweih nach. Elche sind Wiederkäuer (4 Mägen) und haben deswegen Ruheperioden zwischen der Futteraufnahme. Die Brunstzeit ist normalerweise im September-Oktober. Dies einige Informationen zu diesem imposanten Tier.

Die Luft war herrlich. Es wurde nie dunkel sodass wir noch eine Weile im Cockpit sassen und die Natur bestaunten. Wir stehen an einem wunder-schönen Platz direkt am See. Wir schliefen anschliessend ein und wachten um 11.00 Uhr auf. Seit längerer Zeit regnete es auf das Dach, was so beruhigend war, dass wir uns einfach nochmal drehten. Nach dem Frühstück entschieden wir einen Ruhetag einzulegen. Was macht man als Schweizer an so einem Tag ? Richtig Jassen. Meine Mitreisenden hatten mit mir noch eine Rechnung offen. So jassten wir rund zwei Stunden im Wohnmobil. Das Glück stand mir diesmal nicht mehr bei.

Um 18.00 Uhr gibt es Barbecue zubereitet von unserem Gastgeber. Pünktlich begaben wir uns ins Restaurant. Wir wurden nicht endtäuscht. Es gab ein herrliches Salatbuffet mit Crevetten Cocktail, dazu verschiedene Fleischsorten vom Grill. Ein Gläschen Wein durfte nicht fehlen.

Nach dem Essen gingen wir nochmals auf Elchpirsch. Ergebnis war jedenfalls ein Kothaufen den wir fanden. Der Elch dagegen versteckte sich weiterhin im Dickicht. Hans wollte es anschliessend noch Wissen. Es stieg in die Badehose und Schwups war er im Wasser. Temperatur Luft 10 °C, Wasser nicht viel mehr. Gratulation für den Mut.

Samstag, 9.7.2016

Wetter: bedeckt-schön 20 °C

Blattnicksele - Lycksele 233 km

Als wir heute früh aufstanden hatten wir wie erwartet Sonnenschein. Nach dem Frühstück zog es uns weiter. Unser erstes Ziel war das Bergwerk Kristineberg. Zuerst fuhren wir rund 10 km zurück. Dann nahmen wir die Strasse 363. Der Fluss Vindeläven begleitete uns auf der rechten Seite und floss immer wieder über Stromschnellen. .

Kurz nach dem wir auf unsere Hauptoute eingebogen waren wurden wir von einer Elchkuh mit ihrem Jungen überrascht, die über die Strasse spazierten. Wir hatten keine Gelegenheit diese zu Fotografieren, da sie bis zu unserem Eintreffen an Ort bereits das Weite gesucht hatte. Nach rund 60 km bogen wir ab nach Kristineberg. Wir mussten den Eingang zuerst suchen, da es praktisch nicht angeschrieben ist. Am Eingang trafen wir einen Führer der perfekt Deutsch sprach. Er teilte uns mit, dass um 13.00 Uhr die nächste Führung sei. Kristineberg Der Ort liegt etwa 160 km Luftlinie nordwestlich der Provinzhauptstadt Umea und gut 50 km nördlich des Hauptortes der Gemeinde, Lycksele, unweit des Flüsschens Vormbäcken, eines linken Nebenflusses des Vindelälven. Kristineberg verdankt seine Entstehung der Entdeckung bedeutender Erzvorkommen in den 1930er-Jahren. Die Kristineberg-Grube (schwedisch Kristinebergsgruvan) in der Zink-, Kupfer-, Blei-, Silber- und Golderz gefördert werden, ging 1940 in Betrieb. In dieser Zeit wurde auch der Ort als Bergarbeitersiedlung errichtet. 1943 nahm eine Luftseilbahn den Betrieb auf, mit der das Erz in das wenige Jahre zuvor entstandene Boliden westlich von Skelleftea zur weiteren Verarbeitung transportiert wurde, mit 96 Kilometern die längste der Welt. Wir stellten fest, dass die Seilbahn, die wir auf jeden Fall benutzen wollten auch um 13.00 Uhr fährt. Also entschieden wir sofort weiterzufahren. Unterwegs sahen wir Rentiere auf der Strasse. Es war eine ganze Gruppe mit einigen Jungtieren.

Zwei-dreimal mussten wir abbremsen weil nach grossen Gruppen immer wieder kleinere oder einzelne Rentiere unseren Weg kreuzten. Die 90 km konnten wir ansonsten schnell bewältigen, da die Strassen gut waren. In Ruskträsk bogen wir auf die 365 und hatten dann noch 65 km bis zur Station. Wir kamen gerade zeitig um noch ein Ticket zu lösen. Es warteten schon viele Leute und es hatte nur noch wenige Plätze. Von der Seilbahn nach Boliden ist heute ein gut 13 Kilometer langer Abschnitt als Touristenattraktion in Betrieb, allerdings nicht bei Kristineberg, sondern in der östlichen Nachbargemeinde Norsjö am Mittelabschnitt der früheren Erztransportbahn.

