Schweden
Vorschau
In der Lock Down Zeit hatte ich Ruhe den Herbst vorzubereiten. Die immer wieder geänderten Reisewarnungen machten die Sache nicht einfach. So entschloss ich mich den Weg nach Norden zu suchen. Ich arbeitete verschiedene Szenarien vor. So konnte ich kurzfristig die ideale Variante auswählen. Es wurde dann Schweden, weil ich nicht nach Finnland konnte, da die Schweiz von Finnland als Risikogebiet eingestuft ist. So ging es zuerst einmal an den Final Event im Faustball in Widnau, wo meine Reise am Sonntag Abend startete.
Nach dem Endspiel begann meine Reise in den Norden. Ich konnte um 17.00 Uhr losfahren. Anfänglich sah die Verkehrssituation recht gut aus. Auf der Strecke Richtung Ulm gab es einen kleinen Stau bei einer Tunnel Renovation wo von zwei auf eine Spur verengt wurde. Ich kam schnell durch die Engstelle. Als ich dann auf die Autobahn Richtung Heilbronn kam kam es Knüppeldick. Ein Unfall der vor längerer Zeit passierte verursachte einen Kilometerlangen Stau, dass am Sonntag gegen 20.00 Uhr. Das kostete mich rund eindreiviertel Stunden. So erreichte ich mein Ziel erst gegen 21.00 Uhr. Der Stellplatz war natürlich voll. Es hat aber davor einen riesigen Platz der vollständig leer war. Also habe ich da übernachtet. Ich brauche ja keine Infrastruktur.
Nach einer sehr ruhigen Nacht fuhr ich gegen 09.00 Uhr wieder los. Heute war eine grosse Etappe auf dem Programm. Im weiteren wollte ich noch zum Batteriehersteller Ansmann in Assamstadt. Das ist nur 15 km von Bad Mergentheim weg. Ich hatte vor 11/2 Jahren für mein altes Fahrrad eine neue Batterie in der Schweiz gekauft. Nach etwas mehr als einem Jahr gab diese bereits den Geist auf. Da die Firma auf meinem Weg lag fuhr ich kurz vorbei. Es ist einfacher, als das Ganze mit dem Schweizer Velohändler abzuwickeln. So wurde ich auch sehr nett empfangen. Sie konnten sie nicht direkt reparieren. Ich werde sie aber auf dem Rückweg abholen. Auf dem Firmengelände hat es ein kleines Biotop mit Kneippbad.
Nach einer halben Stunde konnte ich meinen Weg fortsetzen. Es war eine schöne Fahrt, obwohl hauptsächlich die Autobahn benutzt wurde. Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich genüsslich die schöne Norddeutsche Landschaft betrachten. Es gab wenig zum Lenken. Der Verkehr war ausgesprochen schwach. So kam ich zügig voran. Unterwegs machte ich noch Rast auf einem Rasthof, wo daneben auch gleich noch ein Lidl war. So konnte ich meinen Kühlschrank füllen und habe wenig Zeit verloren. Gegen 16.00 Uhr kam ich auf dem Stellplatz in Hildesheim an, der schon recht voll war. Diesmal waren es aber andere die später kamen und wieder wegfahren mussten. Denn um 18.00 Uhr war alles voll. Nach dem ich mein Fahrzeug direkt oberhalb des Sees parkiert hatte, benutzte ich das schöne Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang um den See. Dies nahm rund dreiviertel Stunden in Anspruch.
Bevor ich wieder mich auf den Weg machte wollte ich noch die Altstadt von Hildesheim besuchen. Ich benutzte das Fahrrad, da ich nicht so viel Zeit hatte. Ich wollte rechtzeitig in Plön sein um einen Stellplatz zu erhaschen. Aber es kam anders als geplant. Zuerst der Reihe nach. Die Altstadt liegt nur etwa 2 km vom Stellplatz entfernt. Hildesheim liegt im Süden Niedersachsens und ist hauptsächlich als Universitäts- und Bischofsstadt bekannt. Ein Wahrzeichen der Stadt ist die Rose. Rosenstadt wird sie wegen des Tausendjährigen Rosenstocks und der etwa 50.000 Rosen im Stadtgebiet genannt. Die Domstadt gilt als heimliche Kulturhauptstadt Niedersachsens und feierte im Jahr 2015 das 1.200-jährige Stadtjubiläum. In der UNESCO-Weltkulturstadt Hildesheim gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Kunstschätze von Weltrang zu bestaunen. Was mir zuerst auffiel war der riesige Dom. Der Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt ist eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands. Baugeschichtlich geht er bis ins 11. Jahrhundert zurück. Der äussere Eindruck kann im Innern nicht mithalten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Dom am 22. März 1945 von Bomben getroffen. Die Nordseite, das Querhaus und der Ostchor stürzen ein. Die Dächer und Westtürme brennen aus. Nach Kriegsende stürzen weitere Mauerteile ein. Dem Krieg folgt jedoch ein zweites Rosenwunder: Der Tausendjährige Rosenstock, der über die Jahrhunderte die Domapsis umrankt hatte, ging in der Bombennacht ebenfalls in Flammen auf. Doch acht Wochen nach der völligen Zerstörung des Hildesheimer Doms sprossen aus seiner von Trümmern verschütteten Wurzel 25 neue Triebe hervor. Noch heute rankt der Tausendjährige Rosenstock am Hildesheimer Dom empor, er ist eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. In den 1950er Jahren erfolgt der Wiederaufbau des Doms.
Die historische Altstadt von Hildesheim bestand vor dem Zweiten Weltkrieg aus über 1900 Fachwerkbauten und wurde oft mit der Altstadt von Nürnberg verglichen. Die Altstadt von Hildesheim sieht abgesehen von ein paar kirchlichen Profanbauten wie eine „Neustadt“ aus. Mehr als 90% der Innenstadt sind den Bombenhageln des Zweiten Weltkriegs zum Opfer gefallen. Einigermaßen historisch erhalten sind das Rathaus am Marktplatz, die wiederaufgebauten Kirchen St. Jakobi, St. Andreas und Heilig Kreuz. Alte Bausünden aus den 50er und 60er Jahren hat man wieder beseitigt. Richtig hässlich sah der Marktplatz mit seinen Betonbauten aus. Nun ist er wieder zur „Guten Stube“ Hildesheims geworden. Zwei Bauwerke (Mariendom und St. Michaelis) stehen auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Altstadt von Hildesheim kann man bequem zu Fuß erkunden. Alle Sehenswürdigkeiten und öffentliche Einrichtungen (Museen) sind ausgeschildert. Der wirklich schöne Teil ist auf wenige Strassenzüge beschränkt.
Velo einpacken und los geht es nach Plön. Es sah alles gut aus. Wenig Verkehr und flüssig. Dann war ich wieder in der falschen Zeit am falschen Ort. Nach Hannover eine Mega Baustelle und natürlich einen Unfall auf der nur zweispurigen Strasse. Also Warten 20 m weiter wieder warten und das rund eine Stunde. Aber auch das ging vorbei. Damit war ich schon wieder spät dran und was ich befürchtet hatte trat ein. Stellplatz und Campingplatz voll !! um 15.00 Uhr. Jetzt stellte ich das Fahrzeug ab und ging erst einmal etwas Essen. Nun kommt der zweite Teil, der wesentlich besser war. Zu Fuss spazierte ich an den Plönersee. Von weitem sah ich ein Seerestaurant mit fantastischer Terrasse. Seelachs und Pfifferlinge mit Kartoffeln war der Hammer. Der Tag war gerettet.
Voll genährt machte ich mich auf den Weg zum Wohnmobil das auf dem Parkplatz wartete. Ich habe noch das Schloss von Aussen angesehen dass wunderschön in der Höhe tront und eine wunderbare Aussicht hat. Das Plöner Schloss ist eines der größten Schlösser Schleswig-Holsteins und das einzige dort erhaltene in Höhenlage. Die frühere Residenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Plön wurde im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges errichtet und erlebte eine wechselvolle Geschichte, in der das Schloss unter anderem auch als Kadettenschule und Internat diente. Zuletzt im Besitz des Landes Schleswig-Holstein musste das Schloss aufgrund einer vom Land nicht finanzierbaren notwendigen Sanierung verkauft werden. Seit Januar 2002 gehört es der „Fielmann Akademie Schloss Plön“ und dient nach aufwändigem Umbau der Branche der Augenoptik als Ausbildungs- und Qualifizierungsstätte.
Heute musste ich keinen Stau erwarten, da es auf Nebenstrassen zuerst in die Nähe von Kiel ging. Ich hatte mit Herrn Ostermann einen Termin. Mein Womi bekommt als Belohnung noch zwei Lammfellüberzieher der Fahrerhaussitze. Ich habe von der Firma ein Inserat gesehen und mich sofort dafür interessiert zumal es praktisch auf dem Weg zum Schiff lag. Pünktlich um 10.00 Uhr war ich vor Ort. Der Besitzer Herr Ostermann machte mittels Packpapier eine Schablone und nahm die Masse. Er wird nun die beiden Bezüge anfertigen und ich werde sie auf dem Rückweg montieren lassen. Nach rund einer Stunde machte ich mich auf den Weg nach Travemünde. Unterwegs in Plön füllte ich noch Diesel auf und fuhr weiter nach. In Haffkrug lebte einst vom Fischfang und auch heute noch findet man dort die Spuren der alten Fischer, wie zum Beispiel das liebevoll restaurierte Fischerboot Haffi. Auf dem Parkplatz kam mir ein Geistesblitz. Habe ich nicht schon wieder den Tankdeckel mit Schlüssel liegen gelassen ?? Tatsächlich es klaffte ein Loch im Einfüllstutzen. Glücklicherweise habe ich das vor Travemünde gesehen. So fuhr ich nochmals zurück und bekam das gesuchte Objekt. Jetzt hatte ich eine weitere Fischplatte zu Gute. Einfach herrlich so frischen Fisch, es war Dorsch und Seelachs.
