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Donautal

Vorgeschichte

Es wird wieder Zeit das Wohnmobil das mit den Reifen scharrt zu bewegen. Nelly und Rolf hatten bereits ein Ziel vorbereitet. Es sollte nicht sehr weit gehen, aber was wichtig war weg von zu Hause. So sattelten wir unsere zwei Wohnmobile am Dienstag nach dem Männerhort. Treffpunkt war in Krauchenwies. Tuulia hatte um 11.00 Uhr noch einen Zahnarzttermin in Zürich, so fuhren wir etwas Später als Rolf.

Mittwoch, 19. August 2020

Embrach - Krauchenwies 104 km

Übernachtung: Seecamping Krauchenwies

Wetter, schön 26°C

Wir konnten gegen 13.30 Uhr in Embrach starten. Es ging flott bis nach Schaffhausen. Kurz vor der Einfahrt zum zweiten Tunnel hatte ich plötzlich ein Polizei Kastenwagen vor mir, der in unkenntlicher Schrift blinkte und vor mir herfuhr. Nach dem Tunnel lotste er mich per Handzeichen von der Hauptstrasse. Ich folgte rund 2 km wieder zurück Richtung Zentrum. Kurz davor ging es rechts ab zum ehemaligen Güterschuppen, wo die Polizei ein Kontrollzentrum mit Waage vor allem für den Schwerverkehr eingerichtet hatte. Also zuerst auf die Waage, was mir keine Sorge bereitete, hatte ich doch am Morgen mein Mobil in Wallisellen gewogen. Also alles im grünen Bereich. Der Beamte der nachfolgend bei der Bodengrube war eröffnete mir, dass sie heute Reisemobilkontrolle machen. Ich verlor rund eine halbe Stunde, hatte aber keine Beanstandungen. Hinter mir wurde ein Wohnmobil nach dem anderen auf den Platz geführt. Da werden sich wahrscheinlich noch einige geärgert haben, die mit 3.5 t meistens etwas überladen sind. Wir setzten unsere Fahrt fort und waren dann gegen 17.00 Uhr ebenfalls in Krauchen wies. Rolf und Nelly hatten die beiden vor reservierten Plätze in Beschlag genommen. Wir konnten gegeneinander aufstellen.

Nach der Installation und einem Begrüssungsapero machten wir uns auf zu Fuss in den Ort zu laufen. Wir hatten Hunger und freuten uns auf einheimische Kost. Nach rund einer halbe Stunde, meistens der viel befahrenen Strasse entlang, kamen wir ins Zentrum. Nach unserem Plan soll es vier Restaurant haben und ein Kebab Restaurant. Der erste Versuch misslang. Gerade Ferien und heute sowieso geschlossen sagte uns der Wirt, der zufällig auf der Terasse stand. Aber eine Pizzeria etwas weiter vorne ist vielleicht offen. Fehlanzeige. Es gibt zwei weitere Restaurants die so wie es aussieht schon länger geschlossen sind. Es verbleibt das was wir in keinem Fall wollten. KEBAB. In der Gartenwirtschaft mit viel LKW Verkehr war nicht besonders gemütlich, aber der Innenraum war gesperrt. Wir bestellten irgend einen Spiess mit Pommes und Salat. Bekommen haben wir etwas geschnetzeltes mit den Zutaten. Es war nicht schlecht, aber wir haben uns doch etwas anderes vorgestellt. Wenn man Hunger hat isst man fast alles. Gesättigt aber nicht unbedingt zufrieden marschierten wir wieder zurück. Nun hatten wir einen Schluck Marillenbrand verdient. Der erste etwas abenteuerliche Ferientag neigte sich, bei einem schönen Sonnuntergang, dem Ende entgegen.

Donnerstag, 20.August 2020

Wetter, schön 30°C

Ausflüge:

Nelly und Rolf mit Fahrrad

Tuulia und Emil Wanderung um den See

Ein weiterer wolkenloser Tag erwartete uns. Nelly und Rolf sattelten die Räder. Sie hatten eine Route mit Umwegen nach Sigmaringen geplant. So trennten wir uns am Morgen. Tuulia und ich spazierten um den Ablachersee. Die Ablacher Seen sind zwei, ursprünglich drei Baggerseen westlich von Krauchenwies, einer Gemeinde im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg, Deutschland. Sie gehören zur so genannten „Krauchenwieser Seenplatte“ im Naturpark Obere Donau. Eingebettet in wunderschöne Landschaft und Natur bietet der Ablacher See, an dessen Ufer sich unser Campingplatz befindet, erholungsbedürftigen Urlaubern eine ideale Ausgangsbasis für viele Freizeitunternehmungen in der Umgebung oder einfach nur zum Verweilen am See. Der Ablacher See ist in Privatbesitz. Er steht unseren Gästen exklusiv als Badesee zur Verfügung. Es wurde ein heisser Tag mit über 30°C, Zum Glück war der Weg vielfach im Schatten oder im Wald. So war es angenehm. Da ein grosser Teil Naturschutzgelände ist, kann man nur an wenigen Stellen direkt an den See. Baden ist aber an vielen wunderschönen Orten möglich ohne viele Leute.