Die Luftseilbahn Norsjö ist eine 13,613 km lange Kleinkabinenbahn in der Gemeinde Norsjo. Sie ging im Jahr 1989 in Betrieb. Es handelt sich um die für den Personenverkehr zur Gondelbahn umgebaute Sektion IV der früheren Materialseilbahn Linbanan Boliden - Kristineberg zwischen Örträsk und Mensträsk. Sie hat wie die frühere Materialseilbahn ein Tragseil und ein umlaufendes Zugseil, mit dem 28 kuppelbare Kabinen (14 pro Richtung) mit je vier Sitzplätzen bewegt werden, die die einfache Strecke bei einer Geschwindigkeit von 11 km/h (3 m/s) in rund anderthalb Stunden zurücklegen. Insgesamt drei Kilometer der Fahrt führen über Bäche, Seen und Moore. Mit der längsten Seilbahn der Welt kann man das Meiste über der Natur erleben. Sie ist ein Teil der 96 km langen Strecke. 1943 - 1987 wurden rund 12 Millionen Tonnen Gold in den Förderkörben transportiert. Das Gold Europas wird immer noch in dieser Gegend abgebaut.

Nach drei Stunden fuhren wir nach Lycksele. Zuerst war einkaufen angesagt. Anschliessend fuhren wir zum riesigen Campingplatz Ansia Resort direkt am See. Nachdem wir den ganzen Tag ausser einem Kaffee und einem winzigen kleinen Stück Süssem verbracht hatten, hatten alle mächtigen Hunger. Also warf Rolf den Grill. Hans und ich legten unsere vier Elchsteaks darauf. Es war ein Genuss diese mit Salat zu geniessen. Nach dem Kaffee kam kurz Regen auf. Alle verschwanden in ihren Mobilen.

Sonntag, 10.7.2016

Wetter schön 22 °C

Lycksele - Bonassund 206 km

Wir verabschiedeten uns vom schönen Campingplatz in Lycksele und fuhren die 363 Richtung Bjurholm. Nach etwas mehr als 50 km wollten wir die gemäss Karte schöne Strecke über Orträck nehmen. Es war zwar eine Strecke mit viel Wäldern und schöner Natur. Nicht mithalten konnte die Strasse, die über einen grossen Teil der Strecke Naturstrasse war. Es schüttelte und Rüttelte. Aber auch das hatte einmal ein Ende. In Olofsfors sahen wir am Wegesrand einen braunen Wegweiser mit dem Sehenswürdigkeiten Zeichen. Also bogen wir ab und kamen zu einem Museum.

Wir fanden ein Freiluftmuseum. Die Eisenhütte Olofsfors gibt es immer noch sie steht daneben. Die Firma existiert seit mehr als 250 Jahre. Es werden immer noch Produkte hergestellt. Heute erfolgt die Produktion in modernen Anlagen, währen die alten Hüttengebäude stolz von einer grossen und mächtigen Industrieepoche zeugen. Etwa zwanzig der alten Gebäude werden seit 1979 von der Stiftung verwaltet. In den Gebäuden können die alten Metallbearbeitungsmaschinen besichtigt werden. An einzelnen Orten können die Besucher selbst Hand anlegen. Die Lokale dienen auch für Veranstaltungen und es gibt diverse Handwerksbetriebe die ihre Sachen verkaufen.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang auf dem riesigen Areal fuhren wir weiter auf der E4 Richtung Husum. Das sollte unser nächstes Ziel sein. Beim näheren hinsehen und vorallem dem Geschmack nach war es eine Industriestadt und nicht ein Ferienort. So zogen wir weiter und fanden in der Nähe von Ornsköldivik ungefähr 7 km von der E4 Richtung Meer einen idyllischen Platz mit Meersicht. Solbacken ist etwas erhöht und wir sehen direkt auf das Meer und die untergehende Sonne. Wir grillierten wieder schöne Fleischstücke. Nun werden wir den Final de EM anschauen.

Montag, 11.7.2016

Wetter: bewölkt-schön 20 °C

Bonässund – Norrfällsviken 124 km

Gestern bei der Ankunft teilte uns die Rezeptionistin mit, dass es am Morgen Brunch gibt. Wir benutzen die Gelegenheit und mussten um 08.45 Uhr im Restaurant sein. Wir stellten den Wecker !! auf 08.15 Uhr. Als wir gehen wollten war im benachbarten Wohnmobil noch Ruhe. Nelly und Rolf waren erst gerade wach geworden. Das war das erste mal, dass sie nach uns aufwachten. Jedenfalls reichte es noch für das Frühstück. Leider entsprach der Brunch nicht gerade unseren Vorstellungen. Bei uns wäre es ein normales Frühstück gewesen mit etwas Käse, Ei und Schinken.