Mit vollem Magen nahm ich noch die letzten Kilometer in Deutschland unter die Räder. Auf einem mir bekannten Grossparkplatz in der Nähe des Hotel Maritim parkierte ich. Nun hiess es Zeit abwarten bis das Schiff am Morgen um 02.30 Uhr ablegt. Zuerst machte ich noch einen kleinen Verdauungsmarsch dem Wasser entlang und schaute dem regen Treiben der Schiffe zu. Es kam relativ schnell zum typischen Fieselregen. Bevor ich ganz nass war kehrte ich ins Wohnmobil zurück.
Mit Fernseher schauen und Lesen verging die Zeit wie im Fluge. ich fuhr gegen 23.00 Uhr zum Hafen. Es war wie beim Fliegen Self Checking. Ich hatte bereits am Nachmittag Online eingecheckt und musste am Terminal nur noch das Ticket herauslassen. Dann konnte ich direkt vor das Schiff in die Linie 16 fahren. Nun ging aber die Warterei los. Ich kam als letzter auf das Schiff. Um 02.45 Uhr waren alle versorgt. Ich habe die Abfahrt nicht mehr erlebt. Ich muss wohl schon geschlafen haben.
Trotz fünfzehnminütiger Verspätung kam das Schiff pünktlich in Schweden an. Das Frühstück konnte man ab 09.30 Uhr selbst holen. Es war alles mit Cellofan verpackt. Es waren wenige Leute im Speisesaal. Gestern Abend waren etwa 25 PW und neben mir ein Wohnmobil auf dem Schiff. Der Rest waren LKW`s. Ich war der letzte der aufs Schiff kam, dementsprechend aber aber auch der erste der von Bord ging. Fünf Minuten nach dem Anlegen war ich schon am Zoll. Nach einer kurzen Passkontrolle konnte ich weiter fahren. Bei strahlend blauen Himmel ging es immer dem Meer entlang nach Smygehuk. Der Ort ist der südlichste Punkt Schwedens und befindet sich in der Nähe des Fischerdorfes Smygehamn, etwa 15 Kilometer östlich von Trelleborg. Von der Markierung auf der Landspitze ausgehend, beträgt die Entfernung von Smygehuk bis Treriksröset, Schwedens nördlichstem Punkt, stolze 1.572 Kilometer Luftlinie. (Zum Vergleich: Deutschland hat eine Ausdehnung von 876 Kilometern in Nord-Südrichtung). Eine auf der Landspitze angebrachte Kompassrose und ein Wegweiser zeigen die Entfernungen zu einigen anderen bekannten Städten an.
Rund 300 m dem Meer entlang gibt es noch den alten Leuchtturm. Der Leuchtturm ist ein 17 Meter hoher Stahlbau aus dem Jahre 1883 und war bis 1975 als offizielles Seezeichen in Betrieb. Seit 2001 leuchtet er aber wieder und dient seither vor allem den Freizeitkapitänen als Orientierung. In den Sommermonaten ist Smygehuks Fyr zur kostenlosen Besichtigung geöffnet. Ich bin dann die 60 Treppen hoch gestiegen und habe die herrliche Aussicht genossen.
Nach einem Spaziergang durch die wunderschönen unberührten Uferbereiche wurde ich immer wieder auf Vipern aufmerksam gemacht die giftig sind., In dieser Gegend sind noch wenige Exemplare vorhanden und werden wissenschaftlich begleitet.
Der nächste Ort war Ystad wo ich einen Halt einlegte. Ystad liegt in Skåne an Schwedens äußerster Südküste – nur Trelleborg liegt noch ein wenig weiter südlich. In der Umgebung von Ystad, vor allem in Richtung Österlen (Simrishamn), findet man Schwedens größte Dichte an Galerien, Gärten und Hofläden. Die Stadt ist auch bekannt als Rosenstadt. Berühmt ist sie auch durch Hennig Mankells Wallander-Krimis. Was aber wirklich beeindruckend ist sind die wunderschönen Häuser.
Wenige Kilometer weiter ist der Ort Käseberga. Die 59 Steine von Ales Stenar liegen hoch auf einem Hügel und direkt an der Küste, so dass man einen weiten Blick über das Meer hat. Die beeindruckende Anlage misst ca. 70×20 Meter. Manchmal spricht man vom “schwedischen Stonehenge”. Die Steine sind in der Form eines Schiffs angeordnet. Entstehungsdatum soll um 600 nach Christus sein. Interpretiert wird die Anlage als Grabanlage oder sogar als Sonnenkalender (umstritten).

Der Aufstieg war schweisstreibend. Die 180 ° Rundumsicht ist berauschend. Das Meer und der blaue Himmel taten das ihre dazu. Der Berg ist eine Sanderhebung die grün ist und Landwirtschaftlich genutzt wird. Es waren verschiedene Kühe auf der Weide. Unterhalb von Ales Stenar findet man im Hafen von Kåseberga Restaurants, Cafés, Souvenirverkauf und Toiletten. U. a. wird in den Restaurants und Imbiss-Stuben gebratener Ostsee-Hering (Strömming) angeboten. Meine letzte Etappe heute war Simrishamn. Dort hat es auch einen Campingplatz und einen Stellplatz. Ich habe auf dem Stellplatz übernachtet. Es ist ein reiner Parkplatz. Als Übernachtungsplatz reicht es. Am Abend machte ich noch einen Spaziergang in die Stadt. Ich habe nochmals ein Fischgericht genossen.
Ich nähere mich langsam Öland (Öl auf schwedisch Bier). Die Insel hat gar nichts mit Alkohol zu tun. Ich machte mich relativ früh auf in die Nähe von Kalmar zu kommen. Anfänglich war die Landschaft recht hügelig. (Sandhügel) Später dann schönstes Weideland mit frei laufenden Kühen und vielen Pferdeweiden. Abwechselnd gab es ab er auch viele Ostplantagen entlang der Strasse. Ich fuhr gemütlich die gut ausgebauten Strassen Richtung Norden. Mein erster Halt war in Mörrum.
Der Mörrumsån ist Schwedens bestes Sportangelgewässer. An dem Fluss steht deshalb auch ein “Haus des Lachses”. Der Fluss und das Besucherzentrum sind eine internationale Attraktion. Auch in der touristischen Vor- und Nachsaison ist hier der Andrang groß. Was auffällt, es sind beinahe nur Männer die sich hier mit der Angel im und neben dem Fluss beschäftigen. Die grösste gefangene Meerforellen wog 18.3 kg, der grösste Lachs 26.7 kg. Jedes Jahr kommen rund 10.000 Angler aus der ganzen Welt an den Mörrumsån. Damit ist der Fluss eine der größten Touristenattraktionen . Der Mörrumsån ist natürlich länger als die 17 km, für die Mörrums Kronolaxfiske verantwortlich ist. Der Fluss hat eine totale Länge von 186 km. Er durchfließt dabei u. a. den See Helgasjön bei Växjö und den Åsnen-See, Schwedens neuesten Nationalpark.
Ich hätte eigentlich Lust gehabt, das vierte mal hintereinander Fisch zu Essen. Leider ist mein Kühlschrank noch mit verderblichem Essen gefüllt. So kochte ich am Abend dann doch selbst. Ich hatte mir eigentlich den Stellplatz in Kalmar ausgesucht. Da ich in Karlskrona bereits einen vollen Platz an der Marina gesehen habe (alles Schweden) entschloss ich mich einen Campingplatz zu suchen. Blind aus der Karte gesucht, entpuppt sich der Platz als ruhige Oase. Direkt am Meer aber praktisch bereits leer. Ich bin nicht mal sicher, ob er überhaupt noch offen ist. Jedenfalls die Dauercamper sind zum Teil schon weg, es sind nur noch die Holzboden der Vorbauten auf der Wiese, oder sie sind am aufräumen. Egal ich bleibe bis Morgen früh. Ich habe noch meine Drohne fliegen lassen. Vorher habe ich noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Es gibt dem Meer entlang einen schönen markierten Weg, der auch durch den Wald führt.
Auf dem Campingplatz Vita Sand in Hagby, der etwas weniger als 25 km südlich von Kalmar liegt war in der Nacht gespenstige Ruhe. Der Platz hat einen den schönsten Strände. Am Morgen habe ich nach dem Frühstück noch entsorgt und Wasser gebunkert. Es hatte gerade eine ideale Versorgungsstelle. Eigentlich habe ich kein Bedürfnis gehabt. Aber wer schleppt schon gerne seinen eigenen Dreck mit. Dann ging es weiter der Ostsee entlang nach Kalmar. Ich ging noch kurz einkaufen in einem grossen Center ohne Maske. In Schweden sieht man keine Leute mit Maske. Bei der Ausfahrt übersah ich wieder einmal eine Schwelle. Das Fahrzeug hob beinahe ab. Der Crashsensor der Gasanlage sprang raus. Das merkte ich dann aber erst am Ziel. Ich musste über die Ölandbrücke die Kalmar mit der Insel verbindet. Die Überfahrt über die Brücke ist mautfrei. Es ganzjährig untersagt, die Brücke mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu benutzen. Im Sommer kann man stattdessen die Fahrradfähre zwischen Kalmar und Öland nehmen. Nur ein Drittel der Ölandbrücke ist zu sehen. Die restlichen zwei Drittel des Bauwerks liegen unter der Wasseroberfläche. An manchen Stellen reicht das Fundament 22 Meter tief in den Boden des Kalmarsund, die Brücke 13 Meter breit und mehr als 6 km lang. Nach der Brücke von der man einen wunderbaren Ausblick auf die Ostsee hatte, ging es Richtung Süden. Mein Ziel war Grönhögen. Hat es noch Platz ?? Mir kamen viele Wohnmobile entgegen. Der Platz ist ganz neu und als schönster der Insel bekannt. Ich war überrascht, dass ich ohne Mühe einen Platz direkt am Meer bekommen habe. Die Lage traumhaft mit direktem Blick auf die Ostsee.