Am Ende unserer Wanderung liefen wir zum Bahnhof. Die Bahnstrecke Krauchenwies–Sigmaringen verband zwischen 1873 und 1969 die Gemeinde Krauchenwies an der Hegau-Ablachtal-Bahn mit dem Eisenbahnknoten Sigmaringen. Die Badischen Staatseisenbahnen bauten und betrieben die Strecke auf dem Gebiet der seit 1850 zu Preußen gehörenden Hohenzollerischen Lande. Dies war die Bedingung für die Erlaubnis Preußens an Baden, die Hegau-Ablachtal-Bahn über hohenzollerisches Gebiet zu bauen. Eröffnet wurde die Strecke am 6. September 1873. Am 31. Mai 1969 fuhr vom Meßkircher Bahnhof der letzte Personenzug in Richtung Sigmaringen. Zu diesem Ereignis wurde der Triebwagen mit Trauerschmuck behängt und mit Musik und Kreuz symbolhaft „zu Grabe getragen“. Das Empfangsgebäude von Krauchenwies ist äußerst stattlich ausgefallen. Obwohl auf einst Hohenzollerischem Hoheitsgebiet gelegen, wurde der Bahnhof von Baden erbaut und betrieben. Eine Tafel erinnert an den Besuch des Kaisers Wilhelm I. am 10. Juli 1875. Neben dem Bahnhof war ein kleiner Imbisswagen. Wir nutzten die Gelegenheit etwas zu Essen im Schatten der Schirme. Am späteren Nachmittag nahmen wir den Weg zum Campingplatz unter die Füsse. Nach kurzer Zeit kamen auch die beiden Radler zurück. Es war Zeit für einen Aperitiv. Auf dem Grill gab es dann Abendessen. Anschliessend bevor es Dunkel wurde machten wir noch eine kleine Wanderung zur Kirche von Ablach und dem Dorf. Auch hier wie in Krauchenwies tote Hose. Kein Einkaufsgeschäft, kein Restaurant. Dafür aber schöne Aussicht.

Noch einige Informationen zu Ablach. Das Dorf liegt am gleichnamigen Fluss Ablach im Ablachtal, das durch eiszeitliche Gletscher geformt worden ist. Ablach liegt am südlichen Rand des Naturparks Obere Donau. Überragt wird der Ort von der Katholische Pfarrkirche St. Anna. Sie ist weit vom Tal ersichtlich. Der Chor und der Turm stammen aus dem 17. Jahrhundert. Das Schiff wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut und im 19. Jahrhundert erweitert. Ihren Innenraum zieren zwei Holzbildwerke der Spätgotik. 1763 wurde das Langhaus der Kirche geweiht. Die 1759 gegründete Annabruderschaft erhielt noch im gleichen Jahr von der Fürstin Maria Theresia von Hohenzollern-Sigmaringen 60 Gulden zur Errichtung eines privilegierten Anna-Altars, in dem die Reliquien des heiligen Joachim und der heiligen Anna eingeschlossen wurden. Die Renovierungsarbeiten wurden im September 2010 mit der Weihe des Kirchplatzkreuzes abgeschlossen. Bevor es ganz Dunkel wurde nahmen wir den Weg abwärts zum Campingplatz.

Freitag 21.August 2020

Krauchenwies - Beuron 30 km

Wetter leicht bewölkt 31°C

Übernachtung:

Stellplatz am Kloster Beuron

Abfahrt war gegen 09.30 Uhr. Wir hatten nur eine kleine Strecke vor uns. Sie führte aber durch wunderschöne hügelige Landschaften. Der Stellplatz in Beuron ist relativ neu mit grosszügigen Parzellen und Grasabtrennungen. Er liegt praktisch mitten in dem Städtchen und beim Kloster. Nach der Ankunft suchten wir uns ein Restaurant zum Mittagessen. Gesättigt und zufrieden machten wir uns auf den Weg die Kalorien wieder abzubauen. Mit dem Fahrrad fuhren wir zuerst auf der falschen Seite der Donau, was dann abrupt endete mit einer Sackgasse. Also wieder zurück ins Dorf und auf die andere Seite. Ein breiter Weg führte uns der Donau, die sich durch die Gegend schlängelte, entlang. Dazwischen gab es etwas tiefere Stellen wo man auch Baden konnte. Wir fuhren den gleichen Weg wieder zurück.