Wir fuhren nachher weiter nach Ornsköldsvick. Schon von weitem sahen wir ein buntes Haus mit ausladenden Balkonen. Dahinter war eine Flugschanze, deren Auslauf direkt unter der Bahnlinie durch führte und an einem Betonanbau der aufwärts gerichtet war endete. Die Stadt ist Provinzhauptstadt von Angermanland. Der berühmte Eishockey Spieler Peter Forsberg ist hier aufgewachsen. Die 190 km lange Botniabanan die zwischen Nyland und Umea verkehrt verläuft durch die Stadt. Dafür wurden zwei neue Bahnhöfe gebaut. Die auffallend gepflegte Stadt wird leider durch die E4, die mitten durch geht, und durch die stinkende Papierfabrik, etwas verunziert. Trotzdem ist die von Alt und neu geprägte Stadt einen Besuch wert.

In einem Haus am Hafen haben wir einen Flohmarkt getroffen, der sich sehen lässt. Auf zwei Etagen sind allerlei Gegenstände günstig zu haben. Nach einem Eis ging es rund 50 km weiter Richtung Sundsvall. Als nächster Programmpunkt stand das Naturschutzgebiet

Als nächster Programmpunkt stand das Naturschutzgebiet Skuleskogen auf dem Programm. Ein Naturschutzzentrum Wald zwischen zwischen Fels und Meer. Er gehört zur imposanten Landschaft der Höga Kusten., die zum Weltnaturerbe zählt. Die rötlichen Felsen des Nordingrägranit, die durch die Landerhebung gebildete Küste und der Nadelwald zwischen Süd und Nord prägen den Charakter des Nationalparks. Kein anderer Teil der Welt stand während der Eiszeit unter einem solchen Druck des Inlandeises. Nachdem das Eis geschmolzen war, begann sich das Land aus dem Meer zu erheben und noch immer steigt es 1 cm im Jahr. Der Nationalpark hat viele Stege durch die Natur. Wir sind etwa 2 Stunden unterwegs gewesen. Es ist schon eine eindrückliche Landschaft. Die Wege gehen Auf und Ab. Kondition ist gefragt. Nach der Rückkehr wollten wir nicht auf dem Parkplatz übernachten, obwohl es möglich ist.

Uns zog es ans Meer. 25 km Fahrt war noch nötig. Unser Ziel war ein CP in Mjöllon. Nach weiteren 3 km Schotterpiste, die nicht nötig gewesen wären und somit Nelly gestresst hat, da sein Fahrzeug nicht so gut gefedert ist wie meines, erreichten wir das schmucke Fischerdörfchen gegen 17.00 Uhr. Der CP liegt mitten im Wald. Glücklicherweise ist die EM vorbei, sodass wir keinen SAT Empfang mehr brauchten. Wir haben grilliert, da wir kein Fischrestaurant mit den von uns gewünschten Fischen gefunden hatten

Dienstag, 12.7.2016

Wetter: schön, leicht bewölkt 20 °C

Norrfällsviken – Härnosand 115 km

Nach einer guten Nacht machten wir uns um 09.30 Uhr auf den Weg. Die Sonne schien aus einem praktisch wolkenlosem Himmel. Wir folgten der schönen Strasse mit Bergwald und ausgedehnten Wiesen einmal bergauf dann wieder bergab. Am Ende gibt es noch eine schmale Zufahrt zum pittoresken Fischerdorf. Bönhamn. Vor dem Ort hat es mehrere Parkplätze wo man das Mobil gut stehen lassen kann. Den Parkbetrag legt man in ein kleines Plastiksäcken das dann in einen Briefkasten gelegt wird. Zu Fuss sind es dann 5 Min. zum Dorf. Als erstes sticht einem eine kleine Kapelle ins Auge. Wenn man den Schlüssel findet kann man sie besuchen. Es ist eine schlichte, aber liebevoll gestaltete Kapelle mit Wandmalereien. Rolf hielt uns eine Predigt. Wir genossen den Tag mit einem kleinen Spaziergang. Direkt am See hat es ein Kaffee mit leckeren Süssigkeiten. Wir konnten nicht widerstehen. Auf der Terasse genossen wir das bunte Treiben der Boote, die sich auch langsam wieder auf den Weg machten und ausliefen. Das Dorf mit den kleinen Häusern gab ein wunderschönes Bild im Zusammenhang mit dem blauen Meer.

Wir setzen uns langsam wieder in Bewegung und wollten noch nach Barsta. Eine Stichstrasse führte in das kleine Dorf. Es hatte auch seinen Reiz, war aber nicht vergleichbar mit Bönhamn. Es waren nur wenige rote Häuser, einige Ferienhäuser und ein Campingplatz direkt am Meer. Das besondere ist aber die kleine Kirche etwas erhöht über dem Dorf. Die Barsta Kapelle war geschlossen. Der Schlüssel hing aber an der Seite, sodass man sie besichtigen kann. Die Kirche stammt aus dem 17 Jahrhundert und ist aus Holz. Es hat sehr schöne Wandmalereien. Von der Anhöhe aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Dorf und das Meer.