Nach dem selbstgemachten Fertigessen habe ich das Fahrrad aus der Garage genommen und bin an die Südspitze gefahren. Das E-Fahrzeug war nötig, da ein Gegenwind von 40 km mit Böen den ganzen Tag wehte. Der Süden ist karg aber nicht minder schön. Denn hier ist die Stora Alvaret, eine Art Steppe mit kalkhaltigem Boden und einer ganz besonderen Atmosphäre. Mein Ziel war die Südspitze mit dem Leuchtturm Langer Jan!. Wie auch im Norden (wo der Lange Erik steht) warnt hier ein Leuchtturm vor dem flachen Gewässer rund um die Insel. Rund um den Langen Jan ist ein Natur- und Vogelschutzgebiet mit einer ganz eigenen, faszinierenden Landschaft. Wiesen, die für Öland so typischen Steinmauern, die über die Jahrhunderte aufgeschichtet wurden, windschiefe, knorrige Bäume und eine unglaublich schöne Weite. Neben dem Leuchtturm gibt es ein Restaurant und ein kleines Naturum, eine Art Minimuseum über die besondere Natur Ölands und der Südspitze. Von hier aus kann man mit einem dort bereitgestellten Fernglas auch Robben beobachten! Ich abe aber keine gesehen, da das Meer recht unruhig war.
Ich habe mein Fahrrad abgestellt und bin zu Fuss an die Spitze gelaufen. Zuvorderst ist ein Naturschutzgebiet für Vögel. Es hat auch solche die bei uns nicht beliebt sind. Kormorane waren auf der vorgelagerten Insel. Die Insel war schwarz so viele hatte es. Anschliessend habe ich ein Ticket gelöst. Ja man muss zahlen und sich dann über hunderte von Stufen hochangeln bis man die oberste Plattform erreicht hat. Der lange Jan ist der höchste Leuchtturm in Schweden. Der Leuchtturm wurde nach fast zweijähriger Bauzeit am 1. November 1785 in Betrieb genommen und ist damit 60 Jahre älter als der Leuchtturm Långe Erik an der Nordspitze der Insel. Långe Jan hat einen Durchmesser von etwa 12 Metern und eine Gesamthöhe von 41,6 Metern. Die für sein Mauerwerk benutzten Steine stammten aus den Trümmern der nahe gelegenen und nach der Reformation abgerissenen Sankt Johannes Kapelle. Der Name Jan ist die Kurzform von Johannes. Anfangs wurde der Leuchtturm noch mit einem offenen Steinkohlefeuer auf der Plattform betrieben. 1948 bekam der Leuchtturm eine elektrisch betriebene Lichtquelle. Mittlerweile ist der Långe Jan unbemannt und wird ferngesteuert. Es lohnt sich aber die knapp 200 Stufen zu ersteigen. Die Aussicht von oben ist grandios.
Das Ziel heute war Zufall. Ich bin am Morgen gegen halb Zehn Uhr abgefahren. Es war ein herrlicher Ort. Ich benutzte die östliche Route Richtung Norden. Die Landschaft im Süden mit den kargen Böden wechselte dann langsam in fruchtbare Weiden für Kühe, Pferde und Maisfeldern. Unterwegs am Strassenrand viele Windmühlen. Da auf Öland die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig war und neben dem Tourismus immer noch ist, waren viele der Einwohner der Insel Bauern. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Besitz einer Windmühle für eben jene Bauern zu einer Art Statussymbol. Dazu kommt, dass die flache Landschaft der Insel und Nähe zur offenen Ostsee den Betrieb von Windmühlen sehr begünstigt. Die Anzahl der Mühlen auf Öland stieg bis auf 2000 an, sprich, auf eine Mühle kamen statistisch 10-20 Einwohner. Jeder Hof deckte mit einer Mühle den Eigenbedarf. Da aber im Laufe des 20. Jahrhunderts Windmühlen immer mehr an Bedeutung verloren, verfielen eine Menge von ihnen und wurden abgerissen. Heutzutage sind nur etwa 400 noch erhalten und zieren das Landschaftsbild der Ostseeinsel.
Unterwegs sah ich eine ganze Reihe an Mühlen in Reih und Glied. Mein erstes Ziel war Karehamn eine kleine Küstenstadt. Ich schaute mir den Stellplatz an. Er liegt schön an der Ostsee. Es hat ein Restaurant und einen Fischladen. Den habe ich besucht und zwei geräuchte Fische (Makrele und Lachs) mitgenommen. Das wird in den nächsten Tagen ein gutes Abendessen werden.
Nach kurzem Aufenthalt zog ich weiter. Ich wollte an die Nordspitze der Insel. Weit draußen auf Ölands nordöstlicher Landzunge liegt der Trollskogen (Zauberwald), ein alter, vom Weiden geprägter Nadelwald der seinem Namen wirklich alle Ehre macht. Hier wachsen knotige, vom Wind gebeugte Kiefern und alte, grobe Eichen mit weiten Kronen. Das märchenhafte Gefühl wird durch das Efeu verstärkt, das über Boden und Baumstämme wuchert. Das Weiden der Kühe hat zur Folge, dass der Trollskogen einen offenen Charakter hat und hier wächst das seltene Dolden-Winterlieb aber auch das kleine, nach Mandel duftende Moosglöckchen. Das Vorkommen von vielen alten, löchrigen Bäumen und totem Holz bewirkt, dass viele Insekten, Baumpilze und Flechten sich hier wohl fühlen. Zu den brütenden Vögeln gehören Schwarzspecht und Fichtenkreuzschnabel. Hier ist auch der sicherste Ort auf Öland für die Weidenmeise, einer der ungewöhnlichsten Nistvögel auf der Insel. Ich bin rund 3 km auf einem ausgeschilderten Weg spaziert., Es ist wirklich eigentümlich was man alles sieht. Es ist ein seit Jahrzehnten nicht mehr bewirtschafteter Wald.
Noch einige Worte zur Insel. Öland teilt sich in drei charakteristische Landschaftsarten. Der Norden und die Mitte der Insel zeichnen sich vor allem durch die größeren Waldgebiete aus, zu denen auch der Trollskogen (dt. Zauberwald) gehört. Er ist Teil des Ökoparks Böda und liegt auf der nordöstlichen Landzunge. Mit seinen alten, krumm gewachsenen und verdrehten Bäumen, sieht er wirklich so aus, als wäre bei seiner Entstehung Magie im Spiel gewesen. Überall auf der Insel befinden sich auch viele Feuchtgebiete, laut einer Bestandsaufnahme über 400 Stück. Ursprünglich waren es noch mehr, doch seit dem 17. Jahrhundert wurden viele Bemühungen unternommen, durch die Trockenlegung dieser großen Flächen, mehr Raum für die Landwirtschaft zu gewinnen. So ging knapp die Hälfte der Feuchtgebiete Ölands verloren, was für die Ökologie der Insel und den Wasserhaushalt erhebliche Konsequenzen nach sich zog. Da sich das alles nie oder nur kurze Zeit rentierte, wurden sofort Maßnahmen zur Renaturierung unternommen. Heute gibt es in den Mooren eine große Vielfalt unterschiedlicher Tiere und Pflanzen zu sehen.
Nach dem Spaziergang zog ich weiter. Ich habe auf der Karte gesehen, dass von Bryxelkrok ein Schiff aufs Festland nach Oskarshamn fahren sollte. Das wäre eine schöne Abkürzung gewesen. Leider fährt das Schiff nur in der Saison d.h. vom Juni bis Mitte August. Also fuhr ich wieder Nordwärts Richtung Ölandbrücke. Unterwegs nach wenigen Kilometern sah ich eine Tafel für einen Stellplatz im Hafen. Das war eine gute Idee. Es handelt sich um einen grosszügigen Stellplatz direkt am Wasser.
Ich bin bei schönstem Sonnenschein aufgewacht. Heute habe ich ein grosses Programm vor mir. Zuerst war das Königliche Sommerhaus in Solliden auf dem Programm. Ich fuhr gegen neuen Uhr los. Leider war ich dann zu früh beim Schloss. Der König steht nicht so früh auf. Es wurde erst um 11.00 Uhr geöffnet. Also eine Stunde warten. Das erste was man sieht ist das grosse Schloss das auf einer Erhöhung trohnt. Aber auch das war noch geschlossen. Man hat eine schöne Aussicht auf das Meer und auf die Stadt. Borgholms Schloss, ”Die schönste Ruine des Nordens” gehört wohl zu den Bauwerken, die fast keinen Besucher unberührt lassen. Seine Größe ist überwältigend und die Lage ist faszinierend. Selten sind Natur und Architektur zu einer solchen Einheit verschmolzen wie hier! Diese Einheit wurde noch weiter hervorgehoben, als das Schloss im Jahr 1806 durch einen großen Brand verwüstet wurde und nur die nackten Formen der Kalksteinmauern von der früheren Pracht übriggeblieben waren. Das Schloss Borgholm ist heute die Ruine des erhabenen Barockpalastes den Karl X Gustav hier in der Mitte des 17. Jahrhunderts errichten ließ. Er ist der einzige schwedische König, der für eine längere Zeit im Schloss gelebt hat. Das Schloss Borgholm ist heute ein lebendiges Museum – hier vermischt sich unsere Geschichte mit der Gegenwart. Im Schloss werden dauerhafte Ausstellungen mit Kunstausstellungen, Aktivitäten für Kinder, Führungen und Konzerten vermischt. Es geschehen im Schloss immer neue Sachen – ein lebendiges Museum.
Ich habe mir die Zeit mit dem Lesen der Geschichte von Solliden verbracht. Um 11.00 Uhr dann konnte man den Park betreten. Sollidens Slott, das Sommerschloss der schwedischen Königsfamilie, steht umgeben von einer weitläufigen Parkanlage an der Westküste der Ostseeinsel Öland, nur wenige Kilometer südlich des Inselstädtchens Borgholm. Man spricht zwar von Solliden als Schloss, weil es sich im Besitz der Königsfamilie befindet, aber nüchtern betrachtet handelt es sich hier eher um eine schlossähnliche und sehr große Villa. Das dreigeschossige Gebäude wurde unübersehbar im italienischen Stil errichtet und hebt sich mit seiner strahlend weißen Fassade deutlich vom Grün des umgebenden Parks ab.