Samstag 22. August 2020

Wetter leicht bewölkt 22 °C

In der Nacht hatte es wie erwartet recht stark geregnet. Am Morgen richtig kühl, man konnte wieder atmen. Wir machten einen kleinen Spaziergang der Donau entlang. Es ging durch wunderschöne Natur mit vielem Baumbestand. Als wir zurück kamen war es Zeit das Kloster zu besuchen. Es öffnete erst um 12.00 Uhr. Also Mundschutz an und rein.

Die 1077 als Augustiner Chorherrenstift gegründete, seit 1863 als Benediktinerkloster wiederbesiedelte Erzabtei St. Martin - ist das Stammkloster der Beuroner Kongregation. Das Kloster Beuron bildet mit seiner barocken und vom „Beuroner Stil“ geprägten Bausubstanz, seinen Kunstwerken und Urkunden ein wichtiges Denkmal im Südwesten Deutschlands. Das kostbare Kulturgut wird ergänzt durch die umfangreiche Klosterbibliothek und das international bekannte Vetus Latina Institut. Die Pflege und Erhaltung der äußeren und inneren Substanz des Klosters Beuron ist eine bleibende wichtige Aufgabe. Die Klostergärtnerei Beuron hat ihr heutiges Gesicht Anfang der 90er Jahre erhalten. Der ehemalige reine Selbstversorgerbetrieb (Anbau von Gemüse und Zierpflanzen für den Eigenbedarf) wurde formell in einen klösterlichen Wirtschaftsbetrieb umgewandelt. Somit bestand die Möglichkeit Ware unbegrenzt nach außen zu verkaufen. Weniger aus wirtschaftlichen als vielmehr aus ideellen Gründen wird die Eigenversorgung besonders bei Gemüse in geringerem Maße aber weitergeführt. Seit 2011 werden im Klostergarten sogar Kartoffeln angebaut. Seit 1994 werden im Klostergarten Kräuter angebaut, um auf deren Grundlage alkoholische Kräuterauszüge herzustellen, aus denen dann verschiedene Produkte hergestellt werden können. Bestand das Angebot anfangs ausschließlich aus Kräuterweinen und Kräutercremes, so hat sich dies im Laufe der Jahre stark geändert (nicht zuletzt aufgrund gesetzlicher Vorschriften). Im weiteren bieten die 40 Mönche ein umfangreiches Angebot an Vorträgen, Besinnungs- und Meditationstagen, Kursen und Seminaren. Sie sind nicht isoliert, im Gegenteil haben sie ein offenes Ohr für das Weltgeschehen.

Nach dem Mittag klarte der Himmel auf und es wurde immer schöner. Wir sattelten die Fahrräder und fuhren dieses mal auf die andere Seite der Donau. Ein breiter Weg führte immer dem Fluss entlang. Wir radelten rund 17 km hin und zurück.

Sonntag, 23. August 2020

Beuron - Geisingen 40 km

Wetter schön 20 °C

Übernachtung:

Wohnmobil Stellplatz

Nach zwei Nächten in Beuron fuhren wir weiter nach Geisingen. Die Stadt hat einen excellenten Stellplatz im Grünen und doch nahe der Stadt. Es hatte noch genügend Stellplätze zum Aussuchen. Wir fanden wieder einen nebeneinader. Die grosszügigen Plätze haben auch eine perfekte Entsorgungsstation. Unser Blick ging direkt auf eine blühende Blumenwiese.

Nach der Ankunft begrüsste uns der Platzwart, der uns einige Tips für Ausflüge und Restaurant gab. da es bereits Mittag war entschlossen wir uns Essen zu gehen. Das empfohlene italienische Restaurant war dann auch wirklich gut. Es war aber auch gut besetzt, sodass wir um einen Platz im Innern kämpfen mussten. Anschliessend haben Tuulia und ich einen Verdauungsspaziergang gemacht. Nelly und Rolf machten eine kleine aber strenge Tour mit dem Fahrrad. Nach dem Lauf gab es als Belohnung ein Eis. Das war unser letzter Tag von unserem Kurzurlaub in der Nähe der Schweiz.

Heute geht es wieder nach Hause. Nachdem wir noch alles entsorgt haben fuhren wir nach Immendingen um noch einige Einkäufe zu tätigen. Dann trennten sich unsere Wege. Nelly und Rolf nahmen den direkten Weg nach Hause, während wir noch in Singen einen Halt machten um Mittag zu essen. Anschliessend fuhren wir Richtung Schaffhausen. An der Stelle wo die Polizei uns zur Kontrolle heraus nahm waren heute die LKW an der Reihe. Ohne Probleme waren wir am späten Nachmittag zu Hause wo wir das Wohnmobil ausräumten. Ich habe es im Geschäft dann noch gereinigt. Nun ist es bereits wieder bereit zur nächsten Ausfahrt, die sicher im September stattfinden wird.