Unser nächstes Ziel war die Stadt Härnösand. Es ging zum Teil die gleiche Strasse wieder zurück. Plötzlich ein Hilferuf von Rolf. Wir sitzen fest im Graben. Ich also wieder zurück. Nach kurzer Fahrt traf ich die beiden festsitzend im Graben. Sie wollten einem drängelnden LKW die Vorfahrt lassen und haben den recht tiefen Graben am Strassenrand übersehen. Nach kurzer zeit war das Mobil wieder entpannt. Rolf hatte glücklicherweise ein Abschleppseil und ich das passende Fahrzeug. Wieder zurück auf der E4 mussten wir in der Nähe der Stadt den Storfjärden Fjord überqueren. Dazu wurde eine der längsten Hängebrücken der Welt gebaut. Es ist ein imposantes Bauwerk. Die 180 m hohen Pylonen überragen die Gegend. An der Brücke hat es ein Picknickplatz mit bester Sicht auf Brücke und Umgebung.

In Härnosund waren wir zuerst wieder einkaufen. Anschliessend besuchten wir die hübsche Hafenstadt. Ein Rundgang zur Domkirche, die absolut sehenswert ist. Die erste Kirche der Stadt wurde 1593 errichtet. 1647 wurde sie Bischofskirche des Bistum Härnösand. Die alte Kirche wurde 1721 von russischen Truppen niedergebrannt und an gleicher Stelle entstand der heutige Dom. Der Bau wurde 1846 fertiggestellt. Es ind weitere schöne Gebäude zu sehen. Wir fanden in der Stadt auch ein Restaurant wo es Fisch gab. Wir parken direkt am Meer auf einem Parkplatz der beschildert und kostenlos ist.

Mittwoch, 13.7.2016

Wetter: Schön-bedeckt-Gewitter 22 °C

Härnösand – Ljusne 287 km

Gestern Abend haben wir im Hafen noch der Küstenwache zugeschaut. Sie haben jedes Boot gestoppt und Alkoholkontrolle gemacht. Nach einer ruhigen Nacht sind wir wie immer gegen 09.30 Uhr weiter gefahren. Heute stand Autobahn E4 auf dem Programm. Es gibt keine anderen Varianten dem Meer entlang. Wir wollten zuerst nach Sundsvall um die Stadt zu besichtigen. Sundsvall hat rund 50000 Einwohner und liegt am Meer. Man sieht leider auch Industrieanlagen, die das Bild der schönen Hafenstadt verschandeln. Die Stadt hat sehr viele grosse Steingebäude, die erreichtet wurde nachdem die Stadt abbrannte. Ein grosser Platz wird von den Gebäuden umschlossen. Weiter kann man die Adolfskirche besichtigen, die wirklich sehenswert ist. Die mächtige Kirche wurde im neugotischen Stil erbaut. Sie hat wunderbare Glasscheiben, die von den Einwohnern gestiftet wurden. 1950-1952 wurde die Kirche erstmals renoviert. Dabei wurde die Kanzel errichtet und das damalige Altarbild durch Holzskulpturen ersetzt. Im Jahre 1988 und 1989 wurde die Kirche erneut renoviert. Durch einen Brand musste die Kirche im Innern vollständig rekonstruiert werden. 1992 wurde auch die Orgel von 1888 durch eine reue romantische Orgel mit 53 Registern ersetzt. 2012 wurde sie nochmals renoviert.

Nach dem Besuch der Stadt folgten wir dem Schild Stadsberget. Es geht einen steilen Hang bergauf und man kommt auf einen riesigen Volkspark. Es ist auch gleichzeitig ein Freiluftmuseum mit 40 historischen Gebäuden. Zuoberst steht ein 22 m hoher Turm der zu besteigen war. Man hat von ganz oben eine Irre Aussicht auf die Stadt den Hafen und die Schornsteine der Industrien.

Unser nächstes Ziel war ein Übernachtungsplatz. Wir suchten auf der Karte nach einem Platz in der Nähe des Meeres und wurden fündig. Der Platz war idyllisch gelegen und von einem Schweizer der vor vier Jahren ausgewandert ist betrieben. Am Abend habe ich mit Nelly noch einen Erkundungsspaziergang gemacht. Der Fluss beim Camping wird gestaut und das Wasser für die Gewinnung von Strom benutzt. Wir sind auf den Damm gegangen und haben alles begutachtet. Von weitem sahen wir viele Fischer unten nach dem Stauwehr. Das machte uns stutzig und wir gingen so schnell als möglich hinunter. Wir staunten und mussten zuerst mal alles einordnen, bevor uns klar wurde dass die springenden Fische im Wasser Lachse waren, die versuchten die Stauwehr zu überwinden was natürlich nicht geht. Immer wieder sprangen Prachtskerle aus dem Wasser. Die Fischer versuchten sie zu fangen. Alles wurde registriert vom Fischereiaufseher. Den Lachsen wurden die Eier abgenommen und gesammelt. Am nächsten Morgen haben wir gesehen, dass auf der Staumauer ein haus steht, mit diversen Becken. Männer waren geschäftig liessen uns aber nicht zusehen. Wir haben den Campingplatz Besitzer interviewt und herausgefunden, dass die Eier aufgezogen werden und die Lachse dann wieder oberhalb der Staumauer ausgesetzt werden. Der Natur wird also von Menschenhand nachgeholfen. Es wurden Lachse mit 22 kg Lebendgewicht gefangen.