Der Park besteht aus unterschiedlichen Themengärten, die jeder für sich genommen ihren ganz eigenen Reiz haben. Unmittelbar hinter dem Schloss liegt der im mediterranen Stil angelegte italienische Garten – mit Kieswegen, Lebensbäumen, in Form geschnittenen Buchsbaumhecken und Blumenbeeten. Südlich davon befindet sich der englische Park, mit ausgedehnten Rasenflächen und Magnolien, Zypressen oder Platanen. Westlich liegt der sogenannte holländische Garten, mit verschiedenen Rosenzüchtungen und Staudengewächsen bepflanzt. Dieser Garten war ein Geschenk der Niederländischen Königin Wilhelmina an ihre Freundin Königin Victoria, der Bauherrin von Schloss Solliden. Der jüngste Garten, der Steingarten, befindet sich in der nordwestlichen Ecke des Parks. Dort gedeihen zwischen dekorativ platzierten Steinen die verschiedensten auf Öland vorkommenden und an schwierige Lebensbedingungen angepassten Pflanzen.
Das kleine, mit wildem Wein berankte Häuschen mit dem Grasdach, schräg gegenüber des Schlosses, ist seit 1948 die Spielhütte für die Kinder der Königsfamilie. Diese Hütte stand schon dort, bevor Königin Victoria Anfang des 20. Jahrhunderts das Gelände zum Bau von Solliden kaufte und wurde bis dahin unter dem Namen Grönadal von einer Tagelöhnerfamilie bewohnt. Ob Mitglieder der Königsfamilie anwesend sind, erkennt man daran, dass am Fahnenmast vor dem Schloss die schwedische Flagge mit dem Reichswappen aufgezogen ist. Ist es der König selbst, wird die Flagge mit dem großen Wappen gehisst, für die Kronprinzessin steht die Flagge mit dem kleinen Wappen. Ich wollte Karl Gustav besuchen, aber der Mast war leer. Im Park sind Gärtner mit Gartenarbeiten beschäftigt. Inzwischen werden auch Rasenroboter verwendet. Auch der König muss sparen.
Nach etwas mehr als einer Stunde fuhr ich weiter nach Kalmar. Direkt an der Autobahn sah ich ein riesiges Einkaufscenter und einen IKEA. Mittagessen kam mir in Sinn. Es war Zeit dafür. Also parkieren und den langen Weg durch die Möbel nehmen. Denn das Restaurant ist meistens gegen Ende der Verkaufsfläche. Es war gut organisiert wegen Corona. Es gab ein Infostand, da bekam man eine Tischnummer und dann konnte man das Essen bestellen und mitnehmen. Was isst man im Ikea ?? Böttkullar. Nein! Spare Ribs gab es auch. Gesättigt ging es weiter nach Vimmerby. Das ist die Heimat von Astrid Lindgren der Schriftstellerin, die die Person Pippi erfunden hatte. Da war ich aber schon mal, so besuchte ich in der Nähe den Norra Kvill Nationalpark. Norra Kvill ist einer der vier Nationalparks in Småland. Er besteht aus echtem småländischem Urwald. Der Wald wurde seit 150 Jahren nicht gerodet, und einige der Kiefern sind 350 Jahre alt. Umgestürzte Bäume, riesige moosbewachsene Steinblöcke und zauberhafte Waldseen warten hier auf euch. Eine Wanderung zum höchsten Berg des Nationalparks wird mit einer strahlenden Aussicht belohnt. Es war aber einmal mehr schweisstreibend auf den schlechten Wegen die zwei Hügel zu besteigen. Ich stehe diese Nacht absolut ruhig mit einem Deutschen Wohnmobil zusammen mitten im Wald. Ruhe ist garantiert.
Nach einer sensationell ruhigen Nacht, kein Tier geschweige dann Auto, waren zu hören. Ich verabschiedete mich von meinen Schlafkumpanen. Die deutsche Familie mit einem kleinen Mädchen fahren südwärts. Zuerst bis ich auf der Hauptstrasse war schlängelte sich die Strasse auf und ab durch einen wunderschönen Wald. Die Strasse war knapp 4 m breit. Und prompt begegnete ich einem LKW mit Holz, einem mit Heu und noch einen riesigen Gefährt. als "kleinerer" wich ich jeweils auf eine Ausfahrt oder in die Wiese aus wenn es möglich war. Aber mit Ruhe und Vorsicht blieben die Begegnungen für beide ohne Folgen. Mein erster Halt war in Linköping. Es ist wie Uppsala und Lund eine richtige Studentenstadt. Man sieht es an den unzähligen Fahrrädern in der Innenstadt. Und den vielen Cafés und Kneipen. Der zentrale Marktplatz (Stora Torget) gleicht einer einzigen großen Außenterrasse. Hier sitzt man gern draußen, trinkt einen Kaffee oder ein Bier und guckt dabei in die Sonne. Rund 27.000 Studenten zählt Linköpings Universität. Die Hochschule ist jung; es gibt sie erst seit Ende der 1960er Jahre. Mich interessierte aber nicht die neue Stadt, sondern die Alte.
Gamla Linköping ist ein Freilichtmuseum Dort kann man einen ganzen Tag verbringen. Leider waren einige Gebäude geschlossen. Es gibt drei verschiedene Teile. Zuerst schaute ich mir die Holzstadt an. In diesem Teil des Freilichtmuseums stehen rund 100 Gebäude, die man in den 1940er und 1950er Jahren aus dem Zentrum von Linköping hierher versetzt hat. In dem kleinen Stadtviertel gibt es schmale Gassen, Hinterhöfe und Marktplätze, fast überall mit Kopfsteinpflaster. Dazu findet man Cafés, kleine Handwerksgeschäfte, ein Schokoladenmuseum und ein Schul- und Bankmuseum (manchmal wird sogar ein Bankraub inszeniert). Überdies kann man eine Weberei besuchen, beim Buchbinder vorbeischauen, einen Blick in eine Holzbläserwerkstatt werfen oder in einem Kräutergarten meditieren. Die Häuser haben vielfach wunderbare Innenhöfe mit Gärten, Bäumen, Blumen und Büschen.
Weiter gibt es ein Naturschutzgebiet Vallaskigen. Zwischen der alten Holzstadt und dem Valla-Hof liegt ein 400 Hektar großer Wald, der Valla-Wald (Vallaskogen). Das Waldgebiet ist Naturreservat. Es gibt Wanderwege und Fahrradwege. Viele Studenten sind hier unterwegs, weil die Universität auf der anderen Seite des Waldes liegt. Rund zehn Gehminuten von der alten Holzstadt entfernt liegen das Naherholungsgebiet Valla und der Valla-Hof mit rund 20 Gebäuden. Hier gibt es ein Restaurant und Café, einen Streichelzoo, einen Reiterhof, einen Ententeich und eine Minigolf-Bahn. Überdies befinden sich hier einige Museen wie z. B. ein Eisenbahnmuseum und ein Landwirtschaftsmuseum.
Nach einem zweistündigen Besuch ging es weiter gegen Norden. Als Endziel heute habe ich mir Örebro vorgenommen. Auf dem Weg kam ich ein weiters mal an den Götakanal. Bei Berg machte ich einen kurzen Halt. Kein Vergleich mehr mit dem Sommer. Es waren kaum Besucher da und ich hatte das Glück, dass wenigstens ein Segelboot den Schleusenwärter beschäftigte.
Nach einem kurzen Halt nahm ich die letzte Strecke zum Ziel in Angriff. Auf gut ausgebauter Strasse konnte man meistens mit 80 km fahren, so verging die Zeit schnell. Ich habe mir einen Stellplatz ausgesucht, der einer Parkplatz ist, aber direkt am Wasser liegt. Noch besser ist, dass er praktisch am Naturschutzgebiet liegt. So nahm ich mein Fahrrad und erkundigte das einzigartige Naturschutzgebiet. Wo heute eines der vornehmsten Vogelgebiete Schwedens zu finden ist, lagen früher ein Ölhafen, eine Müllkippe, ein Industriegebiet und ein militärisches Übungsgelände, alle mit entsprechend ausgeprägter Umweltzerstörung. Das erstaunliche Naturschutzgebiet heißt Oset-Rynningeviken. Es liegt im Osten von Örebro am Ufer des großen Sees Hjälmaren. Ich bin mit dem Fahrrad auf breiten Kieswegen rund um das Naturschutzgebiet gefahren. Man sieht unheimlich viele Wassertiere.
Am Morgen war es stark bewölkt. Heute gibt es keine Besichtigungen. Die erste Strecke über N50 verlief über Land. Die Landschaft wechselte beinahe im Minutentakt. Viel Natur, wenig Verkehr und der Himmel wurde auch immer mehr sichtbar, bis die Sonne schien. Ich kam gut voran bis Gävle. Hier wollte ich ursprünglich übernachten. Der Platz den ich ausgewählt hatte lag aber wieder rund 50 km dem Meer entlang zurück. So fuhr ich weiter dem Meerbusen entlang nach Söderhamn. Ich hatte einen schönen Stellplatz gefunden direkt am Wasser. Es windete aber stark, sodass keine Velofahrt möglich war. Da die Stadt auch keinen besonderen Eindruck hinterliess, wollte ich die Gelegenheit nutzen um noch etwas Strecke zu machen. Der böige und starke Wind kam immer von der Seite. Ich hatte alle Mühe das Fahrzeug auf der E4 zu halten. Es waren anstrengende Stunden Fahrt. In Söderhamn habe ich als Ziel endgültig Sundsvall festgelegt. Ich habe den First Camp Platz ausgewählt und bin richtig gelegen. Ich habe einen wunderschönen Platz in der ersten Reihe, direkt am Bottnischen Meerbusen. Ich werde morgen diverse Besichtigungen hier vor Ort machen.