Donnerstag, 14.7.2016

Wetter; Bedeckt-Sonnig-Regen 21 °C

Ljusne – Uppsala 200 km

Nach einem ausgedehntem Frühstück hatten wir es heute nicht eilig, da wenig auf dem Programm stand. Wir hatten als Ziel Uppsala ausgewählt. Von Ljusne aus nahmen wir die Küstenstrasse und fuhren nicht auf der E4. Wir wollten nochmals ans Meer, bevor es dann endgültig fertig ist in Schweden. Als Ziel suchten wir das Fischerdörfchen Bönan aus. Inzwischen fing es an zu Regnen oder man kann es auch Schütten nennen. Unsere Womis wurden wieder einmal fachgerecht gewaschen. Als wir Bönan erreichten schien die Sonne wieder. Es waren gewitterähnliche Regengüsse, die nur örtlich sich entluden.

Wir spazierten etwas vom Parkplatz aus und fanden einen kleinen alten Leuchtturm der bei der Sjöfartsverket (Lotsenstation) stationiert ist. Im inneren hatte es verschiedene alte Gegenstände der Fischer. Man konnte den Turm auch besteigen, was wir natürlich auch machten. Von oben hatte man eine schöne Aussicht. Wir wollten weiter noch im Restaurant Fischessen, was ein weiteres mal in die Hose ging. Fisch Fehlanzeige, Süssigkeiten und kleine Gerichte wären vorhanden gewesen. Gegenüber dem Parkplatz ist eine Fischräucherei. Der frisch gefangene Fisch wird mit frischem Tannengrün heiss geräuchert. Das soll der beste Fisch von Schweden sein. Ich kann noch nichts dazu sagen, da ich den gekauften Fisch erst in der Schweiz geniessen werde. Wir zogen weiter. Die letzten 130 km bis nach Uppsala fuhren wir auf der E4 an einem Stück. Gegen 15.00 Uhr waren am Campingplatz, der beinahe mitten in der Stadt liegt. Fyrihsov liegt zentral, sodass wir zu Fuss in die Stadt laufen konnten. Uppsala ist eine Studentenstadt, was augenfällig ist. Viele junge Leute flanieren oder sitzen in Kaffees und diskutieren

Freitag, 16.7.2016

Wetter: bedeckt-schön 20 °C

Uppsala – Norsholm 300 km

Wir haben auf einem schönen Platz übernachtet. Am Morgen war der Himmel stark bewölkt, in der Nacht hat es einmal leicht geregnet. Heute war der Abschiedstag für Hans, der am Nachmittag von Stockholm-Arlanda nach Zürich zurück flog. Wie sich am Abend herausstellte einen Tag zu früh. Darüber aber später. Ich hatte am Morgen mit einen grottenschlechtem WLAN zu kämpfen. Schlussendlich bin ich dann aber doch zum Ergebnis gekommen. Hans und die beiden Huggis sind während dieser Zeit sind nochmals in die Stadt gelaufen. Ich habe entsorgt und war am Mittag bereit, als die drei wieder zurückkamen. Nelly und Rolf machten sich auf den Weg nach Strängnäs das wir als Treffpunkt ausgewählt hatten. Ich bin mit Hans noch zur Gamla Uppsala gefahren. Wir haben die alte Stadt und die Grabhügel besichtigt.

In einem Restaurant haben wir uns ein Crevettenbrötchen genehmigt und sind anschliessend losgefahren zum Flughafen. Die 40 km waren in dreiviertel Stunden bewältigt. Ich konnte mit dem Mobil direkt vor das Terminal 5 fahren. Alles ist grosszügig gestaltet. Nach der Verabschiedung von Hans fuhr ich ebenfalls zu unserem Treffpunkt Strängnäs. Knapp vor vier Uhr waren wir wieder zusammen und fuhren direkt weiter. Wir konnten über die Strasse 55 und 57 direkt nach Norrköping fahren. Die Strassen sind Top und mit einem Schnitt von 80 km gut befahrbar. Nach der Ausfahrt 114 kamen wir auf eine Landstrasse. Wir suchten den Weg zum Götakanal. Also fuhren wir los, plötzlich sah ich den Kanal und gleich daneben einen Stellplatz. Also umdrehen und die nächste Strasse links einbiegen. Wir fuhren um das Sanitärhaus direkt auf den Grill zu. Es bruzelten diverse Fleichsorten. Mit dem Daumen nach oben begrüsste ich die Grilleurin. Wir bekamen gerade noch zwei Plätze auf dem neuen Stellplatz. Es war BBQ angesagt. Wir nützen die Chance und gingen zum Restaurant. Das Wetter traumhaft schön. Grosse weisse Blumenkohlwolken gaben dem Götakanal und den Schiffen eine traumhafte Stimmung.

Und jetzt komme ich nochmals auf Hans zurück. Es wäre ein wunderschöner Abschiedsabend gewesen. Als Steigerung des guten BBQ mit vielen verschiedenen Fleischsorten und Salaten war noch eine Musik anwesend. Drei Frauen sangen schwedische und internationale Lieder mit der Begleitung eines Keyboard Spielers. Es waren junge professionelle Sängerinnen und Sänger. Bei der untergehenden Sonne mit der warmen Stimmung, den Schiffen und des ruhigen Wassers gaben ein traumhaftes Bild. Es war ein schöner Abend.

Samstag, 17.7.2016

Wetter, schön-bedeckt 19 °C

Norsholm – Toftaholm 286 km

Nach dem wunderbaren Abend machten wir uns am Morgen wie gewohnt gegen 09.30 Uhr auf den Weg. Als nächstes stand der Götakanal auf unserer Wunschliste. Wir fuhren nicht auf der E4 sondern benutzen die Nebenstrecke über Linköping nach Berg. Die Strasse ist sehr bereit führt durch schöne Gegenden mit Wiesen und Agrarwirtschaft. Schon von weitem waren Hinweistafeln auf die die Schleusenanlagen sichtbar. Die grösste Attraktion vom Götakanal sind die Schleusen von Berg. Sie liegen auf einem wunderschönen Hügel am See Roxen. Das Gebiet verfügt über die einzigartige Schleusentreppe mit 7 aufeinander folgenden Schleusen und zwei Doppelschleusen. Der Götakanal ist 190 km lang, ist die meistbesuchsteste Touristenattraktion Schwedens. Das Bauwerk wurde 1810 – 1832 gebaut und erstreckt sich von Mem an der Ostsee bis Sjötorp am Vätternsee und hat 58 Schleusen. Zusammen mit dem Trollhätte Kanal verbindet er Göteborg mit Stockholm. Wir schauten den Freizeitkapitänen zu wie sie die Schiffe von Schleuse zu Schleuse fuhren. Rund 15 Minuten dauerte es bis sie weiterfahren konnten. Zudem ist es eine Präzisionarbeit die Schiffe in die engen Schleusen zu manövrieren festzuzurren und die Leinen im rechten Augenblick zu lösen oder anzuziehen wenn das Wasser steigt oder sinkt. Nach rund zwei Stunden zogen wir weiter zur nächsten Schleuse in Motola. Auch hier waren mehrere Schleusen hintereinander zu bewältigen um den Höhenunterschied auf den kleinen Berg zu bewältigen. Wir waren beeindruckt und erstaunt wie es möglich ist einen solchen Kanal zu bauen. Hier spielt das Leben der Yachting Kapitäne. Man sah Franzosen, Norweger, Deutsche und natürlich Schweden, die sich durch den Kanal bemühten. Unser Weg führte weiter Richtung Süden. In Linköping machten wir nochmals einen Zwischenstopp um Brot zu kaufen und die Einkaufstrasse, die Autofrei ist zu besuchen. Es ist eine sehr moderne Stadt direkt am Roxensee. Nach dem kurzen Besuch fuhren wir noch einige Kilometer weiter, damit wir Morgen nicht so weit haben zur Fähre nach Dänemark. Wir fanden am Vodoternsee einen Campingplatz wo wir nun übernachten.