Es hatte die ganze Nacht gewindet. Die Intensität hat aber abgenommen. Nach dem Frühstück bevor ich weiter fahren wollte, war noch eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. 1888 war Sundsvall das weltgrößte Handelszentrum für Holzprodukte. Der Stadt ging es gut, sie war reich und hatte sogar Geld für ein Krankenhaus. Ungewöhnlich auch: Es gab gleich mehrere lokale Zeitungen. Man nannte Sundsvall damals “Klein-San Francisco”. Der Sommer in jenem Jahr muss dem Hitzesommer 2018 geglichen haben. Im ganzen Juni hatte es nicht geregnet. An Mittsommer, dem 25. Juni, war es überall trocken. Es reichte ein Funke von einem Dampfboot, das seine Maschine mit Holz statt mit Kohle befeuert hatte. Starker Wind kam hinzu. Im Nu stand die ganze hölzerne Innenstadt in Flammen. Innerhalb von acht Stunden brannte sie komplett ab. 9.000 Menschen waren ohne Dach über dem Kopf. 1890 entschloss man sich, die Stadt neu aufzubauen, diesmal aber in Stein statt in Holz. Der Zufall wollte es auch, dass just zu jener Zeit der Stockholmer Strandvägen mit seinen luxuriösen Steinhäusern fertiggestellt wurde. Die Arbeiter und Architekten von dort brauchten nur nach Sundsvall weiterzuziehen. Es waren absolute Experten darunter, z. B. Stukkateure aus Italien.
Es war wirklich beeindruckend die imposanten grossen Steinhäuser, die alle reichlich verziert waren zu sehen. Die Stadt ist grosszügig angelegt. Die Plätze und Strassen sind breit angelegt und zeugen von Grosszügigkeit. Über den Belt gibt es nun eine neue imposante Brücke. Sie ist Mautpflichtig. Ich bin dadurch, dass in der Stadt war auf der alten Strasse wieder nach der Brücke auf die E4 gekommen. Nun ging es weiter zu den Hohen Küsten. Und auch hier kommt zuerst eine schon Alte Brücke. Nichtsdestotrotz ist es auch ein imposantes Bauwerk. Sie wird gerade überholt und ist desshalb nur Einspurig befahrbar. Es ist eine Hängebrücke über den Fluss Ångermanälven und ist das zweithöchste Bauwerk Schwedens: Die maximale Stützweite der Brücke beträgt 1.210 m und ist damit fast ebenso lang wie die der Golden Gate Bridge (1.280 m). Ihre lichte Höhe beläuft sich auf 40 m, die Gesamthöhe auf 186 m bei einer Gesamtlänge von 1.867 m. Die Brücke ist 17,8 m breit.
Nach einem kurzen Halt und ein paar Fotos fuhr ich zu einem weiteren Highlight der Küste, dem Skuleskogen. Das ist ein Nationalpark der 1984 zu Schweden 19. Nationalpark erkoren wurde. Die hälfte des Nationalparkes besteht aus lichten Felsenkiefernwald. Skuleskogen ist eines der letzten zusammenhängenden Walgebiete der Küstenlandschaft. Ein muss ist natürlich das Erklimmen des Kulaberges. Nicht nur in der Schweiz geht es meistens bergauf. Das die Wanderwege aber mit Steinen versetzt sind ist schon der Hammer. Also war ich wieder einmal falsch beschuht. Wanderschuhe wären angebracht gewesen noch besser Bergschuhe.
Von Beginn weg ging es steil bergauf. Der schmale Weg war mit kleineren Steinen übersäht. Später kamen grössere Steine dazu und am Schluss ging es über riesige Steinplatten bis zur Spitze. Der Berg ist 295 m hoch und ragt deutlich über seine Umgebung hinaus. Nur zehn Meter unterhalb des Gipfels verlief einmal die Wasserlinie. Manchmal ist diese Linie beleuchtet. Die Ostflanke des Bergs, die ich genommen habe, ist sehr steil. Der Weg ist schmal und nicht ungefährlich, vor allem nach Regen. Nach rund dreiviertel Stunden kommt man oben an und hat eine Atemberaubende Aussicht. Schon dafür lohnen sich die Strapazen.
Ich habe anschliessend nach der Rückkehr ein gutes eiskaltes Bier verdient. Unterwegs hierher hatte ich noch eingekauft und das Mittagessen ein warmes Poulet gekauft. So hatte ich eigentlich alles bereit. Nur noch schnell den Salat in die Schüssel und schon konnte ich mich wieder stärken. Ich habe im Naturum noch kurz einen Kaffee und eine kleine Süssigkeit zu mir genommen. Dann fuhr ist zum Tagesziel nach Ornsköldvik. Es waren nur noch 40 km. Ich stehe nun an der Marina einem schönen Stellpatz direkt am Meer.
Nach einer überraschend ruhigen Nacht, die Autobahn E4 verlief etwa in 300 m Entfernung etwa 100 m oberhalb des Platzes, vorbei. In der Nacht war aber kaum Verkehr, sodass ich nichts gehört hatte. Nach dem Frühstück spazierte ich die wenigen 100 m in die Stadt. Es fallen einem sofort die Sprungschanzen im Ort auf. Insgesamt sind es fünf Stück am Aussichtsberg Varvsberget. Die Skisprunganlage heißt Paradiskullen (“Paradieshügel”). Ich habe noch nie eine Schanze gesehen, wo die Skispringer praktisch in die Stadt fliegen und im Auslauf unter der Bahn durch fahren. Der Ort ist sehr Modern, es fallen vor allem die neuen Häuser auf, die einer hervorragenden Architektur folgend gebaut wurden. Der moderne Bahnhof ist auf verschiedenen Stufen gebaut. Das schwarze Gebäude hat im EG den grossen Busbahnhof. Man geht über zwei Rolltreppen eine Stufe höher zu den Perrons. Nun kann man den Lift nehmen und kommt dann nochmals einige Meter höher wieder raus. Es hat diverse neuere Häuser am Hang gebaut.
Gegen 09.30 Uhr nahm ich die E4 weiter Richtung Norden. Wie bereits seit im Süden ist es eine Autobahn ähnliche Strasse. Nur ist nicht immer zwei Spurig, sondern wechselt dauern nach einigen Kilometern von Zwei- auf Einspurig und umgekehrt. Der Verkehr obwohl es die Hauptroute in den Norden ist sehr schwach. Die grösste Strecke kann man mit dem Tempomat fahren, aber Vorsicht, Es wechselt immer wieder zwischen 100 - 80-70 usw. Je nachdem ob eine Kreuzung oder ein Wendepunkt kommt. Auch hier 1000 km von der Zivilisation weg macht die Polizei Geschwindigkeitskontrollen. Ich habe die Strecke ohne Pause durchgefahren und war somit gegen 13.00 Uhr in Skelleftea. Der Stadt Campingplatz liegt an einem Skilift. Die Stadt hat 71000 Einwohner und das Land hat 2.2 Personen pro Quadratkilometer. Corona lässt Grüssen !! Der Platz ist kaum besetzt. Ich bin nach dem ich mir etwas zu Essen gemacht hatte zu Fuss dem Skilift entlang gelaufen. Keine gute Idee. Mit dem vollen Magen ging es wieder fast "überhängend" hoch. Dafür wurde man von der Aussicht entschädigt. Für den Winter und die Skikanonen haben die Betreiber wie bei uns ein Wasserreservoir.
Einen wunderschönen Sonnentag erwartete mich heute. Aber es war kalt. Ich fuhr um 09.30 Uhr los zu meinem nördlichsten Punkt der Reise. Ich war gespannt, was mich heute erwarten würde. Bis jetzt hatte ich hie und da bunt gefärbte Wälder gesehen, aber das war nicht das Gelbe vom Ei. Schon nach kurzer Zeit färbte sich der Wald der Strasse entlang gelblich. Mit dem blauen Himmel war das ein beindruckendes Farbenspiel. Später kamen dann auch noch dunkelblau gefärbte Seen dazu. Einfach herrlich. Das ganze steigerte sich dann aber noch zwischen Arvidsjaur und Argepelog. Die knapp 100 km zwangen mich immer wieder zu halten um Fotos zu machen. Man kann aber die Eindrücke nicht so festhalten wie sie im Kopf bleiben werden. Es ist schon ein eindrückliches Farbenspiel das da geboten wird. Ich habe auch das Glück das schönstes Wetter ist, was die Farben natürlich betont.
Arjepelog das im Zentrum Lapplands liegt, erstreckt sich von der norwegischen Grenze entlang der Flüsse Piteälven und Laisälven sowie des Seensystems Hornavan – Uddjaure – Storavan, das vom Skellefte älv entwässert wird, etwa 70 Kilometer nach Südosten in das Skandenvorland. Etwa ein Drittel des Gemeindegebietes liegt im Hochgebirge mit Gipfeln zwischen 1200 und 1800 Meter. Die Rentierzucht und Forstwirtschaft sind traditionelle Wirtschaftszweige in der Gemeinde. Wichtig ist auch der Fremdenverkehr, der nach dem Bau der Reichsstraße 95 und der verkehrsmäßigen Erschließung des Gebirges stark zugenommen hat. Arjeplog ist auch zu einem Zentrum für Wintertests von Autos und der dazugehörigen Ausrüstung geworden. Diese Branche beschäftigt heutzutage genauso viele Menschen wie der Fremdenverkehr. Bei der Ankunft wollte ich den Campingplatz beziehen. Geschlossen wegen Corona ?? Bis jetzt habe keine Einschränkungen in Schweden gesehen. Es wird nirgendwo Maske getragen. Alle Restaurants sind offen. Versteht niemand ???? Es ist so oder so nichts los hier. Wenig Menschen und kaum Kontakte. Ich habe dann einen etwas gewöhnungsbedürftigen Platz gefunden. Er ist auch als Campingplatz ausgeschrieben, ich bin aber der einzige hier und rund um mich alte und neue Lastwagen, defekte Busse und sonst allerlei Baumaschinen die in der Gegend herumstehen. Aber es ist ruhig und direkt am See.
noch einige Bilder weil es so schön ist









Es war seit langem wieder einmal bedeckt als ich aufstand. Ich hatte Zeit, weil ich eigentlich noch einen Tag hier bleiben wollte. Also zuerst wieder einmal Duschen, Frühstücken und noch wie zu Hause, die Sonntagszeitung diesmal Digital lesen. Die Zeit verging und schon war es bald 11.00 Uhr. Als es dann auch noch kurz zu Regnen anfing entschloss ich weiter zu ziehen. Ich fuhr die direkte Strecke über Stagnäs, auf einer ziemlich neuen Asphaltstrasse. Der Verkehr keine 10 Fahrzeuge in der Stunde. Nach dem verlassen der Stadt sah ich in der Höhe ein Hotel. Die Idee, ich wollte noch die Aussicht auf den Ort sehen, ohne Laufen zu müssen. Dies gelang einmal. Ich hatte eine weite Aussicht auf das viele Wasser, aber auch auf die Stadt.