Sonntag, 18.7.2016

Wetter: stark bewölkt, teilweise sonnig 18 °C

Toftaholm - Grossenbrode 393 km

Montag, 18.7.2016

Wetter: bewölkt-sonnig 24 °C

Grossenbrode – Uelzen 212 km

Heute sollte es ein Reisetag werden. Wir starteten für unsere Verhältnisse früh. 09.00 Uhr starteten wir bereits nach Helsingborg. Es waren 150 km noch zu bewältigen. Beinahe alleine auf der Autobahn waren wir gegen 11.00 Uhr an der Fährstation. Schnell waren die beiden Fähren im kombiticket gelöst. Wir konnten direkt auffahren und schon gings los. Die Fähre von Helsinborg nach Helsingör ist kurz. In den 15 Minuten hat man kaum Zeit zum shoppen. Nach dem verlassen der Fähre fuhren wir Richtung Copenhagen. Die Fahrspuren verraten dass in der Rush Hour wohl viel los ist. Es sind teilweise vier Spuren vorhanden. Am Sonntagnachmittag war aber nicht viel los, sodass wir schnell Richtung Roedby weiterreisen konnten. gegen 14.00 Uhr war die nächste Fähre bereit. Ebenso schnell wie zwischen Schweden und Dänemark waren wir auch auf der Fehmarnroute schnell auf dem Schiff. Diese Fähre ist jedoch mit 45 Minuten länger. Wir hatten Zeit um zu Shoppen und auch ein Crevettenbrötchen zu genehmigen. Die Zeit verging wie im Fluge und schon waren wir wieder gefordert das Wohnmobil zu finden und aus dem Schiff zu steuern. Wir suchten nun einen Stellplatz. ich habe einen aus den Führer ausgewählt. Als wir da ankamen war er zwar Idyllisch am Meer gelegen aber weit von der Zivilisation entfernt. Also fuhren wir weiter. Der nächste Platz kurz vor der Fehmarnbrücke war mit einer Barriere gesperrt. Es war Zeit zum Tanken. Der Besitzer gab uns dann den Tip von einem schönen Stellplatz ganz in der Nähe. So waren wir dann schlussendlich in Grossenbrode. Der Tip war gut. Ich habe perfekt WLAN und kann nun die drei Tage nachführen. Am Strand gab es viele Restaurant. Wir mussten bis zum Polarkreis und zurück bis wir in Grossenbrode einen guten Fischteller bekamen mit Dorsch, Seelachs und Dorade. Einfach herrlich. Ein Eis als Dessert vom Stand war dann der krönende Abschluss.

Gegen 10.30 Uhr fuhren wir weiter Richtung Süden. Wir besuchten zuerst einmal die Hansestadt Lübeck. Mit ihren 214.420 Einwohnern ist Lübeck nach der Landeshauptstadt Kiel die Stadt mit den meisten Einwohnern und somit eines der vier Oberzentren des Landes. Flächenmäßig ist sie die größte Stadt in Schleswig-Holstein. Die mittelalterliche Lübecker Altstadt ist seit 1987 Teil des UNESCO Welterbes. Die nächstgelegenen großen Städte sind Hamburg etwa 65 Kilometer südwestlich, Kiel etwa 78 Kilometer nordwestlich und Schwerin etwa 68 Kilometer südöstlich. Die Hansestadt wird auch „Stadt der sieben Türme“ und „Tor zum Norden“ genannt. Sie gilt als „Königin“ und „Mutter der Hanse“, einer Handelsvereinigung, die seit dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit durch Freihandel und friedliche Zusammenarbeit für großen Wohlstand in Lübeck und anderen Mitgliedsstädten sorgte.

Wir hatten Glück mit dem Parkieren. Mitten in der Stadt in allernächster Nähe der Altstadt gibt es Parkplätze für Cars und einen weiteren für Wohnmobile. Wir ergatterten einen der letzten. Zu Fuss konnten wir dann die Altstadt erkunden. Ein Besuch verschiedener Geschäfte durfte nicht fehlen.

Nelly zeigte mir ihr Geheimtip. Ein Geschäft in der Einkaufsmeile voll von Süssigkeiten. Das weltberühmte Geschäft und Kaffee war voll von leuten die kauften oder die Pracht bewunderten. Das Geheimnis des Niederegger Marzipans wird im Familienunternehmen von Generation zu Generation weiter gegeben. Aromatische Mandeln werden veredelt und traditionell in Röstkesseln über offener Flamme zubereitet. Wenn die Niederegger-Konditoren sich mit Torten und Eisfantasien beschäftigen, kommt dabei immer etwas ganz Besonderes heraus: Das Geheimnis sind die Qualität und die Frische der Zutaten. Seit mittlerweile sieben Generationen werden die überlieferten Rezepte und berühmten Gebäck-Kreationen ständig verfeinert und haben in der Konditoren-Kunst genau jenen Ruf erlangt, der jeden Kenner begeistert. Wir konnten nicht widerstehen.

Nach rund zwei Stunden fuhren wir weiter Südwärts. Wir fuhren noch bis Uelzen, was ich von einer früheren Tour bereits kannte. Der Stellplatz liegt an einem Hafen. Morgen werden noch die Stadt besuchen und fahren dann weiter.

Dienstag, 19.7.2016

Wetter: bedeckt 18 -25 °C

Uelzen – Rotenburg a.d. Fulda 320 km

Am Morgen fuhren wir in die Stadt und streiften kurz durch die Einkaufs-passage. Uelzen ist von Fachwerkarchitektur geprägt und weist zudem einige beachtliche Bauwerke der norddeutschen Backsteingotik auf. Weit über die regionalen Grenzen hinaus wurde die Kreisstadt bekannt, als "Friedensreich Hundertwasser" für die Umgestaltung des Bahnhof gewonnen werden konnte. Dieser Bahnhof ist schon interessant anzuschauen. Überall sieht man die Spuren von Hundertwasser.

Nachdem wir noch kurz Brot und Süssigkeiten eingekauft hatten zogen wir weiter. Wir waren in der Nähe von Wolfsburg. Also liessen wir uns einen Besuch bei Benaglio nicht entgehen. Ach nein wir gingen gegenüber vom Stadion in die Autostadt und besuchten die schöne Anlage die VW angelegt hat.

Was motiviert Menschen zu Höchstleistungen? Welche Kraft steckt unter einer Motorhaube? Und wer bewegt die Wirtschaft der Zukunft? Reise in die Welt der Mobilität. Die am 1. Juni 2000 eröffnete Kommunikationsplattform Autostadt ist ein Themen- und Erlebnispark und beherbergt das grösste Auslieferungszentrum für Neuwagen weltweit. Mehr als zwei Millionen Fahrzeuge wurden hier bereits an ihre neuen Besitzer übergeben. Bei ihrem Aufenthalt in der Autostadt lädt der Themen- und Erlebnispark seine Besucher zu einer Reise in die Welt der Mobilität ein. In einer über 28 Hektar grossen Parklandschaft schaffen Architektur, Design und Natur den Rahmen für vielseitige Attraktionen: Ausstellungen zeigen Klassiker der Automobilgeschichte und illustrieren, warum sie in ihrer Zeit Massstäbe setzten. Kunstwerke und Filme regen zur Auseinandersetzung an; Forschungsstationen laden zum Mitmachen ein. Die einzelnen Pavillons sind den verschiedenen Automarken gewindet, wo jeweils die neuesten Generationen ausgestellt sind und vom Fachpersonen erklärt werden. Ein grosser Ausstellungsraum zeigt wunderschöne Autos aus früheren Zeiten. Eine Augenweide für Fahrzeugfreaks.

Wir assen noch Mittag im schönen Restaurant. Anschliessend nach rund 3 Stunden Besuch fuhren wir weiter zu unserem letzten Schlafplatz unserer Reise. Wir haben uns Rotenburg a.d. Fulda ausgesucht. Wir fanden einen idyllisch gelegenen Stellplatz direkt am Fluss. Nach dem selbst gekochten Abendessen ging es ins Bett.

Mittwoch, 20.7.2016

Wetter: wolkenlos 32 °C

Rotenburg a.d. Fulda – Hammelburg – Schlüsselfeld 226 km

Am Morgen spazierten wir noch in die Stadt, die sehr schöne Fachwerkhäuser hat. Der Fulda entlang hatte es zum Glück einige Baumreihen die Schatten gaben. Die Sonne schien schon heiss herunter. An der engsten Stelle im Fuldatal liegt das alte Landgrafenstädtchen Rotenburg, ein mit Mauern und Türmen befestigter Ort aus dem 11. Jahrhundert. Wandert man durch die Strassen und Gassen, sieht man die vielen bunten Fachwerkhäuser. Ausser Rathaus, Schloss und den Kirchen bestand und besteht heute noch fast ganz Alt-Rotenburg aus solchen Bauten. Die meisten stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, doch einige wenige haben die grossen Stadtbrände in früheren Zeiten überdauert. Sie sind besonderes interessant, weil man an ihnen auch die Entwicklung des Fachwerkbaues verfolgen kann. An verschiedenen Stellen sind Bronzefiguren aufgestellt. Der Fluss teilt die Stadt in zwei Teile. Dazwischen steht ein Wasserkraftwerk. Damit die Fische wandern können sind 22 Fischtreppen eingerichtet. Nachdem wir uns nach dem Besuch noch ein Eis gönnten fuhren wir auf Landstrassen weiter.

Wir fuhren weiter über Land durch herrliche Naturen. Die Strassen verliefen zum Teil unter Baumalleen. Unsere Reise schloss sich wieder in Hammelburg, wo wir unseren ersten Halt in Deutschland hatten. Nach einem guten Mittagessen in der Gartenwirtschaft verabschiedeten wir uns. Ich fuhr östlich weg Richtung Nürnberg, während Nelly und Rolf noch einen Halt in Würzburg einlegen und dann weiter entscheiden wie es nach Hause geht. Damit endet unsere Skandinavienreise. . Ich werde nun meinen Job als Berichterstatter der Faustball WM der Jugend in Nürnberg machen, am Montag noch ins Werk von Morelo fahren und spätestens am Mittwoch zu Hause sein. Es folgen später viele Bilder in einer Bildergalerie. Eine Zusammenfassung wird dann auch noch erstellt aber erst wenn ich zu Hause bin. Ich möchte mich bedanken bei den Follower und den vielen SMS die wir erhalten haben. Es war eine wunderschöne Reise.

Fazit:

Nach rund 8200 km erreichten wir nach sechseinhalb Wochen wieder die Schweiz. Wir haben eine eindrückliche Natur bewundern dürfen. Die Reise ist ohne Stress machbar. Wer vermehrt noch Wandern will braucht mindesten eine Woche mehr.