Auf dem Hügel hatte man einen grandiosen Ausblick über die Stadt und das weite Seenreiche Umland. Ich machte mich weiter auf dem Weg nach Ostersund. Unterwegs plötzlich ein Rentier am Strassenrand liegend. Ich habe sofort gehalten und bin einige Schritte zurück gelaufen. Ein Fahrradfahrer kam auch gerade des Weges und staunte ebenfalls. Die Tiere wurde aber schnell unruhig und verzogen sich in den Wald. Es waren schlussendlich 10 Tiere, eines davon weiss. Weiter ging es nachdem die Tiere sich verabschiedet hatten. Die Landschaft weiterhin ein Traum, obwohl es etwas trüb war. Immer wieder Wasser und Bäume in allen Farben.






Ich folgte weiter der E45. Immer das gleiche Bild mit wunderschönen Farben. Ich dachte das sei schnell vorbei, aber es begleitet mich bis nach Blattnicksele. Der angekündigte neue Stellplatz wurde doch noch gemacht im Frühjahr. Es hat nun einen grossen Kiesplatz direkt am See und weitere Plätze dahinter auf Schotter und Wiese. Hinter mir war nur noch ein Van aus Schweden. Ich habe die Drohne fliegen lassen. Das Ergebnis siehe unten.
Als ich die Rolläden hochzog war es grau aber trocken. Es wehte immer noch eine steife Brise. Da das Wetter kein Hit war entschloss ich mich Strecke zu machen. Dazwischen regnete es fein. Die Wolken wechselten dauernd zwischen aufgelockert und schwarz. Zum Fahren war es gut. So machteich keine grossen Besichtigungen. Ich habe nur einige wenige Bilder gemacht.
Gestern habe ich noch zwei Schweizer auf dem Platz getroffen. Beide wollen noch nach Lappland. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern hat in Stockholm ein Wohnmobil gemietet, obwohl sie mit dem eigenen PW und Zelt unterwegs waren. Die Familie hat ein Sabbatical genommen und wollte eigentlich nach Südafrika. Aber Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Die Frau ist Schwedin, desshalb entschieden sie sich für Schweden. Sie werden das Fahrzeug Ende Woche wieder abgeben und mit dem eigenen PW weiterziehen. Ich Entsorgte und Versorgte noch das Wohnmobil, weil es eine ideale Entsorgungsstation gab. Dann ging es los. Dann ging es weiter. Ich wollte zuerst noch in die Stadt. Genauer gesagt etwas Aussicht geniessen. Per Zufall sah ich einen Wegweiser Aussichtsturm. Also nichts wie hin. Ich konnte mit dem Mobil den Berg hinauffahren. Oben angekommen sah man zuerst die Schneekanonen, die bereit sind für den Winter. Es hat auch einen schönen Holzturm auf dem man sicher noch eine bessere Aussicht hat, aber die Türen waren geschlossen. Also musste ich mich mit dem Begnügen was möglich war.

Dienstag, 22. September 2020
Wetter, bewölkt, 8 - 14°C
Östersund - Rattvik -------- 330 km
Übernachtung:
Rättviks Camping Enåbadsvägen 8, 795 32 Rättvik
So wurde es 11.00 Uhr bis ich von Östersund weiter südwärts zog. Unterwegs hielt ich mehrere male an um die Aussicht zu geniessen oder zum Mittagessen. Die Route war abwechslungsreich. Ich folgte zuerst der Autobahn E45 und bog dann auf Nebenstrassen ab (296) . So waren immer wieder kleine und grössere Seen direkt am Weg sichtbar. Ich konnte vielfach mit dem Tempomat fahren was eine beruhigte Fahrt ermöglichte. Die Zeit und damit die Kilometer gingen wie im Fluge. Dazwischen machte ich eine Pause und kochte mir das Mittagessen. Nachher liess ich noch die Drohne steigen um die Umgebung anzuschauen.
Unterwegs in Ytterhogdal musste ich noch tanken. Ich sah weiter vorne eine schöne Kirche. Also nochmals E45 verlassen und die kleine Gemeinde, die nur noch 500 Einwohner hat besuchen. Die Kirche lag an einem kleinen See und war mit einem Fluss umgeben. Der Friedhof aufgeräumt und mit schönen Hecken die einzelnen Gräber unterteilt. Leider konnte ich sie nicht besichtigen, da sie geschlossen war. Ich habe auch keine Informationen im Netz gefunden. Ich zog weiter immer auf der 296. Unterwegs sah man auch immer wieder Kahlrodungen von riesigen Flächen. Was mir aber besonders auffiel war ein ganzer Landstrich der anscheinend verbrannt ist. Das ging bis in die höchsten Berge hinauf. Nach Recherche sind in ganz Schweden mehrere Brände bis zum Polarkreis ausgebrochen. Die Temperaturen in Skandinavien waren im Juli 2018 zehn Grad Celsius höher als im Durchschnitt. In den Monaten Mai bis Juli fielen in Schweden nur 13 mm Regen. Inzwischen stehen zum Teil noch alte Bäume. Die meisten sind aber geschnitten und abtransportiert. Sieht nicht schön aus.
Die Strecke war unterhaltsam, so ging die Zeit schnell. Gegen fünf Uhr war ich dann in Rättvik. Ich habe den Campingplatz ausgesucht. Der war so ziemlich leer. Ich konnte mir einen Platz aussuchen. Ich fand einen direkt am kleinen Flüsschen. Nach einem Kaffee mit Gebäck nahm ich das Fahrrad aus der Garage und fuhr in die Stadt. Der Ort liegt am Ostufer des Sees Siljan und ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. sie ist als Stadt nicht besonders schön. Was ab er interessant ist. ist die Lange Brücke in den See hinaus. Die Landungsbrücke, an der Ausflugsdampfer und zum Mittsommer Kirchenboote starten, ist 625 m lang. Sie wurde 1895 gebaut. Das Ufer ist sehr seicht, sodass sonst keine Schiffe anlegen können. Am Ende der Brücke war ein grosses Rondell mit Bäumen. An einem weiteren Podest konnten die Schiffe anlegen.

Mittwoch, 23. September 2020
Wetter, Hochnebel, dann Sonnig ----- 20°C
Rättvik - Mariestad ------- 320 km
Übernachtung:
Hamngatan, 54286 Mariestad
Heute war nochmals eine lange Etappe auf dem Programm. Da es am Morgen diesig war und man nicht wusste kommt es Regnen oder wird es besser, war schlussendlich dann doch die Sonne stärker. Je weiter ich südlich kam desto wärmer wurde es auch. Ich bin also von Sommer in den Winter gefahren und wieder zurück, das alles in zwei Wochen. Hier ist es doch etwas angenehmer. Man kann wieder ohne Jacke und Mütze umher laufen. Der Weg gibt nicht viel her, da der grösste Teil Autobahn oder Autobahn ähnlich ist. In Örebro machte ich einen kleinen Halt um 14.00 Uhr. Ich habe noch Kleinigkeiten eingekauft und gleichzeitig in einem Restaurant im Einkaufscenter ein Dagens Rett genommen. Das ist das Mittagbuffet, das im ganzen Land am Mittag erhältlich ist. Es gibt immer Salat, mehrere warme Essen, oft Dessert und Softgetränke und Kaffee. Das alles für 110 Kronen. Also rund 11.00 Sfr. Gegen 16.00 Uhr war ich dann in Mariestad direkt am Vänernsee. Der Vänern ist Schwedens größter See. Oft spricht man sogar von einem Binnenmeer. In der Tat ist die Fläche des Vänern dreimal so groß wie die des zweitgrößten schwedischen Sees, des Vättern. Der Vänern ist 75 km breit und 140 km lang. Ich stehe im Hafen da hat es Stellplätze für Wohnmobile. Sicht direkt auf den See.
Ich bin nach der Ankunft in die Altstadt gelaufen. Unweit vom Ufer liegt einer der am besten bewahrten Stadtkerne Schwedens. In der Altstadt finden sich Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die kleinen Straßen sind meist gepflastert. Ich wollte den Dom von innen ansehen. Er ist aber ab 16.00 Uhr geschlossen. Ich werde es morgen früh nochmals probieren. Es ist eine mächtige Kirche und ist Mariestads Wahrzeichen. Sie ist über 80 Meter hoch. Mariestad hat zwar eine Domkirche, aber keinen Bischof. Das gibt es sonst nur noch einmal in Schweden – in Kalmar.
Von der Altstadt habe ich mir mehr erwartet. Sie besteht hauptsächlich aus Steinhäusern die nicht spektakulär sind. Dazwischen aber auch einige Holzhäuser. Die Altstadt liegt fünf Minuten vom Stellplatz entfernt.

Donnerstag, 24. September 2020
Wetter, bedeckt, windig ------ 20°C
Mariestad - Spiken ------- 90 km
Übernachtung:
Parkplatz Schloss Läckö
Heute Morgen habe ich wieder einmal gemütlich gefrühstückt und die Zeitung gelesen. Ich hatte heute ein gutes Programm aber keine grossen Kilometer Leistungen. Da der Dom gestern geschlossen war bin ich nochmals in die Altstadt gelaufen. Nun war die grosse Türe offen. Von Aussen ist es schon ein imposantes Bauwerk. Der Dom zu Mariestad ist eine der letzten gotischen Kirchen Schwedens, die ohne historisierende oder romantische Absichten erbaut wurden. Die Orgel geht zurück auf ein Instrument, das 1860 von dem Orgelbauer Per Larsson Åkerman erbaut worden war. Von diesem Instrument ist noch Pfeifenmaterial vorhanden, sowie maßgeblich der prächtige Orgelprospekt. 2011 wurde das Instrument reorganisiert. Es hat 45 Register auf drei Manualwerken und Pedal.
Anschliessend spazierte ich noch etwas dem See entlang. Am Strand hat es einen grossen Volkspark wo man sich stundenlang aufhalten kann. Es hat Restaurants, Grillstellen, Minigolfanlage, Tennisanlage sogar hinter Glas, allerlei Spielgeräte für Kinder usw. Ein wirkliches Paradies direkt am Wasser. Gegen Mittag zog ich weiter. Ich habe auf der Landkarte einen Nationalpark mit Aussicht gesehen.
Kinnekulle ist ein Flachberg in der Grafschaft Västergötland, Schweden, am Ostufer des Sees Vänern. Der höchste Punkt ist 306 m über dem Meeresspiegel. Der Berg ist 14 km lang und 7 km breit an der Spitze. Aber wo ist das. Ich bin zu spät von der Autostrasse abgebogen, da es nicht beschildert war. Nach etwas umherirren sah ich dann aber den Wegweiser "Usiktorn". Man kann mit dem Auto beinahe bis zum Turm fahren. Diesmal habe ich mich für Steine vorbereitet. War dann aber endtäuscht. Eine schöne geteerte Strasse führte die noch 500 m Strecke zum Turm. Egal ich war schnell oben ohne grosse Anstrengungen. Als ich den Turm besteigen wollte war die Türe verriegelt. Im September nur noch Samstag und Sonntag geöffnet. Pech gehabt. Man hatte aber trotzdem eine schöne Aussicht auf den Vänernsee. Um mehr zu sehen musste ich halt meinen Spion in die Luft schicken.
Der Kinnekulleein ist ein wahres Paradies. Die spezielle Geologie des Berges hat Voraussetzungen für eine sehr abwechslungsreiche Natur mit ungewöhnlich reicher Pflanzen- und Tierwelt geschaffen. Hier kann man dicht belaubte Edellaubwälder, Hanggebiete mit alten Eichen, blumenreiche Weiden, Nadelwälder, Klippen und vieles mehr genießen. Es ist ein Wandergebiet und es gibt auch Campingplätze. Als ich da war kam gerade ein Nieselregen vorbei. Also fuhr ich weiter zu meinem Ziel das Schloss Läckö.

Freitag, 25. September 2020
Wetter, bedeckt --------- 16°C
Spiken (Schloss Läckö) - Trollhättan ------ 90 km
Übernachtung:
Åkerssjövägen 46, 46183 Trollhättan (Schweden)
GPS:
58°15'55.2" N 12°15'57.4" O
Heute besuchte ich um 10.00 Uhr das Schloss Läkö. Ich habe auf dem grossen Parkplatz geschlafen. Mit mir waren noch vier weitere Wohnmobile auf dem Platz. Pünktlich stand ich um 10.00 Uhr vor dem Tor. Eine Frau begrüsste uns und machte gleich die Führung durch das Schloss. Wir waren 3 Personen, ein bayrisches Ehepaar und ich. Die Burg war ursprünglich eine Bischofburg aus dem Mittelalter. die 1298 erbaut wurde. Seine Blütezeit erlebte das Schloss im siebzehnten Jahrhundert unter dem Besitz der Familie De la Gardie. Wir stiegen in den dritten Stock. Hier waren die Wohnräume des Grafen. Auf der Etage verteilen sich 11 Räume. Alle Räume haben wunderschön bemalte Decken. Die Malereien sind auf Holzdecken. Je nach Saal sind entsprechend dazu die Decken gestaltet. Im Königssaal sieht man die Grossmacht Schweden während des 30 jährigen Krieges. Im Friedenssaal sieht man die Göttinnen Frieden und Gerechtigkeit die sich küssen. An der Decke entlang sieht man die Portraits der Mitglieder, die an den Friedensverhandlungen teilgenommen haben. Der Österreichische Saal hat den Adler an der Decke umgeben von den Habsburger Ländern. In der Vorkammer der Fürstinnen sieht man Tapeten, die an die Wand genagelt wurden. Diese sind aus dem 18. Jahrhundert. Die Bettkammer war die teuerste Kammer aller im Schloss. Die Räume hatten zum Teil Möbel, die aber alle mit Vlies abgedeckt waren. Einige grosse Eichenschränke zeigten den Luxus der damals schon herrschte. Nach etwas mehr als einer Stunde waren wir wieder Draussen. Direkt beim Eingang hat es noch eine kleine Kapelle. Dies war einmal die Kapelle der Fürstin Maria während des 17. Jahrhunderts.
Nach der Führung habe ich noch einen Naturrundweg gelaufen. Die Insel Kållandsö hat ein Naturum und zwei unterschiedlich lange Rundwege ausgeschildert. Direkt am Schloss Läckö beginnt der Wanderweg Roparudden, der nach 4 km zu äußersten Spitze in Richtung Insel Stora Eken („Große Eiche“) bringt. Der Wanderweg schlängelt sich an den Ufern des Sees durch hügelige Landschaft hinaus auf den Inselvorsprung, und die Route fasziniert durch atemberaubende Aussicht über Schloss und Schärengarten. Der Uferweg geht über Felsen, Wurzeln und Waldboden. Ich hatte wieder die falschen Schuhe gewählt. . Es ging aber doch recht gut, das es zwar auf und ab ging aber trocken war. Die Aussicht auf den Vänern ist atemberaubend.

Samstag, 26. September 2020
Wetter, stark bewölkt -------- 17°C
Trollhättan - Varberg ----- 170 km
Übernachtung:
Agrell´s stugor o camping, Ullebovägen 14 432 53 Varberg
Nach Mittag steuerte ich mein nächstes Ziel an. Kurz vor Trollhättan gibt es ein weiteres Naturschutzgebiet den Ökopark Halle- und Hunneberg. Sie liegen wie zwei Inseln auf der Ebene und sie unterscheiden sich von der umgebenen Landschaft sowohl in der Geschichte als in ihrer reichlichen und einzigartigen Natur. Die Berge sind aus mehreren Lagen verschiedener Gesteinsarten, die vor Millionen Jahren am Meeresboden gebildet wurden. Der Berg ist auch bekannt als Berg der Elche. Die schwedischen Könige haben hier seit Generationen Elche gejagt, was heute etwa alle zwei Jahre stattfindet. Zu den bedeutendsten Attraktionen des Berges gehören die Steilhänge und der Waldgürtel oder Kantenwald mit über 200 Jahre alten Bäumen, den Resten der Forstwirtschaft von 1830. Die artenreiche Fauna besteht unter anderem aus Elch, Hirsch, Rotwild, Marder, Fuchs, Auerhuhn und Birkhuhn. Gelegentlich ziehen Bussard, Wanderfalke und Seeadler über dem Berg ihre Kreise. Es gibt verschiedene Orte wo man den Park besichtigen kann. Ich habe einen Wegweiser gefunden mit der Aufschrift Elch Museum. Es geht leicht den Berg hoch , oben hat es einen grossen Parkplatz wo man auch übernachten könnte. Ich bin zuerst ins Restaurant gegangen und habe das Tagesgericht (Buffet) zu Gemüte geführt. Das Restaurant wird von Frauen aus der Umgebung bewirtschaftet. Gestärkt ging es dann mit den Aktivitäten los. Ich habe das Jagdmuseum besucht. Es ist sehr informativ und zeigt alle Tiere die in Schweden vorkommen. Es sind sehr schöne Präparate, wo man einmal aus der Nähe die Grösse der Tiere betrachten kann. Im weiteren wird über die Elchjagd berichtet.
Ich habe anschliessend einen 2.5 km Rundweg gemacht. Der war aber an dieser Stelle nichts aufregendes. Ich war wohl am falschen Ort. Gegen 16.00 Uhr bin ich dann an den Götakanal gefahren und habe einen schönen Stellplatz mit Sicht auf die Schleuse. Jetzt hat es angefangen intensiv zu Regnen mit heftigem Wind. Es ist richtig gemütlich im warmen Wohnmobil.
Nachdem es in der Nacht aufgehört hatte zu regnen, war es am Morgen stark bewölkt aber immer noch relativ warm. Nach dem Frühstück besuchte ich nochmals die Schleusenanlagen. Ich war schon drei mal hier, aber man sieht immer wieder neues. Die Anlage ist sehr gross, sodass man sich die Füsse müde laufen kann.
An den Wasserfällen vorbei konnte man mit dem Boot schon im Jahr 1800 über acht Schleusen fahren. Diese Schleusen und weitere aus dem Jahr 1844 sieht man noch heute in einem parkähnlichen Areal. Diese beiden Schleusensysteme sind aber außer Betrieb. Die heute genutzte Schleusentreppe ist von 1916. Sie wird jedes Jahr von Tausenden von Freizeitbooten und Frachtschiffen durchfahren. Der ganze Kanal, zwischen Göteborg und Vänersborg ist 82 km lang, hat sechs Schleusen und überwindet einen Höhenunterschied von 44 m. Er ist für Schiffe bis 89 m Länge und 13 m Breite bei einem Tiefgang von 5,4 m zugelassen.
Gegen Mittag setzte ich mich wieder in Bewegung. Weiter Richtung Süden. Ziel war heute Varberg. Ich wechselte also vom Vänernsee zum Kattegat. Ich war wieder am Meer. Vorerst konnte ich noch feststellen, dass auch in Schweden geheiratet wird. Am Ende meines Spazierganges habe ich noch das Brautpaar mit Fotografin angetroffen. Ich habe dann die Autobahn nach Göteborg und weiter nach Varberg gefahren.
In Varberg war ich auch schon mal vor einigen Jahren. Heute ist aber Samstag und anscheinend sind alle Schweden in den Städten. Ich wollte den Stellplatz an der Marina als Übernachtung benutzen. Aber es war alles voll udn Wohnmobil und Wohnmobil kam auch nach mir noch. Also zog ich weiter und habe mir Falkenberg ausgesucht. Unterwegs sah ich ein Wegweiser zu einem Stellplatz etwas ausserhalb von Varberg. Also nichts wie hin. Es war ein riesiger aber schön angelegter Campingplatz nur 1.5 km von Varberg entfernt direkt am Meer. Daneben habe ich aber noch einen schönen Stellplatz auf einer Wiese gesehen. Den habe ich gewählt. Ich habe noch einen Spaziergang auf dem riesigen Sandstrand gemacht. Die Restaurants sind voll von Schweden. Bei einem kleineren Restaurant standen die Leute vor der Türe Schlange. Nach dem starken Regen versöhnt der Sonnenuntergang über dem Meer wieder.

Sonntag, 27. September 2020
Wetter, schön, windig -------------- 24°C
Varberg - Höganäs ------ 150 km
Übernachtung:
Wohnmobil-Stellplatz Wohnmobilstellplatz Höganäs Hafen in 26339 Höganäs
Ich habe richtig lange geschlafen. Nach dem Frühstück und dem studieren der Sonntagszeitung bin ich gegen halb elf losgefahren. Ich habe die E6 genommen. Es war wenig Verkehr am Sonntag. Nach zwei Stunden gemütlicher Fahrt traf ich in Höganäs ein. Ursprünglich war es ein Fischerdorf, um das sich eine Bergbauindustrie entwickelte, die Kohle und Ton abbaute. Daraus wurden die feuerfesten Keramiken Höganäskrus hergestellt. Der Bergbau ist heute stillgelegt, aber die Keramikfirma Höganäs Keramik existiert immer noch. Ich habe den Stellplatz am Hafen schnell gefunden. Er hat grosszügige Parzellen und war ziemlich leer. Ich habe im Hafen dann ein Restaurant gefunden wo ich gut Fisch essen konnte. Gestärkt nahm ich mein Fahrrad aus der Garage und fuhr dem Küstenweg entlang zum Fischerdorf Viken.
Wie eine Reihe anderer Gemeinden entlang der Küste der Halbinsel Kulla, behält gamla viken sein mittelalterliches Straßennetz und es gibt viele Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Fischerei spielt immer noch eine Rolle. Darüber hinaus wird der Hafen hauptsächlich von privaten Booten angesteuert. Bei dem schönen und warmen Wetter war das Restaurant mit Kiosk gefragt. Es gab längere Wartezeiten.
Ich habe mir trotzdem einen Kaffee und ein Stück guten Kuchen gegönnt. Die habe ich mir gemütlich an der Sonne genossen. Ich bin noch kurz durch das Dorf das sehr gepflegt aussieht und alte gut erhaltene Häuser hat.

Montag, 28. September 2020
Wetter, bewölkt ------- 16°C
Höganäs - Trelleborg ------- 120 km
Heute werde ich Schweden verlassen. Nach einer ruhigen Nacht im Hafen und Frühstück am Morgen, zog ich gegen 11.00 Uhr los zu meiner letzten Etappe in Schweden. Die Fahrt war nicht besonders aufregend. Mehrheitlich war ich auf der Autobahn. Kurz vor Malmö machte ich nochmals einen Einkauf. Tuulia hat mir so einige Tipps gegeben, was ich mitbringen soll. Ich habe mir dann auch gleich noch einige Poulet Beine gekauft, die bereits war in einem Sack bereit lagen. So konnte ich auf dem Parkplatz noch kurz etwas Essen. Dann noch eine halbe Stunde und ich war im Hafen. Einchecken muss man alleine. Ich habe bereits online vor zwei Tagen eingecheckt. Ich habe einen Code erhalten, den ich beim Eingang Scannen musste. Darauf hat der Apparat ein Ticket ausgespuckt, auf dem alles wichtige stand und ebenfalls mit eine Barcode versehen ist. Damit musste ich noch zwei Barrieren öffnen und schon stand ich vor dem Schiff. Jetzt warte ich bis ich aufs Schiff kann. Dann werde ich um 00.30 Uhr in Travemünde sein, wo ich dann übernachten werde.
Gestern Abend konnte ich nach kurzer Zeit bereits auf das Schiff auffahren. Es ging noch eine Stunde bis zur Abfahrt. Es war schönes Wetter und so war die Abfahrt schön anzusehen. Im Hafen von Trelleborg fahren Fähren nach Rostock, Trelleborg und auf schwedische Inseln. Es ist also immer Betrieb im Hafen.
Das Schiff fuhr pünktlich ab. Ich habe ein Zimmer, obwohl die Fahrt eigentlich nicht über Nacht geht. So kann ich etwas liegen und lesen. Die Zeit verging schnell. Ich hatte ein Nachtessen bestellt. Komischer Weise war erst um 23.00 Uhr das Restaurant offen. So ging ich also auf Etage 6 zum Essen. Ich staunte nicht schlecht das Abendessen war ein Frühstück ?? Jedenfalls war es schnell 00.30 Uhr als das Schiff pünktlich in Travemünde einlief. Ich bin dann noch in die Stadt gefahren, wo ich einen Stellplatz kenne. Ich brauchte etwas Zeit bis ich einschlafen konnte, da ich ja schon den ganzen Abend vor mich her döste. Noch ein Wort zum Bild mit dem rauchenden Kamin. Dies sollte bei TT-Line bald Geschichte sein. Sie haben die neuste Generation von Antrieben bestellt. Das neue Schiff wird mit Flüssiggas betrieben werden (LPG). Jetzt noch ein Anruf zum Hersteller meiner Lammfellbezüge. Ich bekam eine positive Antwort. Die Bezüge waren fertig und bereit zum Montieren. Also fuhr ich zuerst Richtung Kiel und mein Womi bekam pünktlich auf den Winter zwei warme Sitzüberzüge.
Die Felle waren schnell montiert und zog weiter gegen Süden. Bei Hamburg wird gebaut und was zu erwarten war es gab Stau. Da muss man durch. Einmal durch ging es weiter. Nach kurzer Zeit bereits wieder eine Baustelle und nochmals Stau. Das kann ja gut werden. Ich wusste von der Hinfahrt, dass es eine ganze Menge Baustellen hat. Die längste war etwa 40 km. Glücklicherweise waren das die beiden einzigen. Ich kam gut voran. Ich wollte nach Schneverdingen um nochmals Heideschnucken zu essen. Ich war zu spät. Durch die Staus war es zwei Uhr und auch hier wurde ich abgewiesen. Also weiter. Nächstes Ziel Kassel. Da wollte ich übernachten. Eine Baustelle verhinderte, dass ich ausfahren konnte. Nur über einen grossen Umweg wäre der Stellplatz erreichbar gewesen. Ich fuhr weiter. Ich suchte mir den Stellplatz in Bad Hersfeld aus. Hier bin ich nun. Es ergab aber viele Kilometer.

Mittwoch, 30. September 2020
Wetter, bewölkt, sonnig --------- 20°C
Bad Hersfeld - Metzingen ------------- 380 km
Übernachtung:
Reisemobilplatz Outletcity, Stettertstr. 4, 72555 Metzingen
Nach einer ruhigen Nacht auf dem kostenlosen Stellplatz in Bad Hersfeld ging es am Morgen weiter. Ich hatte noch einen Termin in Assamstadt. Ich habe bei der Hinfahrt eine Fahrradbatterie zur Kontrolle ins Werk gebracht (Ansmann). Nun musste ich sie wieder abholen. Es hatte wenig Verkehr, sodass ich um 12,30 Uhr im Werk war. Nach zehn Minuten ging es weiter zu meinem Treffpunkt mit Nelly und Rolf. Ohne weitere verkehrstechnische Probleme war ich gegen 16.30 Uhr auf dem Stellplatz in Metzingen. Meine beiden Freunde waren eine viertel Stunde vor mir auf dem Platz. Zur Begrüssung gab es ein Bier und diverse Snacks. Bei warmen Sommerwetter konnten wir noch bis zum Sonnenuntergang vor dem Wohnmobil sitzen.
Am Montagmorgen holte ich Nelly und Rolf 3 km vom Stellplatz entfernt ab. Ihr Fahrzeug wurde in einer Werkstatt veredelt. Wir fuhren zusammen zurück nach Metzingen wo sich das Outlet City befindet. Unter dem Begriff Outletcity haben sich über 300 Premium- und Luxusmarken in Metzingen zusammengeschlossen. Der Schwerpunkt des Angebotes liegt dabei auf Kleidung. Beauty- und Homeprodukte. Alle berühmten Firmen haben dort ein Gebäude mit ihren Produkten. Wir konnten zu Fuss in die Stadt laufen, die direkt beim Outletcity ist. Wir spazierten zuerst durch die Stadt und anschliessend besuchten wir diverse Geschäfte. Gekauft habe wir nicht viel. Auf dem Platz vor dem Rathaus konnten wir im Freien bei leichtem Sonnenschein das Mittagessen einnehmen. Nelly und ich genehmigten uns noch ein Eis. Gegen 15.00 Uhr brachte ich die beiden zu ihrem Wohnmobil. Ich nahm den Rückweg unter die Räder und war kurz nach 20.00 Uhr nach knapp vier Wochen Reise wieder ohne Probleme zu Hause.

Donnerstag, 1. Oktober 2020
Wetter, schön, 17°C
Metzingen - Embrach ------------- 170 km
Damit ist eine wunderschöne Reise in den herbstlichen Norden zu Ende gegangen. Nachdem ich bereits im Frühling im hohen Norden war, wollte ich im Herbst die wunderbaren Farbnuancen der Laubbäume und der Heidelbeersträucher sehen. Ich war zum richtigen Zeitpunkt da. Was fehlte waren die Nordlichter. Kaum war ich wieder im Süden habe ich über das App die Mitteilung bekommen, das bei wolkenlosen Himmel wahrscheinlich Nordlichter zu sehen seien. Prompt sah ich zwei Tage später im Tages Anzeiger von Rovaniemi die schönsten Bilder von Nordlichtern. Auch das werde ich sicher noch einmal erleben können. In den nächsten Tagen werde ich noch weitere Bilder aufschalten und die Route separat zeigen. Besten Dank allen die mich wieder einmal verfolgt haben.
---------- Bilder 1. Woche
---------- Bilder 2. Woche
---------- Bilder 3. Woche
---------- Bilder 4. Woche
Viel Spass beim Stöbern. Die Bilder dürfen heruntergeladen werden.